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Der für seine Repräsentationsporträts bekannte Anton Einsle malte Kaiser Franz Joseph I. (1830 - 1916) in graublauer Marschallsuniform mit goldenen Kragenspiegeln und roten Aufschlägen an den Manschetten und am Mantelrevers. Oberhalb des Bruststerns zum Großkreuz des Militärischen Maria-Theresien-Ordens trägt der junge Monarch das Kreuz vierter Klasse des russischen St.-Georgs-Ordens am schwarz-orangefarbenen Band. Diese Auszeichnung hatte ihm Zar Nikolaus I. im Juli 1849 für sein mutiges Verhalten bei der Einnahme von Raab und im Gefecht von Komorn überreicht. Beide Aktionen waren Teil des Krieges gegen die Ungarische Freiheitsbewegung. Nur mit der Hilfe einer russischen Armee war es den Österreichern möglich, die Magyaren im August 1849 niederzuwerfen. Die anschließende Hinrichtung ungarischer Revolutionäre und sogar des ungarischen Ministerpräsidenten Graf Lajos Batthyány war Ausdruck der unversöhnlichen Politik des Monarchen. Die Aufhebung der von ihm selbst 1849 oktroyierten Verfassung markiert das endgültige Ende einer Revolution, deren Ausbruch Franz Joseph die Krone verdankte.
Zweimal hatte die kaiserliche Familie vor den Unruhen in der Haupt- und Residenzstadt fliehen müssen, bevor Fürst Windischgrätz am 31. Oktober 1848 das von den Revolutionären verteidigte Wien eroberte. Der Thronverzicht Kaiser Ferdinands I. zugunsten seines 18jährigen Neffen Franz Joseph war als außenpolitische Demonstration der Stärke und als Fanal einer restaurativen Politik unumgänglich geworden. Dieser Akt sollte als Manifestation eines klaren Bruchs rnit der Revolution gestaltet werden und "den Thron aus den Fesseln gegebener Zusagen befreien".