»Helfende Hände«

Seit 1936 gab es in der Reichsfrauenführung die Abteilung »Hilfsdienst«. Sie koordinierte den Einsatz von Frauen beim Deutschen Roten Kreuz, bei der NS-Volkswohlfahrt und im Reichsluftschutzbund. 1938 führte man auf freiwilliger Basis einen Frauenhilfsdienst für Wohlfahrts- und Krankenpflege ein. Mit dieser Maßnahme wollte man kurzfristig den Mangel an Volkspflegerinnen, Gemeindeschwestern, Krankenschwestern und Kindergärtnerinnen überbrücken. Junge Mädchen sollten sich »zum Wohle der Volksgemeinschaft« verpflichten, zwei Jahre lang Hilfstätigkeiten in sozialen Frauenberufen zu verrichten. Dafür erhielten sie ein Taschengeld und das Anrecht auf eine »Ehebeihilfe«. Im Krieg rückte die Abteilung »Hilfsdienst« in das Zentrum der ehrenamtlichen Frauenarbeit.

Karitative Tätigkeiten waren die althergebrachte Form des Kriegseinsatzes bürgerlicher Frauen. Die Fotografien von Nähstuben, vom Paketepacken für Soldaten, von Verwundetenbetreuung und Nachbarschaftshilfe vermittelten den Eindruck einer intakten »Volksgemeinschaft«, ohne traditionelle Frauenbilder in Frage zu stellen.