Epochenführungen

Von Karl dem Großen bis zum Dreißigjährigen Krieg (800–1648)

Ausgehend von Karl dem Großen werden in dieser Führung die Herrschaft der Kaiser im Heiligen Römischen Reich und die mittelalterliche Ständegesellschaft thematisiert. Originale Ritterrüstungen und Waffen, Zeugnisse der Städtischen Selbstverwaltung sowie sakrale Gegenstände veranschaulichen die unterschiedlichen Lebenswelten der mittelalterlichen Stände Adel, Bürgertum und Klerus. Der Buchdruck, die Erkundung anderer Kontinente und die reformerischen Ideen Martin Luthers kennzeichnen den Beginn eines neuen Zeitalters. Konfessionelle und machtpolitische Auseinandersetzungen führen zum verheerenden Dreißigjährigen Krieg. Der Westfälische Frieden schwächt die Macht des Kaisers und stärkt die Position der deutschen Fürsten und den Einfluss der europäischen Herrscher auf das Reich.

Vom Absolutismus bis zur Aufklärung (1648–1789)

Prunkvolle Gemälde und kostbares Tafelgeschirr zeugen von Reichtum und Macht absolutistischer Herrscher in Europa nach dem Dreißigjährigen Krieg. Ihre wiederkehrenden Konflikte mit dem Osmanischen Reich greift die Führung anhand eines eindrucksvollen Großzeltes aus der Zeit der Belagerung Wiens im späten 17. Jahrhundert auf. In den folgenden Jahrzehnten steigt Preußen zu einer europäischen Großmacht auf, was durch die Errichtung des Berliner Zeughauses und den weiteren Ausbau Berlins zur Residenzstadt verdeutlicht wird. Rund um eine originale Uniform Friedrichs des Großen werden die weitere Expansion des preußischen Staates und die Inszenierung des königlichen Herrschaftsverständnisses auf der Grundlage der „preußischen Tugenden“ thematisiert. Die grundlegende Infragestellung absolutistischer Machtvorstellungen durch die Vertreter der Aufklärung führt zu epochalen Veränderungen.

Von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg (1789–1918)

Die Führung durch das „Lange 19. Jahrhundert“ beginnt mit der Französischen Revolution und der expansiven Politik Napoleons, die 1815 mit der Schlacht bei Waterloo ein Ende findet. Ein Hut Napoleons und weitere erhaltende Beutestücke aus diesen Kriegen zeugen von der langen Sammlungsgeschichte des Berliner Zeughauses. Die in der Folge des Wiener Kongresses nochmals zurückgedrängten Nationalbewegungen in Deutschland und Europa brechen sich Bahn in revolutionären Aufständen im Jahr 1848. Im Rahmen der Führung wird ein Blick auf die von der Nationalversammlung verabschiedete erste demokratische deutsche Verfassung geworfen. Die Reichseinigung wird jedoch erst 1871 unter preußischer Führung vollzogen. Alltagsgegenstände geben einen Eindruck davon, wie sich soziale Gegensätze in der Zeit des Kaiserreiches erneut verstärken. Die Führung schließt mit den Themen deutsche Kolonial- und Flottenpolitik sowie Erster Weltkrieg.

Von der Weimarer Republik bis zum NS-Regime (1918–1945)

Die Auseinandersetzungen um Deutschlands Rolle im Ersten Weltkrieg, die Niederlage und die Konsequenzen des Versailler Vertrages werfen einen Schatten auf den demokratischen Neuanfang der Weimarer Republik. Nach dem Krisenjahr 1923 stabilisiert sich die Situation. Eine Vielzahl von Objekten zeugt von der Liberalisierung der Gesellschaft und verändertem Freizeit- und Konsumverhalten der Bevölkerung in den „Goldenen Zwanziger Jahren“. Die Weltwirtschaftskrise und die politische Radikalisierung der deutschen Bevölkerung tragen zum Ende der Republik bei. 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Propagandamittel und Zeugnisse der frühen Verfolgung gesellschaftlicher Minderheiten verdeutlichen den Ausbau der Diktatur. Mit dem Überfall auf Polen und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges verschärft sich die nationalsozialistische Politik der Verfolgung und Vernichtung. Das Ende der Führung markiert us-amerikanisches Filmmaterial, das das Ausmaß der Zerstörung deutscher Städte im Sommer 1945 dokumentiert.

Vom geteilten Deutschland bis zur deutschen Einheit (1945–1994)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestimmen die Alliierten den politischen Neuanfang in Deutschland. Neben den Verhandlungen um eine einheitliche Deutschlandpolitik dokumentiert der erste Ausstellungsbereich die unterschiedlichen Lebenslagen der Bevölkerung in den vier Besatzungszonen. Der Konflikt zwischen den Westmächten und der Sowjetunion wird anhand der Einführung der D-Mark 1948 und der Luftbrücke deutlich. Ausgehend von einer DDR-Grenzsäule thematisiert die Führung den Beginn der deutschen Teilung. In den getrennten Ausstellungsbereichen zur Geschichte der DDR und der Bundesrepublik veranschaulicht die Führung anhand von Käfer und Trabi die unterschiedlichen Alltagswelten in West und Ost. Auf die zunehmende Ausreise und Flucht reagiert die Führung der DDR 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer, von der Originalsegmente in der Ausstellung zu sehen sind. Originaltransparente von Demonstrationen in Berlin zeugen von der friedlichen Revolution, die das Ende der DDR anbahnte. Mit der Wiedervereinigung schließt die Führung.