John F. Kennedy Plakatmotiv. © Runaway Technology

John F. Kennedy - Ausstellungstitel
  Ausstellungshalle des Deutschen Historischen Museums von I. M. Pei, 26. Juni bis 13. Oktober 2003
 

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit
mit dem John F. Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin

Logo DHM, Logo FU-Berlin
 
Ausstellung
Begleitprogramm
Katalog
Museumspädagogik
Besucherinfos
John. F. Kennedy
Berlin-Besuch
Pressespiegel

Ausstellungsrundgang

IV. Popular Culture und Kennedy-Mythos

4.16. Die "hellen" und die "dunklen" Seiten von Camelot

"Der Mythos ist sehr oft der Feind der Wahrheit."
John F. Kennedy, 11. Juni 1962

Die unerfüllt gebliebenen Hoffnungen der Kennedy-Präsidentschaft erklären zum Teil die oft bitteren Abrechnungen mit seiner Politik. Enthüllungen über sein Privatleben und seine Krankheiten verstärkten bei Manchen das Gefühl, ihre Ideale seien missbraucht worden. Für Viele ist Kennedy weiterhin eine Lichtgestalt. Mit seiner Ermordung, so schien es, hatte eine Serie nationaler Traumata wie der Vietnamkrieg und Watergate begonnen.



Panoramaaufnahme des Ausstellungsraums:


Sie benötigen Quicktime VR, um die 360° Panoramen auf Ihrem Bildschirm betrachten zu können. Klicken Sie auf das Panoramabild, um ein interaktives Panoramabild zu erhalten.

Link:
Alle Panoramaaufnahmen der Ausstellung

 


Broadway-Musical "Camelot" , Dezember 1960


Nach der Ermordung ihres Mannes setzte Jackie Kennedy für einen Nachruf im "Life"-Magazin den "Mythos von Camelot" in Beziehung zu John F. Kennedy. Oft hätten ihr Mann und sie eine Aufnahme des gleichnamigen Musicals gehört. Seine Lieblingszeilen finden sich im letzten Lied der Schallplatte:

"Don't let it be forgot
that once there was a spot
for one brief moment
that was known as Camelot."


Die Legende von Camelot beschreibt den Glanz eines Schlosses in England, dem Sitz der "Ritter der Tafelrunde", zu der die tapfersten und gebildetsten Ritter des Landes strebten. König Artus, der ruhmhafte Herrscher, und seine bezaubernde Frau Genevière wurden als die Verkörperung von Anmut, Bildung und Tugend beschrieben. Mit der Erwähnung dieses Mythos durch Jackie Kennedy wurde der Ruhm Camelots auf das Weiße Haus und die Tugendhaftigkeit König Artus' auf den verstorbenen Präsidenten übertragen. "Camelot war das Opium der Intellektuellen", wie Gary Wills sagte.



"Die dunkle Seite von Camelot"

Viele der großen Hoffungen, die Kennedys Amtsantritt ausgelöst hatte, blieben unerfüllt. Die meisten der "dunklen Seiten" der Politik und des Privatlebens des so hell strahlenden John F. Kennedy kamen erst lange nach seinem Tod ans Licht der Öffentlichkeit. Dies führte bei vielen Zeitgenossen zu einem völlig negativen Bild und dem Gefühl, Kennedy habe ihre Ideale missbraucht und sie letztlich "verraten". Das Buch des Enthüllungsjournalisten Seymour Hersh steht paradigmatisch für diese Bewertung Kennedys.


