Alfred Krupp (1812-1887) baute die ererbte Firma zur Herstellung von
Gußstahl zum größten Stahlkonzern der Welt aus. Die Nutzung neuer Gußstahlverfahren
und Neuerungen in der Eisenbahntechnik (Radbandagen ohne Schweißnaht, die bruchsicherer
waren als verschweißte Räder) wurden zur Grundlage für sein Essener Imperium. Auf
Weltausstellungen präsentierte Krupp seine Gußstahlkanonen, die gefragte Waffen wurden.
Die preußische Armee begann 1859 mit dem Ankauf der den herkömmlichen Bronzekanonen
überlegenen Produkte. Der Aufstieg der Firma zur Waffenschmiede des Deutschen Reichs
hielt bis zum Zweiten Weltkrieg ungebrochen an. Krupp ließ für sich und seine Frau
Bertha die Essener "Villa Hügel" errichten, deren Funktionalität und
Modernität sein bürgerliches Selbstbewußtsein reflektierten. Einen Adelstitel lehnte er
mit den Worten ab, er sei lieber der Erste unter den Industriellen als der letzte Ritter.
Seine Hoffnung, durch seine paternalistische Betriebsführung der Sozialdemokratie Einhalt
gebieten zu können, erfüllte sich nicht.