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| Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen - Die Ständige Ausstellung des DHM im Zeughaus
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Deutsche Geschichte
in Bildern und Zeugnissen
Die Ständige Ausstellung des DHM im Zeughaus |
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Die Einrichtung einer Dauerausstellung, in der sich Besucher über die Epochen der
deutschen Geschichte in ihrem europäischen Zusammenhang informieren können,
sah die Gründungskonzeption als zentrale Aufgabe des Deutschen Historischen
Museums an. Mit der ständigen Ausstellung im Berliner Zeughaus, die seit Pfingsten
2006 für die Öffentlichkeit zugänglich ist, erfüllt das DHM den anspruchsvollen,
noch nie zuvor in diesem Umfang gestellten Bildungsauftrag. Mehr als 8 000 historische
Exponate berichten von Menschen, Ereignissen, Ideen und Abläufen während
rund 2 000 Jahren deutscher Vergangenheit, vom 1. Jahrhundert vor Christus bis in
die Gegenwart.
In der Konzeption für die Arbeit des Deutschen Historischen Museums, die im
Gründungsjahr 1987 von einer Kommission aus 14 namhaften deutschen Wissenschaftlern
vorgelegt wurde, lauten zentrale Aussagen zur Zielsetzung der Institution
wie folgt:
Das Museum soll Ort der Besinnung und der Erkenntnis durch historische
Erinnerung sein. Es soll informieren, die Besucher darüber hinaus
zu Fragen an die Geschichte anregen und Antworten auf ihre Fragen
anbieten. Es soll zur kritischen Auseinandersetzung anregen, aber auch
Verstehen ermöglichen und Identifikationsmöglichkeiten bieten. [...]
Das Museum soll mit den ihm eigenen Mitteln den Wissens- und Erfahrungsbestand
der Besucher bereichern, ihre historische Vorstellungskraft
anregen und ihnen selbständige Urteile erleichtern.
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Die Ständige Ausstellung kommt diesem Auftrag mit Hilfe einer detailliert geplanten
Zusammenstellung von rund 8 000 aussagekräftigen, originalen Objekten aus
nahezu allen Bereichen der menschlichen Lebenswelt in Vergangenheit und
Gegenwart nach. Als historische Zeugnisse geben diese Exponate dem Betrachter
Kunde von vergangenen Dingen, und als historische Zeugnisse werden sie in der
Ausstellung nach ihrem jeweiligen Informationsgehalt zur deutschen Geschichte
befragt. Im Ergebnis werden anschauliche und den historischen Realitäten möglichst
eng verpflichtete Schilderungen zu den spezifischen Ereignissen und Lebensumständen
jeder Epoche entwickelt. Der Fokus der Befragung wechselt in Abhängigkeit
von den prägenden politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen
einer jeden Zeit. Durch die Vorgehensweise entsteht ganz bewusst keine lineare
oder zielgerichtete Darstellung historischer Prozesse, wie sie in vielen Nationalmuseen
des 19. und 20. Jahrhunderts dargeboten wurde, sondern eine epochenspezifisch
differenzierte, historisch-kritische Nachzeichnung der vielfältigen
Verläufe, der Kontinuitäten, aber auch der Brüche und Fehlentwicklungen der
deutschen Geschichte. Die erweiterte Perspektive nimmt immer auch Europa in
den Blick, so dass die deutsche Geschichte durchgängig in ihrem europäischen
Kontext dargestellt werden kann. Auf diesem Wege wird Besuchern aus dem In- und
Ausland die Möglichkeit eröffnet, Informationen zu allen wesentlichen Aspekten
der wechselvollen Geschichte der Deutschen zu gewinnen, die als Basis für eine
eigenständige Urteilsfindung und Auseinandersetzung dienen können.
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Bei allen historisch bedingten Unterschieden im Detail geben die Darstellungen
der ständigen Ausstellung auch Auskünfte zu einem konzeptionell klar definierten Kreis
von Grundkonditionen der politischen, kulturellen und gesellschaftlichen
Existenz im deutschsprachigen Raum durch die Jahrhunderte. Um die
Besucher für diese Themenfelder zu sensibilisieren, werden von Beginn an acht
mit der Sachverständigenkommission erarbeitete Leitfragen herausgestellt, die als
Hilfsmittel zur Erschließung der Fülle des Exponat- und Informationsangebotes
dienen sollen:
- Deutschland – Wo liegt es?
- Die Deutschen – Was hielt sie zusammen?
- Wer herrschte, wer gehorchte, wer leistete Widerstand?
- Woran glaubten die Menschen, wie deuteten sie die Welt?
- Wovon lebten die Leute?
- Wer mit wem gegen wen? Konflikt und Kooperation in der Gesellschaft
- Was führt zum Krieg, wie macht man Frieden?
- Wie verstehen die Deutschen sich selbst?
Diese Fragen werden durch die Ausstellung nicht explizit beantwortet. Vielmehr
wird es dem Besucher selbst überlassen, anhand der Darstellungen zu eigenen
Antworten und Interpretationen der Zusammenhänge zu gelangen.
Die Geschichtsvermittlung
erfolgt also absichtsvoll nicht in belehrender Form und mit dem
Anspruch auf absolute Wahrheiten, sondern als Anleitung zur eigenen Auseinandersetzung
mit der Vergangenheit im Hinblick auf die Fragestellungen unserer Zeit.
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