1871-1914![]()
|
|
MathildenhöheDer Begriff der Darmstädter Künstlerkolonie bezeichnet eine Künstlergruppe und -siedlung, die mit der Berufung des Entwerfers Hans Christiansen (1866-1945), auf der Mathildenhöhe in Darmstadt entstand. Ihre Gründung geht auf die Initiative des hessischen Großherzogs Ernst Ludwig zurück, der auch aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen Kenntnis von der englischen Reformbewegung hatte. Die zugrundeliegende Absicht war, Handwerk und kunstgewerbliche Industrie des Großherzogtums gestalterisch zu fördern und national und international konkurrenzfähig zu machen; besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Architektur und die Innendekoration gelegt. Nach Alexander Koch, der einigen Einfluß auf die Aufnahme und Durchsetzung kunstreformerischer Gedanken hatte, sollte eine Verbindung zwischen "Kunst und Leben, Künstler und Volk" entstehen. Für die von der Kolonie veranstalteten Ausstellungen entstanden ganzheitlich gestaltete und eingerichtete Wohnhäuser der Künstler. Die Ausstellungen waren ökonomisch nicht erfolgreich und die Künstlerpersönlichkeiten zu unterschiedlich, so daß einige Künstler bereits 1902/03 die Kolonie verließen und neue hinzukamen. Doch seit dem Tod Joseph Olbrichs (1867-1908) verlor die Darmstädter Künstlerkolonie an überregionaler Bedeutung. (ka)
|