»Bereit, die Heimat zu hüten«

Ein Gebiet, auf dem die Propaganda schon vor dem Krieg speziell Frauen ansprach, war der Luftschutz. Hier vermischten sich typisch weiblich-karitative und männlich-militärische Bildwelten. Die Medien veröffentlichten immer wieder Anweisungen zur vorsorglichen Entrümpelung der Dachböden oder zur Ausrüstung jedes Haushaltes mit Feuerlöschgerätschaften. So sollten Frauen in einen Zustand ständiger Bereitschaft versetzt werden. Berichte über Luftschutzübungen verbreiteten Manöverstimmung.

Diese Propaganda zur »Steigerung der Wehrbereitschaft« hatte System, wie eine psychologische Betrachtung aus dem Buch »Das politische Plakat« (1939) von Erwin Schockel zeigt: »Will man also eine Gruppe Menschen zu aktiver Tat aufstacheln, so muß man das in ihrem Unterbewußtsein ruhende Angstgefühl wecken, und zwar derart, daß es in ihnen das Gefühl unmittelbar drohender Gefahr hervorruft, vor der sie sich aber jetzt noch durch eine bestimmte Handlung schützen können.«

Die Bildpresse stürzte sich begierig auf die paramilitärisch wirkenden Aufnahmen von Frauen in Overalls und Stahlhelmen. Im Bild war der militärische Einsatz von Frauen, der schließlich 1944/45 erfolgte, bereits vorweg genommen.