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RAUM 17 - NAPOLEON UND EUROPA |
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Im Herbst 1814 trafen sich die Vertreter der europäischen Mächte in Wien, um nach Napoleons Niederlage über die territoriale Neuordnung Europas zu verhandeln. Diplomaten aus fast allen europäischen Ländern nahmen am Wiener Kongreß teil (Schlußakte vom 9. Juni 1815). |
In einem Sitzungsraum des Palais am Ballhausplatz haben sich 23 Kongreßteilnehmer wie
zum Gruppenporträt versammelt. Die Inschrift des Stiches und die Medaillen in dern
horizontalen Rahmenleisten weisen darauf hin, daß es sich um Delegationen der
Unterzeichnerstaaten des Zweiten Pariser Friedens handelt: Von links nach rechts sind die
Bildnisse und - und, auf dem Rückseiten der Medaille - Wappen der amtierenden Monarchen
von England, Österreich, Spanien, Frankreich, Portugal, Preußen, Rußland und Schweden
wiedergegeben, während die vertikalen Rahmen die Wappen der dargestellten Delegierten
zeigen.
Wahrheit, Klugheit, Weisheit, Wissenschaft und vor allem Gerechtigkeit, die allegorischen
Rahmenmotive, stehen als Motto über den Verhandlungen.
Der Pariser Hofkünstler Jean Baptiste Isabey war im Gefolge der französischen
Delgation nach Wien gereist und hatte dort Porträtzeichnungen der Krongreßteilnehmer
angefertigt.
Die ordensgeschmückten Sitzungsteilnehmer sind um einen runden Verhandlungstisch oder vor
dem Fenster und der offenstehenden Tür zum Nebenraum gruppiert. Mit einer eleganten Geste
weist der österreichische Staatskanzler Metternich auf den britischen Außenminister
Castlereagh, der leger seinen linken Arm über die Stuhllehne fallen läßt. In aufrechter
Haltung ihm gegenüber sitzt der preußische Staatskanzler Hardenberg, hinter dem der
englische Herzog von Wellington Blickkontakt zu seinem Landsmann sucht. Hinter dem
französischen Vertreter Talleyrand, der in selbstbewußter Haltung seinen rechten Arm auf
den Verhandlungstisch gelgegt hat und durchaus gleichberechtigt neben den Delegierten der
Siegermächte wirkt, steht als zweiter von rechts Wilhelm von Humboldt. Rasoumoffsky, der
Vertreter Zar Alexanders I., ist etwa in der Bildmitte, vor der linken unteren Ecke des
Gemäldes, zu erkennen.