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NS-Frauenschaft und Deutsches Frauenwerk
bemühten sich - wie die Hausfrauenverbände in der
Weimarer Republik - um eine Aufwertung und
Professionalisierung der Hauswirtschaft. Sie warben zum
Beispiel für eine hauswirtschaftliche Lehre oder
verbreiteten neueste Erkenntnisse der Versuchsstelle für
Hauswirtschaft in Leipzig. Die höhere Weihe bekam die
Hauswirtschaft im »Dritten Reich« jedoch erst durch den
Krieg. Bereits der 1936 verkündete Vierjahresplan - ein
Autarkieprogramm mit dem Ziel, die deutsche Wirtschaft in
vier Jahren kriegsfähig zu machen - setzte auf die
Mitarbeit der Hausfrauen. Die Frage »Was koche ich?«
wurde als eminent politisch betrachtet.
Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink sprach vom
Kochlöffel als »Waffe der Frau«, dessen
Durchschlagskraft nicht geringer sei als die anderer
Waffen. In den Beratungsstellen des Deutschen
Frauenwerks sollte das Autarkiebewußtsein von Hausfrauen
geschult werden. Da die Produktion von tierischen Fetten
im eigenen Land nicht ausreichte, wurde zum Beispiel für
den Verzehr von Seefischen geworben.
Oder
man propagierte, als im Krieg Weißbrot knapp wurde,
verstärkt die gesundheitsfördernde Wirkung von
Vollkornbrot.
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