logo2.gif (7788 Byte)

raum8head.jpg (2783 Byte)

RAUM 8 - DER DREISSIGJÄHRIGE KRIEG

 

  • Militärlager

  • Cornelis de Wael, (1592-1667) Umkreis

  • Mitte 17 Jh.

  • Öl/Leinwand; 77 x 97,3 cm

  • Inv.-Nr.: Gm 95/70

  • Vor einem Zelt im linken Bildvordergrund eines Militärlagers hält sich eine Gruppe vornehm gekleideter Männer auf. während das Pferd von einem Knecht gehalten wird, überreicht der abgesprungene Reiter einem sitzenden Offizier ein Schriftstück. Ihnen gegenüber gehen die Menschen auf dem Platz ihren verschiedenen Beschäftigungen nach: Eine Mutter stillt ihr Kind, Männer spielen Karten, stehen vor einem Bierausschank oder um eine Kochstelle, andere schlachten zwei Rinder.

    raum807.jpg (26957 Byte)

    Den Armeen der frühen Neuzeit folgte meist zu Fuß und in Sichtweite der sogenannte Troß. Die mit weitem Abstand größte Gruppe "ziviler" Personen waren Frauen und Kinder, deren Zahl für gewöhnlich nicht viel kleiner war als die der Kombattanten. Das Dasein der "Überlebensgefährtinnen" der Söldner war voller Mühsal und Gefahren. "Trosserinnen", deren Partner in Gefangenschaft gerieten oder fielen, wurden oft von der Not zum Kindsmord getrieben, endeten als Straßenbettlerinnen oder "Lagerhuren". Eine für die Verpflegung der Söldner unentbehrliche Gruppe von Gewerbetreibenden waren die "Sudler" mit ihren zahlreichen Garküchen und Schankwirtschaften, in denen auch getanzt und gespielt wurde. Viele der im Lager Handel treibenden Markentender betätigen sich auch als Metzger und mußten als eine Art Platzgebühr dem Regimentsprofos von jedem geschlachteten Stück Vieh die Zunge überlassen.

    zurück