Wrackteil eines abgeschossenen F-105 US-Jagdbombers in Vietnam, um 1965

Dieses Wrackteil eines US-Jagdbombers, der in den 60er Jahren über Vietnam abgeschossen wurde, erhielt die DDR-Regierung als Gastgeschenk. Heute befindet es sich in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums.
Wie viele Amerikaner glaubte auch John F. Kennedy an die sogenannte Dominotheorie: Wenn ein Land kommunistisch werde, würden in kürzester Zeit die umliegenden Staaten ebenfalls kommunistisch werden. Diese Ausweitung der
russisch-kommunistischen Einflusssphäre wollt

Kennedy in Asien verhindern. Deshalb verwickelte er als Präsident die USA immer stärker in den Konflikt um Vietnam. Er erhöhte die Militärhilfe für Südvietnam, lieferte Hubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge und stimmte Ende 1961 dem Einsatz von Napalm und anderen Entlaubungsmitteln zu. Damit trug er wesentlich zur Eskalation des Vietnamkrieges bei. Andere Stimmen behaupten, dass es den Vietnamkrieg mit einem Präsidenten Kennedy nicht gegeben hätte. Sein gewaltsamer Tod bewahrte ihn möglicherweise davor, selbst dafür verantwortlich zu sein, dass die USA in Vietnam ihre Unschuld endgültig verloren hatten.
Um sich den Text anzuhören,
klicken Sie bitte auf das Lautsprechersymbol


John F. Kennedy auf Krücken, 18. Mai 1952


Um Kennedys Wahlchancen 1960 nicht zu gefährden, wurde abgestritten, dass er schwer krank war. Er litt unter anderem an Lebensmittelallergien und schweren Durchfälle, hohem Fieber und Koliken, Prostatabeschwerden und Harnweginfektionen. Erst die tägliche Einnahme von bis zu zwölf verschiedenen Medikamenten ermöglichte John F. Kennedy das Leben und Arbeiten. Seine - bekannten - Rückenprobleme rührten nicht von einer Kriegsverletzung. Es handelte sich um Osteoporose, wohl als Folge der langen Einnahme von Steroiden. Er trug meist ein Korsett und konnte nur mit vielen Schmerzmitteln seine öffentlichen Auftritte durchstehen. Fotos von ihm mit Krücken waren - anders als noch zu Senatszeiten - nicht mehr erlaubt.


Es gab immer wieder Mutmaßungen über den Gesundheitszustand Präsident Kennedys. Besonders während seines Präsidentschaftswahlkampfes 1960 versuchten innerparteiliche Gegner, seine Wahlchancen durch Krankheitsgerüchte zu schmälern. Erst 2002 erhielten ein Historiker und ein Arzt exklusiven Zugang zu John F. Kennedys Krankenakten. Sie bestätigten viele Vermutungen über das Ausmaß seiner Leiden. Hinter der Fassade des jugendlichen Politikers verbarg sich ein schwerkranker Mann. Neben einem schmerzhaften Rückenleiden, das mehrere Operationen notwendig machte, litt er an der Addisonschen Krankheit. Das ist eine Unterfunktion der Nierennebenrinde, die eine Immunschwäche zur Folge hat. Erst durch die Einnahme von Cortison und bis zu zwölf anderen Medikamenten täglich war es Kennedy möglich, ein einigermaßen normales Leben zu führen. Diese Tatsache wurde jedoch vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Während seiner Präsidentschaft war es Fotografen untersagt, Kennedy mit Krücken aufzunehmen.


Um sich den Text anzuhören,
klicken Sie bitte auf das Lautsprechersymbol

Zum Ausstellungsplan:


 
Adresse: Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Tel: ++49 (30) 20 30 4 - 0, Fax: ++49 (30) 20 30 4 - 543, Wechselausstellungen in der Ausstellungshalle von I.M.Pei Hinter dem Gießhaus 3, 10117 Berlin, Öffnungszeiten: Täglich 10.00 bis 18.00 Uhr, Eintritt 2 Euro, Lageplan: www.berlin.de, Link: Verkehrsverbindungen und weitere Besucherinformationen
Deutsches Historisches Museum , DHM-Startseite  |  Suche  |  Gästebuch
Lageplan: www.berlin.de Verkehrsverbindungen und weitere Besucherinformationen Deutsches Historisches Museum - Startseite Deutsches Historisches Museum - Startseite Suche Gästebuch