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LIVING STREAM, THE°

Produktion / Produced by : Arne Sucksdorff, Svenskfilm, Stockholm, for ECA Denmark, Norway and Sweden
Regie / Directed by :
Arne Sucksdorff
Land/
Jahr / Country/Year : 1950
Länge / Length :
24min
Sprache / Language : English
F
ormat: 16mm, 1,37, mono, b/w

Synopsis: Sucksdorffs Film gehört sicher zu den ambitioniertesten und artifiziell ausgereiftesten, die für den Marshall Plan gemacht wurden. Sein Thema ist die Zusammenarbeit der skandinavischen Länder, ihre Verflechtung mit dem internationalen Verkehr, seine Mittel poetisch, seine Erzählweise fließend. Schon der Titel des Film ist eine Metapher, der lebendige Strom ist der lebendige Austausch, die Vernetzung der Nationen, ihr Austausch und ihre Abhängigkeit synonym für Freiheit und Frieden.
Der Film konstruiert einen Tag, der in Dänemark für den Bauern Jens Nielsen, in Schweden für den Jungen Larsson, in Norwegen für Larsen, Kapitän eines Handelsschiffs erwacht. Bilder von Bächen, Flüssen vermitteln immer wieder die Übergänge, in einer schönen Montage vereint und von einer Musik begleitet, die an einer Stelle dynamisierend wie von Bernard Herrman klingt. Die Tonspur ist generell sehr sorgfältig bearbeitet, die Musik schmiegt sich den Bildfolgen und Themenwechseln an, die Geräusche dominiert dann in Szenen wie in der Turbinenhalle, wo sie den Lärm der Maschinen als Rhythmus präsentiert. Ein Tusch setzt dem ein Ende, Ruhe herrscht beim Blick auf die Überlandleitungen.
Mit seinen Mitteln, die auf Übergänge zielen, die sich wie im Spielfilm durch die Blickrichtungen legitimieren und sogar wie im Schuss/Gegenschuss Bewegungsrichtungen fortsetzen, gewinnt der Film insgesamt etwas Fließendes. Selbst „subjektive“ Einstellungen fehlen nicht – die Übelkeit, die einen Jungen nach dem Rauchen einer Zigarette ergreift, gibt Sucksdorff durch plötzliche Unschärfe im Gegenschuss wieder.
Zwischen die Tagesabläufe seiner drei Hauptfiguren, die er bei ihrem Tagwerk beobachtet, schaltet Sucksdorf immer wieder Passagen ein, die in Montagen schwelgen. Für den Fortgang der Erzählung sind sie disfunktional – etwas, das bei Marshall Plan Filmen selten beobachtet werden kann. Vor allem das Wasser wird zum eigentlichen Gegenstand des Films, allerdings in einer symbolischen Bedeutung. Das Fließen der Erzählung findet hier seine Überhöhung.
Eine der Passagen allerdings hat einen sehr deutlichen Sinn jenseits der Metaphorik. Die Folge der Flaggen, die über den Schiffen im Hafen flattern, ist ein eindringlicher – symbolischer – Hinweis auf die erreichte Internationalität des Warenverkehrs. © Rainer Rother

Description: Respected Swedish documentarist Arne Sucksdorff demonstrates the interdependence of the Scandinavian nations by tracing the exchange of goods and services produced by a Danish farmer, a Swedish shipyard welder and a Norwegian sailor. But Scandinavians are also part of the living stream of Europe and the world, as witness the arrival of needed oil, ship’s plates and farm tractors under Marshall Plan aid. The themes—to help others is to help oneself, and peace depends on economic security—yield place to the visual poetry of Sucksdorff’s camera work. Marshall Plan Filmography © 2002 Linda R. Christenson