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Raum 25 - Industrienation

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[Raum 25] [AEG-Turbinenfabrik] Von 1871 bis 1914 wuchs die deutsche Bevölkerung fast auf das Doppelte. Industriezentren und Großstädte begannen nun Deutschlands Bild zu prägen. In den modernen Industrien wie der Chemie-, Elektro- und Maschinenbaubranche wurde das Deutsche Reich zum Pionierland; Unternehmen wie Siemens oder AEG in der Elektrobranche, Krupp oder Thyssen in der Schwerindustrie, Bayer oder Hoechst in der Großchemie waren in vielen Ländern der Welt Symbole deutscher Wissenschaft und Industrie. Aber auch traditionelle Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Bergbau und Eisenindustrie wurden motorisiert und elektrifiziert. Die Naturwissenschaften rückten ins Zentrum der Forschung, vom Staat energisch unterstützt. Großbanken und Aktiengesellschaften mobilisierten die Wirtschaft. Riesige Konzerne und Kartelle entstanden. Deutschland trat unter dem Zeichen »Made in Germany« in die Weltkonkurrenz der großen Exportländer ein.


[AEG-Kleinmotorenfabrik] [AEG-Zählerfabrik] Im stürmisch wachsenden, von krassen sozialen Gegensätzen gezeichneten Berlin erhielt Deutschland zum ersten Mal in seiner Geschichte eine wirkliche Hauptstadt. Berlin lag im Zentrum eines ins ganze Reich ausstrahlenden Eisenbahnnetzes. Die Nähe zur politischen Macht begünstigte die industrielle Konzentration. Ausgezeichnete Ausbildungsstätten, von den kostenlosen Volksschulen bis zu einer der angesehensten Universitäten Europas, nicht zuletzt auch der kulturelle Glanz der Reichshauptstadt zogen die Unternehmer an. In wenigen Jahrzehnten holte Berlin, verspätete Metropole eines verspäteten Nationalstaats, den größten Teil des Vorsprungs auf, den Paris und London in Jahrhunderten gewonnen hatten.


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