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Tomi Ungerer
Copyright © by Diogenes
Verlag AG Zürich

und
GERMANIA
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und andere Geschichten.
Karikaturen von Tomi Ungerer

16. März bis
13. Juni 2000 im Kronprinzenpalais

 

 

 

 

Die Biographie von Tomi Ungerer

 

 

Interview mit Tomi Ungerer


Tomi Ungerer
Copyright © by Diogenes
Verlag AG Zürich

 

1931
Jean Thomas Ungerer, genannt Tomi, wird in Straßburg am 28. November als vierter und jüngster Sohn des Ehepaares Ungerer geboren. Der Vater Théodore ist gemäß der Familientradition Uhrenmacher, er betätigt sich darüber hinaus aber auch als Künstler und Historiker. Die Mutter Alice, geborene Essler, stammt aus einer oberrheinischen Industriellenfamilie.

1935
Nach dem Tod des Vaters zieht die Familie Ungerer nach Logelbach bei Colmar.

1939/1945
Nach der Kapitulation Frankreichs im Juni 1940 annektieren die Deutschen das Elsaß. Das Haus der Familie Ungerer wird von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt, die gegenüberliegenden Haussmann-Werke werden in ein Gefangenenlager umgewandelt. Tomi Ungerer besucht die "Matthias Grünewald-Schule, Oberschule für Jungen", deren Unterricht von intensiver Germanisierung und systematischer nationalsozialistischer Indoktrination geprägt ist. Während des Winters 1944/45 erlebt der Junge in der "Poche de Colmar", der dreimonatigen Schlacht um den Colmarer Brückenkopf, die Schrecken des Krieges.

1945
Nach der Kapitulation Deutschlands wird das Elsaß wieder französisch. Der Unterricht in französischer Sprache wird aufgenommen, Elsässisch wird verboten.

1946/1948
Als Pfadfinder unternimmt Tomi Ungerer zahlreiche Fahrten mit dem Fahrrad durch Frankreich.

1950/1951
In einem Schulheft beurteilt ein Lehrer den Jungen als "pervers und subversiv". Tomi Ungerer scheitert am zweiten Teil seiner Abiturprüfung, woraufhin er sich entschließt, zum Nordkap in Lappland zu trampen.

1952
Ungerer tritt als berittener Soldat in die französischen Saharatruppen in Algerien ein, erkrankt jedoch bald schwer und wird schließlich ausgemustert.

1953
Im April Rückkehr nach Straßburg, im Oktober Eintritt in die Ecole Municipale des Arts Décoratifs.

1954
Nach dem Verlassen der Schule arbeitet Ungerer als Schaufensterdekorateur und Werbezeichner für lokale Unternehmen. Er beginnt sich für die USA zu interessieren und besucht häufig das Centre Culturel Américain. Zahlreiche Reisen führen ihn durch ganz Europa.

1956
Tomi Ungerer reist per Schiff nach New York, mit 60 Dollar in der Tasche und mit einer Mappe voller Zeichnungen und Manuskripte. Heirat mit der Amerikanerin Nancy White.

1957
Ungerers erstes Kinderbuch, "The Mellops Go Flying", erscheint im Verlag Harper & Row und erhält den berühmten Preis des "Spring Book Festival". Für Maschinen von Burroughs gestaltet Ungerer seine erste Werbekampagne und zeichnet zugleich für die Zeitschriften "Esquire", "Life", "Holiday", "Harper's Magazin", "The New York Times", daneben arbeitet er auch für das Fernsehen. In München lernt Ungerer Daniel Keel kennen, dessen Züricher Verlag Diogenes die Mehrzahl von Ungerers Büchern publizieren wird.

1958/1962
Ungerer vervollständigt seine Serie der "Mellops" und veröffentlicht eine Reihe weiterer Kinderbücher.

1962
Unter Schirmherrschaft von Willy Brandt widmet die Stadt Berlin Tomi Ungerer seine erste große Ausstellung. Ungerers erste Tochter Phoebe wird geboren.

1966
Das Buch "The Party" erscheint, das die New-Yorker Gesellschaft karikiert.

1970/1971
Mit seiner zweiten Frau Yvonne Wright verläßt Ungerer nach dreizehnjährigem Aufenthalt New York und läßt sich im kanadischen Neuschottland nieder.

