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ADVENTURE IN SARDINIA°

Produktion / Produced by : Produced for ECA U.K. by Associated British Pathe, Ltd, London
Regie / Directed by : Peter Baylis
Land/Jahr / Country/Year : Italien 1950
Länge / Length : 20min
Sprache / Language : English
Format:
35mm, 1,37, mono

Synopsis: Zu den Vorführungen von Marshall Plan Filmen auf der Berlinale schrieb Sabina Lietzmann in der FAZ: „Hier vor allem fesselte ein Streifen vom Kampf gegen die Malaria auf Sardinien, der in geschickt gebauter Story den Prozeß der DDT-Aktionen vom strategischen Hauptquartier bis hinunter in die kleinsten Gebirgspfützen zeigt.“ (26.6.1951) Es geht um den Kampf der Wissenschaft gegen die Natur. Sardinien, von Malaria heimgesucht, gilt als ein Schlachtfeld, auf dem die Probe aufs Exempel gemacht wird. Die 32.000 Helfer, trainiert, um an allen Orten, die möglicherweise von Moskitos verseucht sind, entsprechend einzugreifen – sie gelten als „an army“, sind „mosquito fighters“, ziehen in die Schlacht.
Die Aufgabe ist gigantisch. Der Beginn des Films schwelgt in den Bildern des Archaischen, zeigt ein Sardinien, das weitgehend dem Alten verhaftet ist. Mit den entsprechenden Folgen: „Today in Sardinia if you want to live you got to fight“.
Adventure in Sardinia ist aber auch deswegen ein großartiger Film, weil er seine Mittel beherrscht. Beeindruckende Mikroaufnahmen zeigen Eier, Larven, Puppen und schließlich schlüpfenden Mücken, dann sogar ein gerade sein menschliches Opfer blutsaugend traktierendes Insekt. Wie im wissenschaftlichen Film wird die Spezies präsentiert. Doch diese Spezies ist der Feind, der eine ganze Insel lahm legt. So wird die Malaria zur Metapher für einen Zustand des Stillstands, der Hinnahme des Gegebenen, den Mangel an Initiative. Krankheit ist Stillstand, oder genauer vielleicht im Sinne des Films: Stillstand ist eine Krankheit. Die Initiative, dies alles zu verändern, kommt von Außen. Spezialisten der Rockefeller-Foundation schlagen ihr Hauptquartier in Cagliari auf, das Equipment kommt per Schiff – Jeeps, Lastwagen, Tonnen von DDT. Die Rekrutierung beginnt, begleitet von einer Informationskampagne bis in die letzten Dörfer. Der Hauptteil des Films zeigt die Trupps, wie sie gegen die Moskitos vorrücken. Kein Haus, kein Raum, der nicht mittels Fliegenspritze und DDT mückenfrei gemacht würde. Die ganze Landschaft wird zum „battleground“, kleinste Gewässer und Pfützen ebenso wie mit Flugzeugen besprühte Sumpfgebiete, Höhlen wie Berggipfel erstürmen die Insektenbekämpfungs-Trupps. Als all das noch zu wenig ist, beginnt mit der Trockenlegung der Sümpfe eine neue Phase, alle möglichen Brutstätten sollen verschwinden. Schließlich ist der Kampf gewonnen – und der nächste kann beginnen. Ein lang geplanter Damm, endlich wird er vollendet, neue Projekte können in Angriff genommen werden. Die italienischen Filme für den Marshall Plan konfrontieren oft in ganz ähnlicher Weise das unbewegliche, in Tradition, Gewohnheit, Trägheit befangene Alte und das energiegeladene, zukunftsoffene, vorandrängende Neue. Es sind Storys, die vom alten Europa in das neue Europa führen. Adventures in Sardinia aber ist so mitreißend, weil er mit den Mücken einen perfekten Feind hat. So gelang Peter Baylis ein Klassiker des Marshall Plan Films. © Rainer Rother

Description: Depicts the difficulties encountered in ridding the island of Sardinia of the malaria-causing mosquito. Starting in 1946, an international team backed by the Rockefeller Foundation and UNRRA, with funds supplied by the Italian government, set out to spray repeatedly every swamp, stream and structure on the island with DDT. The people of Sardinia, whose health and initiative had been sapped by malaria since time immemorial, soon discover new energy to build a better life. Marshall Plan Filmography © 2002 Linda R. Christenson