Nationalliberalen Partei
scheiterte allerdings.
Inhaltlich positionierte sich die DSP vor allem gegen die linksliberalen
Parteien und die Sozialdemokraten. Mit antikapitalistischen,
antiliberalen und antisemitischen Äußerungen versuchte
die DSP nicht nur den Mittelstand anzusprechen, sondern vor allem
auch die Arbeiterschaft. Neben sozialreformerischen Forderungen
wurde im Parteiprogramm von 1905 insbesondere der Kampf gegen
das "stammfremde jüdische Volk" ausgerufen. Solche
völkisch-rassistischen Parolen ergänzten die expansionistischen
und wehrpolitischen Forderungen der DSP, die mit 5.000 bis 10.000
Mitgliedern allerdings nur eine Splitterpartei im Kaiserreich
blieb.
Für die Reichstagswahl am 25. Januar 1907 beteiligte
sich die DSP an dem von Reichskanzler Bernhard von Bülow
inszenierten "nationalen" Wahlkampf gegen Sozialdemokraten
und Zentrum. Beide Parteien hatten im Dezember 1906 den
Nachtragshaushalt der Regierung abgelehnt, mit dem die Kosten
für die Niederschlagung des Aufstandes der Herero
und der Nama in Deutsch-Südwestafrika gedeckt
werden sollten. Der Reichstag wurde aufgelöst. Im Gegensatz
zur DRP konnten die Deutschsozialen bei den folgenden Wahlen deutlich
zulegen: Sie steigerten sich von drei auf neun Mandate.
Nach dem Tod Liebermann von Sonnenbergs 1911 entwickelte sich
die DSP immer mehr zu einer radikal-antisemitischen Gruppierung,
wodurch ihre öffentliche Zustimmungsfähigkeit deutlich
schwand. Bei der Reichstagswahl am 12. Januar 1912 konnte
die DSP nur ein Mandat erreichen. Einen Ausweg aus der organisatorische
Krise, in der die gesamte politische antisemitische Bewegung am
Vorabend des Ersten Weltkriegs stand, führte im März
1914 zum Zusammenschluss der Deutschsozialen Partei mit der Deutschen
Reformpartei zur Deutschvölkischen Partei.
(jl)