• Gemälde: Die schlesischen Weber

Die schlesischen Weber

Maler: Carl Wilhelm Hübner (1814-1879)
Düsseldorf, 1846
Öl auf Leinwand
39,2 x 52 cm
Inv.-Nr.: Kg 90/8

Veränderungen der Produktionsweisen und des Marktes sprengten das Gefüge der Gesellschaft. Ausländische Waren und Maschinen untergruben die handwerklichen Strukturen und die Einnahmequellen der im Textilgewerbe Tätigen. Am härtesten betroffen vom Wettbewerb mit maschinell hergestellten Produkten waren die Beschäftigen in der Textilindustrie, allen voran die Weber. Trotz einer Steigerung der Arbeitszeit auf bis zu 16 Stunden am Tag und der Mithilfe geringbezahlter Frauen und Kinder lebten die Weberfamilien in wachsender Armut. Missernten von Getreide und Kartoffeln in den 1840er Jahren ließen die Lebensmittelpreise explodieren. Es kam zu Hungerrevolten und vom 4. bis 6. Juni 1844 in Peterswaldau zur Revolte der Weber. Sie zerstörten die Maschinen der Konkurrenz und plünderten die Villen der Fabrikanten. Unter Einsatz von Militär ließ die preußische Regierung den Aufstand niederschlagen. Von Schlesien bis ins Rheinland wurde die Niederwerfung des Weberaufstandes in den Zeitungen kontrovers diskutiert. Die blanke Not der Weber hatte der Ordnungsmacht das Potential eines Aufstandes vor Augen geführt. Noch fünfzig Jahre später war das Thema von so großer Brisanz, dass die Aufführung von Gerhard Hauptmanns Drama "Die Weber" 1893 vom Berliner Polizeipräsidenten verboten wurde. Der in Düsseldorf lebende Maler Carl Wilhelm Hübner griff die aktuellen Berichte 1844 als Thema für ein großformatiges Gemälde auf. Unser Bild entstand als Zweitfassung zwei Jahre später.

Dieses Objekt ist eingebunden in folgende LeMO-Seiten:

Chronik 1844
Malerei
Der schlesische Weberaufstand 1844
Alltagsleben

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