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Akademikerinnen und weibliche Beamte
waren die einzige Gruppe erwerbstätiger Frauen, die man
unter der nationalsozialistischen Herrschaft zunächst
systematisch aus ihren Berufen zu verdrängen suchte.
Wenn schon erwerbstätig, sollten Frauen zumindest in
weniger qualifizierten Bereichen arbeiten als Männer. NS-Frauenschaft
und Deutsches Frauenwerk hoben jedoch immer wieder die
Leistungen hochqualifzierter Frauen hervor, allerdings
häufig relativiert durch die Betonung ihres
Ausnahmecharakters. 1938 protestierte
Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink persönlich gegen die
berufliche Benachteiligung der Astronomin Dr. Margarete
Güssow: »Die Tendenz, hochbegabte, leistungsfähige
Frauen in ihrer Arbeit nicht weiterkommen zu lassen, ihre
Leistungen, nur weil sie von einer Frau kommen, nicht zu
fördern, nimmt in letzter Zeit zu, so daß ich es für
unbedingt notwendig erachte, dem Führer auch diese
Frage, einmal von den Frauen her gesehen, zu entwickeln,
damit es dann zu einer grundsätzlichen Klärung kommen
kann.«
Eine grundsätzliche Klärung blieb aus. Der Zweite
Weltkrieg führte jedoch dazu, daß man auf die Arbeit
von Wissenschaftlerinnen angewiesen war. 1943/44
fotografierte Liselotte Purper mit Unterstützung der
Reichsfrauenführung verstärkt diese Berufsgruppe.
Inzwischen wurden junge Frauen dringend als
wissenschaftlicher Nachwuchs gesucht, selbst in Bereichen
wie Natur- und Ingenieurswissenschaften.
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