Film

Die Eltern

Aus dem Fernseharchiv

Mittwoch, 24. Mai 2017, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Die Eltern

BRD 1974, R: Hans W. Geißendörfer, B: Hans W. Geißendörfer, Klaus Baedekerl, Bernd Eichinger, K: Robby Müller, M: Eugen Thomass, D: Anne Bennent, Heinz Bennent, Barbara Rütting, Henri Serre, Heinz Schubert, Diane Bennent, David Bennent, Hans Elwenspoek, 96’ · DigiBeta

SO 21.05. um 18 Uhr + MI 24.05. um 20 Uhr · Einführung: Jan Gympel

Auch Geißendörfers überübernächste Arbeit war ein Fernsehfilm: Mit Die Eltern, an dessen Drehbuch der damals noch unbekannte Bernd Eichinger mitgewirkt hatte, setzte er sich ein weiteres Mal mit dem Genrekino auseinander. In der offenkundig von Henry James’ „The Turn of the Screw“ inspirierten Geschichte wird ein kleines Mädchen von seiner reichen Großmutter zur Alleinerbin ausersehen. Den bald folgenden Unfalltod seiner Eltern will das Kind nicht akzeptieren, zumal ihm diese immer wieder erscheinen. Oder versuchen nur die habgierigen Pflegeeltern, das Mädchen verrückt zu machen? Die Kritik lobte einmütig, teils begeistert, die Leistung der damals zehnjährigen Hauptdarstellerin Anne Bennent, für die Geißendörfer den Film konzipiert hatte und die damit den Grundstein für ihre Karriere legte. So schrieb Rainer Fabian in der Welt vom 24.1.1974 „eine notwendige Liebeserklärung: Sie gilt einem zehnjährigen Mädchen, das mit einem Schlag den Oscar verdient hätte“. Neben Anne Bennent spielten in Die Eltern auch ihr Vater Heinz, ihre Mutter Diane und ihr Bruder David.

Über die Qualität des Films gingen die Meinungen weit auseinander. Wolfgang Paul resümierte im Tagesspiegel vom 24.1.1974: „Anne Bennent, das Kind, war gut, aber der Film zum Verzweifeln.“ Dagegen fand der bereits erwähnte Rainer Fabian die Story schwach, meinte aber: „Geissendörfers Gestaltungswillen vermag selbst die Geschichte, schwankend zwischen Psychoanalyse, Horror, Seelendrama, Märchen und Kriminalfilm in solch poetischen Szenenfolgen zu verklären, daß auch dieser Einwand verstummt. Mir fällt kein anderer Vergleich ein: Ein deutscher Hitchcock hat sich vorgestellt.“ Voll des Lobes war die BZ vom 23.1.1974: „Regisseur und Autor Hans W. Geißendörfer wollte mit seinem Streifen ‚Die Eltern’ ein psychologisches Horrorspiel in Szene setzen. Ihm ist das in einzigartiger Weise geglückt – er bescherte dem Zuschauer einen großen Fernsehabend. Es hat Vergleichbares auf dem Bildschirm selten gegeben. Man sah vor allem aber noch nie eine Kinderdarstellerin die – wie Anne Bennent – so perfekt eine schauspielerische Aufgabe erfüllt hat.“ (gym)

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