»Das neue Europa«

Immer wieder sah sich die NS-Frauenschaft mit dem Vorwurf konfrontiert, sie wolle die Frauen »politisieren« und gefährde durch Emanzipationsbestrebungen die Einheit der NSDAP. Besonders Großveranstaltungen und die Pflege internationaler Kontakte erinnerten an die »alte Frauenbewegung« und stießen auf Mißtrauen. Bezeichnend ist der Bericht über das Internationale Frauentreffen 1941 in Berlin, an dem vor allem Vertreterinnen aus den verbündeten und besetzten Ländern Europas teilnahmen: »Bisher hatten Frauenkongresse immer unter anglo-amerikanischer Führung stattgefunden, und soviel Gutes auf ihnen auch angestrebt und wie ernst auch gearbeitet worden sein mag - der angelsächsische Geist blieb bestimmend und damit eine liberalistische Weltanschauung und anspruchsvolle Rechtsforderungen. Das Frauentreffen in Berlin vom 7. - 12. Oktober 1941 mußte sich schon aus diesem Grunde von allen bisherigen unterscheiden. Auch der äußerliche Rahmen war absichtlich bescheidener und zugleich persönlicher gewählt«. Am Ende der Tagungen seien zwar keine Entschlüsse gefaßt und keine Erklärungen abgegeben worden, aber der »erste Weckruf an die Frauen des neuen Europas« sei erklungen.