August Horch 1868-1951

Ingenieur, Industrieller

  • 1868

    12. Oktober: August Horch wird als Sohn des Schmiedes und Winzers Karl Horch und dessen Ehefrau Helene (geb. Michel) in Winningen an der Mosel (Kr. Mayen-Koblenz) geboren.

  • 1874-1881

    Besuch der Volksschule.

  • 1884-1887

    Nach erfolgreich bestandener Gesellenprüfung als Schmied ist er auf Wanderschaft. Horch arbeitet in Deutschland, Österreich-Ungarn, Serbien und Bulgarien.

  • 1888-1890

    Er absolviert die Ausbildung zum Ingenieur für Maschinen- und Motorenbau am Technikum in Mittweida (Sachsen).

  • 1890/91

    Tätigkeit auf einer Rostocker Werft im Konstruktionsbüro für Schiffsmaschinenbau.

  • 1892-1896

    In Leipzig beteiligt sich Horch an der Entwicklung eines Verbrennungsmotors für ein Torpedoschiff.

  • 1896

    Oktober: Er wird von Carl Benz (1944-1904) zum Betriebsleiter des Motorenwagenbaus der Firma Benz & Co in Mannheim ernannt.

  • 1897

    September: Heirat mit Anna Schulz in Leipzig.

  • 1899

    November: Mit einem Kapital von 30.000 Mark gründet Horch gemeinsam mit einem Teilhaber in Köln-Ehrenfeld die Firma "August Horch & Cie.". Neben der Reparatur von Automobilen widmet er sich vor allem der Konstruktion von Personenkraftwagen.

  • 1901

    Januar: Er unternimmt die erste Ausfahrt mit einem von ihm entworfenen Automobil, wobei dessen Höchstgeschwindigkeit von 32 km/h noch nicht erreicht wird. Der viersitzige Oberbau besitzt - wie damals üblich - keine Türen, die Beleuchtung findet durch Kerzenlaternen statt. Erstmals wird hier das Prinzip der Reibungskupplung umgesetzt. Die Motorkraft wird durch eine Kardanwelle übertragen.

  • 1902

    Wirtschaftliche Schwierigkeiten zwingen Horch zur Verlagerung seines Betriebs nach Reichenbach/Vogtland und zur Zusammenarbeit mit neuen Firmenteilhabern.

  • 1903

    Ihm gelingt der Bau eines Automobils mit einem vierzylindrigen Motor.

  • 1904

    März: Horch präsentiert seine Automobile auf der Frankfurter Messe.
    Er wandelt seine Firma in eine Aktiengesellschaft um, die Horch AG. Neuer Firmensitz wird Zwickau (Sachsen).

  • 1906

    Horch nimmt an der Herkomer-Fahrt, einer "Autozuverlässigkeitsfahrt" für normale Tourenwagen, teil und erreicht das Ziel.

  • 1907

    Er konstruiert und baut sein erstes sechszylindriges Automobil.
    Die Angestellten der Horch AG treten für einen Monat in den Streik, um höhere Löhne zu erzielen. Der Ausstand endet ergebnislos.

  • 1908

    Horch meldet seine Konstruktion zur Teilnahme an der Prinz-Heinrich-Fahrt. Er steuert den Wagen in der Touren-, in der Berg- sowie in der Geschwindigkeitsprüfung und gelangt unter die ersten zehn.

  • 1909

    Wegen Streitigkeiten mit seinen Teilhabern und wegen finanzieller Probleme scheidet Horch aus der Firma aus, die unter dem bisherigen Namen bestehen bleibt.
    Er verliert den Prozeß um die Namensrechte an der Automobilmarke.
    Horch gründet in Zwickau eine neue Automobilfirma. Er nennt die Marke nach der lateinischen Entsprechung seines Namens "Audi".

  • 1914

    Teilnahme mit vier Audi-Wagen an der Alpen-Fahrt. Als einzige Firma erhält Horch auf dieser anspruchsvollen Fahrt mit Maximalsteigungen von bis zu 20 Prozent den Teampreis.

  • 1914-1918

    Im Ersten Weltkrieg liefert Horch Automobile an die Heeresverwaltung. Er beteiligt sich an der Konstruktion schwerer Panzerwagen.

  • 1917

    Der Verein Deutscher Motorfahrzeugindustrieller wählt Horch in den Vorstand.

  • 1920

    Horch legt seinen Posten als Vorstandsmitglied der Audi-Werke nieder und wird in den Aufsichtsrat gewählt.

  • 1921-1924

    In Berlin leitet er im Reichsverkehrsministerium den Ausschuß "Außenhandelsstelle für Fahrzeuge", der die Ein- und Ausfuhr von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen überwacht.

  • 1922

    Ihm wird die Würde des "Dr. Ing. h. c." von der Technischen Hochschule in Braunschweig verliehen.

  • 1923

    Horch führt die Linkssteuerung ein, die später fast weltweit übernommen wird.

  • ab 1925

    Er begutachtet in der Hauptsache Unfallschäden und ist als Berater für Automobilfabriken tätig.

  • 1928

    März: Horch adoptiert mit seiner Frau zwei Kinder, die bereits seit 1918 bei ihnen leben.

  • 1929-1934

    Er scheitert bei mehreren Versuchen, eine Hühnerfarm lukrativ zu betreiben.

  • 1931

    Finanzielle Probleme zwingen Horch zum Verkauf seines Berliner Wohnhauses.

  • 1932

    Wegen der Weltwirtschaftskrise fusionieren die Audi-Werke AG, die Horch-Werke AG, die Zschopauer Motorenwerke und die Automobilabteilung der Wanderer-Werke zur "Auto-Union Sächsischer Motorfahrzeugfabriken".
    Als Logo wählt der Vorstand vier nebeneinander angeordnete Ringe, die sich überschneiden.
    Horch wird zum Präsidenten des Reichsverbands der Sachverständigen berufen.

  • 1933

    Mai: Die "Auto-Union" wählt Horch in den Aufsichtsrat.

  • 1934

    Hans Stuck (1900-1978) stellt mit dem Rennwagen der Auto-Union drei neue Weltrekorde auf.

  • 1936

    Der wegen seiner Erfolge zum Nationalhelden stilisierte Rennfahrer Bernd Rosemeyer (1909-1938) bestreitet mehrere Rennen erfolgreich mit den Wagen der Auto-Union.

  • 1937

    Horch publiziert seine Autobiographie "Ich baute Autos".

  • 1939

    Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs erhält Horch die Ernennung zum Ehrenbürger Zwickaus.

  • 1946

    Tod seiner Ehefrau.

  • 1948

    Heirat mit Else Kolmar (geb. Moll).

  • 1949

    Horchs Geburtsstadt Winningen ernennt ihn zum Ehrenbürger.

  • 1951

    3. Februar: August Horch stirbt in Münchberg (Oberfranken).

(se)
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