»Der Frauenhilfsdienst wird gefilmt«

Die nationalsozialistische Propaganda verfolgte den Grundsatz, einige wenige einfache Inhalte in immer wieder neuen Formen zu wiederholen. Dabei wurden alle zur Verfügung stehenden Medien eingesetzt. Fotografien waren Teil des Zusammenspiels von Film, Printmedien, Ausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen. Liselotte Purpers Bilder gewähren verschiedene Einblicke in diesen Medienverbund.
Sie hat zum Beispiel Ausstellungen des Reichsarbeitsdienstes und der Reichsfrauenführung fotografiert, aber auch Dreharbeiten für Kurzfilme zu frauenspezifischen Themen. Zusammen mit der Bildstellenleiterin der Reichsfrauenführung, Margot Monnier, und wahrscheinlich auch einer Schmalfilmerin, Tilde Holz, war sie bei Aufnahmen für den Ufa-Kulturfilm »F.H.D.-Mädel« dabei. Der Film sollte für den »Frauenhilfsdienst« werben und zeigt die unterschiedlichen »Kriegsaufgaben« der Mädchen: in der Industrie, in der Telefonvermittlung, als Schaffnerin, als Briefträgerin, in der Hauswirtschaft, bei der Kinderbetreuung, beim Bahnhofsdienst, im Krankenhaus, in der Landwirtschaft, im Gesundheitsamt und bei der Familienfürsorge.