1971/72
Tomi Ungerer entwirft Zeichnungen für eine Kampagne der SPD unter Willy Brandt.

1975
Ungerer entdeckt seine Heimat neu: Mit einer großen Ausstellung im Musée d'Art Moderne seiner Geburtsstadt Straßburg dokumentiert er seine Bindung ans Elsaß. Das im Diogenes Verlag veröffentlichte "Große Liederbuch", eine Sammlung alter deutscher Volkslieder, illustriert der Künstler mit elsässischen Landschafts- und Städtebildern.

1976
Umzug mit Yvonne nach Südirland, wo die Kinder Aria (1976), Lukas (1978) und Pascal (1980) geboren werden. Seiner Geburtsstadt Straßburg vermacht Ungerer seine Sammlung mechanischer Spielsachen.

1979
Die Bücher "Babylon" und "Politrics" erscheinen, deren Zeichnungen die zeitgenössische Gesellschaft und Politik persiflieren. Ungerer schenkt der Stadt Straßburg über 3 000 Zeichnungen.

1981
Erste große Retrospektive im Musée des Arts Décoratifs in Paris.

1983
Ungerer erhält den Jacob-Burckhardt-Preis der Johann-Wolfgang-Goethe-Stiftung in Basel.

1984
Ungerer wird zum "Commandeur de l'Ordre des Arts et Lettres" ernannt.

1986
Das Buch "Schutzengel der Hölle", in dem Ungerer zeichnerische Reportagen aus dem Hamburger Prostituiertenmilieu veröffentlicht, erscheint.

1987
Der französische Kulturminister Jack Lang beruft Tomi Ungerer zum Mitglied der Interministeriellen Deutsch-Französischen Kommission.

1988
Ungerer zeichnet Pläne für ein Denkmal zur Zweitausendjahrfeier seiner Geburtsstadt Straßburg: Mit einem "Aquädukt des Janus" möchte Ungerer die zwiespältige, von Frankreich und Deutschland gleichermaßen geprägte Kultur der Stadt versinnbildlichen.

1989
Für die Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution entsteht eine Folge von Zeichnungen, die in dem Portfolio "Liberté, Egalité, Fraternité" zusammengefaßt werden.

1990
Ungerer gründet in Straßburg die Gesellschaft "Kulturbank" zur Förderung des deutsch-französischen Kulturaustauschs. In Paris wird Tomi Ungerer der Orden der Ehrenlegion verliehen. Anläßlich des internationalen Tierschutzkongresses in Basel werden die Zeichnungen zum Buch "Amnesty Animal" ausgestellt, die Ungerers Engagement für den Tierschutz bezeugen.

1991
Aus Anlaß seines sechzigsten Geburtstages wird der erste Band von Ungerers Erinnerungen
"A la guerre comme à la guerre" ("Im Krieg ganz wie im Krieg") veröffentlicht. Der Stadt Straßburg überläßt Ungerer eine weitere Schenkung von über 4 500 Zeichnungen.

1992
Der Künstler wird unter den "500 World Leaders of Influence" des Amerikanischen Biographischen Instituts aufgeführt. Er beteiligt sich an zahlreichen humanitären Hilfsaktionen, zeichnet für das Französische Rote Kreuz und engagiert sich im Kampf gegen Aids.

1993
Für seinen Einsatz für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen wird Ungerer das Bundesverdienstkreuz verliehen. In deutscher Sprache erscheint "Die Gedanken sind frei", ein Buch über seine Jugenderfahrungen im Elsaß während der deutschen Besatzungszeit.

1994
Unter dem Titel "Poster" werden Ungerers kommerzielle Arbeiten zur Werbung publiziert. Im "Liederlichen Liederbuch" veröffentlicht der Künstler erotische Zeichnungen.

1995
Tomi Ungerer wird der französische "Große Nationalpreis für Graphik" verliehen.

1998
Ungerer erhält für seine Kinderbücher den "Hans-Christian-Andersen-Preis".

1999
Das Kinderbuch "Otto. Autobiographie eines Teddybären" erscheint im Diogenes Verlag.

2001
Eröffnung des Tomi-Ungerer-Museums in Straßburg.

Interview mit Tomi Ungerer

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