Martin Luther, Lucas Cranach, um 1529 © DHM

Martin Luther, Lucas Cranach, um 1529

Martin Luther, der Wittenberger Theologieprofessor, ist als Prediger gegen die Ablasspraxis der katholischen Kirche bekannt. Dieser sogenannte Ablasshandel hatte den Sündenerlass an den Kauf von Ablassbriefen gebunden. Dass Martin Luther in dem Zusammenhang tatsächlich 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen hat, wird aus Sicht heutiger Forschung als Mythos gesehen. Sicher ist jedoch, dass er die Thesen gegen die Missbräuche an den "päpstlichen Ablasskommissar" geschickt hat.

Zunächst waren die Thesen Luthers als Diskussionspapier unter Geistlichen gedacht. Luther rechnete fest damit, dass die Kirchenführer seine in der Bibel begründete Kritik ernsthaft diskutieren würden, was aber nicht der Fall war. Dennoch sorgten Freunde Luthers und geschäftstüchtige Verleger für die Verbreitung der Thesen im Druck: Luthers Kritik wurde ein in ganz Europa diskutiertes Ereignis.

Das Desinteresse und die spätere Ablehnung der Oberen der römisch-katholischen Kirche führten dazu, dass Luther die Amtskirche immer radikaler kritisierte.