Film

Le genou d‘Artemide / Itinéraire de Jean Bricard / Le Streghe – Femmes entre elles

Sagen Sie's den Steinen. Die Filme von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

Freitag, 03. November 2017, 20.30 Uhr

Zeughauskino

Le genou d‘Artemide / Das Knie der Artemide

I 2008, R/B: Jean-Marie Straub, nach La Belva von Cesare Pavese, K: Renato Berta, T: Jean-Pierre Duret, S: Nicole Lubtchansky, M: Gustav Mahler, Heinrich Schütz, D: Dario Marconcini, Andrea Bacci, 26’ · 35mm, OmU

Itinéraire de Jean Bricard / Weg von Jean Bricard

F 2008, R/B: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub, nach Jean-Yves- Petiteau, K: Irina Lubtchansky, William Lubtchansky, T: Jean-Paul Toraille, Dimitri Haulet, S: Nicole Lubtchansky, 40’ · 35mm, OmU

Le Streghe – Femmes entre elles / Die Hexen – Frauen unter sich

F/I 2009, R/B: Jean-Marie Straub, nach Cesare Pavese, K: Renato Berta, T: Jean-Pierre Duret, S: Catherine Quesemand, D: Giovanna Daddi, Giovanna Giuliani, 26’ ·  35mm, OmU

FR 03.11. um 20.30 Uhr · Einführung: Michael Girke · Zu Gast: Giovanna Daddi und Dario Marconcini (Teatro Comunale di Buti)

Le genou d‘Artemide: Diesmal ein einzelner Dialog aus Paveses Dialoghi con Leucò. Die Arbeit am Text war noch mit Huillet begonnen worden. Straub hat ihn, nach ihrem Tod im Oktober 2006, dann alleine realisiert.

Der Jäger Endymion, irdischer Abkömmling des Zeus, spricht mit einem Fremden: Artemide, die kühle und keusche Jagdgöttin, der ein Mann auch mit bloßen Blicken nicht nahekommen darf, habe ihn in ihrem Bann. Liebe, namenlos, unaussprechlich, und nur im Traum, nachts, in den Waldlichtungen auf dem Berg Latmos dürfe er sie sehen und hören. Doch er gebe nur vor zu schlafen, „immer, alle Nächte“, daher seine verrückten Augen, und sie sage, er dürfe nie mehr erwachen.

Itinéraire de Jean Bricard beginnt mit einer langen Fahrt auf einem Fluss, parallel zum Ufer, mit der Strömung, der Bordmotor ist laut. Es ist Winter, auf dem Wasser treibt Schnee, der manchmal nach Schaum von Abwasser aussieht.

Sprechen ist ein physischer Akt, eine Verkörperung: Jean Bricard, dessen Stimme dann aus dem Off zu hören ist, hat sein Leben hier an der Loire verbracht, die Insel Coton war Refugium seiner Jugend, später führte sein Unternehmen Erd- und Wasserbauarbeiten durch. Während des Krieges war der Fluss für drei Wochen die Grenze zwischen den Deutschen und den Amerikanern.

Der Soziologe Jean-Yves Petiteau hat die Tonaufnahme dieser Erzählung von Jean Bricard 1994 gemacht. Sein Forschungsdispositiv: Ein itinéraire ist ein mit dem Gesprächspartner unternommener (Spazier-)Gang an für seine Biografie bedeutenden Orten, ohne vorherige Festlegungen.

Der Film ist Peter Nestler gewidmet.

Le Streghe – Femmes entre elles: Noch einmal aus Paveses Dialoghi con Leucò. Kirke vertraut Leukothea an, „was für ein Sterblicher, was für ein Mann Odysseus war. Allmählich wird deutlich, wenn auch vielleicht nicht ihr selbst, dass sie verliebt ist in ihn, so wie eine Heldin bei Hawks, die nie das Gefühl brauchte, auch nicht um eines schwächeren Mannes willen, sondern nur um des Spaßes willen. Unsterblich sein kann langweilig werden. […] Der Tonfall ist ganz Renoir: Kirke, wie jede Figur bei Renoir, lacht während sie ihr Schicksal lebt. Die Liebe wird vergehen, wie schon für Odysseus. Sterbliche gehen in ihrem Leben einen Weg. Aber es braucht eine(n) Unsterbliche(n), zu zeigen, wie flüchtig die Zeit ist.“ (David Phelps) (mn)

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