Film

Berlin Mitte

Aus dem Fernseharchiv

Mittwoch, 06. September 2017, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Berlin Mitte

BRD 1980, R: Peter Beauvais, B: Peter Stripp, K: Ingo Hamer, D: Ute Christensen, Kristina van Eyck, Rüdiger Kirschstein, Rita Leska, Ludwig Kaschke, Peter Seum, Peter Kock, Hans Putz jr., 103’ · File

SO 03.09. um 20.30 Uhr + MI 06.09. um 20 Uhr· Einführung: Jan Gympel

Im Sommer 1979, sechs Jahre nach Sechs Wochen im Leben der Brüder G., drehte Peter Beauvais wieder in West-Berlin, wie schon 1973 bei Im Reservat und noch einigen weiteren Filmen nach einem Drehbuch des Berliners Peter Stripp (1935-2013): Berlin Mitte ist die Geschichte einer jungen Ost-Berlinerin, die sich – wie damals üblich – nicht etwa mit Opposition zur DDR, sondern mit dem Versuch konstruktiver Kritik und dem Beharren auf den ihr beigebrachten ethischen Grundsätzen unbeliebt gemacht hat. Zur Ausreise gedrängt, findet sich die Studentin bei ihren gleichaltrigen Bekannten im Westteil der Stadt in links-alternativen Kreisen wieder, erlebt die dortigen ideologischen Auseinandersetzungen und verschiedene Varianten des behaglichen Lebens in jenem Kapitalismus, den man zugleich schmäht. Moralisch fest, gelingt es ihr, einen eigenen Weg in dem fremden System zu finden.

Mit Ute Christensen spielte die Hauptrolle eine junge Frau, die wenige Jahre zuvor, allerdings auf ungleich dramatischere Weise, selbst vom Osten in den Westen Deutschlands gekommen war. Vielleicht gerade weil der Film aus heutiger Sicht ein interessantes Bild der jungen West-Berliner Linksintellektuellenszene jener Jahre liefert, stieß er damals auf nicht viel Gegenliebe: Während die einen Kritiker fanden, hier würden der Westen, seine negativen Seiten und insbesondere seine Gefahren für junge Frauen klischeehaft und übertrieben gezeichnet, bescheinigte Die Wahrheit, Tageszeitung des West-Berliner SED-Ablegers SEW, Berlin Mitte Antikommunismus, und zwar besonders subtiler Art. Immerhin bezeichnete Wolfgang Paul im Tagesspiegel vom 18.1.1980 den Film als Fernsehspiel, „das nicht nur gut unterhielt, sondern auch einem breiteren Publikum in Ost und West einiges von dem bot, was in der Stadt politisch, moralisch und ideologisch geschieht. (...) Gespielt wird das unter der Regie von Peter Beauvais in dialogsicheren Szenen, deren Wirklichkeitsnähe beinahe verblüfft.“ (gym)

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