Christian Morgenstern 1871-1914

Dichter, Übersetzer

  • 1871
    6. Mai: Christian Morgenstern wird als Sohn des Landschaftsmalers Carl Morgenstern und dessen Frau Charlotte (geb. Schertel) in München geboren.
  • 1892/93
    Jurastudium an der Breslauer Universität, das er bald abbricht.
    Während dieser Zeit publiziert er mit Freunden die kulturkritische Zeitschrift "Deutscher Geist".
  • 1893
    Morgenstern erkrankt an Tuberkulose, die ihn zeit seines Lebens immer wieder zu Kuraufenthalten zwingt.
  • 1894
    Er übersiedelt nach Berlin. Von hier aus schreibt er regelmäßig Kulturberichte und Literaturkritiken für die Zeitschriften "Neue Deutsche Rundschau" und "Der Kunstwart".
  • 1894-1899
    Veröffentlichung von Beiträgen und Glossen in Kulturzeitschriften wie "Jugend", "Freie Bühne" oder "Die Gesellschaft".
  • 1895
    Morgenstern gibt mit "In Phantas Schloß. Ein Zyklus humoristisch-phantastischer Dichtungen" seinen ersten Lyrik-Band heraus. Es folgen vierzehn weitere.
    Aufgrund seiner literarischen Tätigkeit kommt es zum Bruch mit dem Vater.
  • ab 1897
    Tätigkeit als Übersetzer und später auch Herausgeber von August Strindberg (1849-1912) und Henrik Ibsen (1828-1906).
  • 1900-1902
    Aufgrund seiner Krankheit Aufenthalt in der Schweiz. Hier verfasst er satirische Szenen und Parodien für Max Reinhardts Berliner Kabarett "Schall und Rauch".
  • 1903-1905
    Übernahme der Redaktion der Zeitschrift "Das Theater" im Verlag von Bruno Cassirer (1872-1941). Er widmet sich besonders der Erläuterung von Reinhardts Bühnenreform und der Rezension seiner Theaterproduktionen.
    Beginn der freien Mitarbeit als Lektor für Cassirer.
  • 1905/06
    Veröffentlichung der Gedichtbände "Galgenlieder" und "Melancholie". Diese beiden Sammlungen zeigen Morgensterns Doppelveranlagung zu humoristischer und ernster Poesie: einerseits Natur- und Stimmungslyrik und andererseits groteske Sprachspielereien, die u.a. durch Wortschöpfungen eine eigene "Sprach-Spiel-Welt" entstehen lassen.
    Während eines weiteren Sanatoriumsaufenthalts findet er zum Glauben und zur Religion. Diese Überlegungen schlagen sich in der Gedichtsammlung "Einkehr" (1910) nieder.
  • 1909
    Morgenstern schließt sich dem engeren Kreis der anthroposophischen Gesellschaft um Rudolf Steiner (1861-1925) an.
  • 1910
    Heirat mit Margareta Gosebruch.
  • 1914
    31. März: Christian Morgenstern stirbt in Meran an den Folgen seiner Krankheit.
  • 1916-1921
    Postum erscheinen im Verlag Cassirer die Gedichtsammlungen "Palma Kunkel" (1916), "Der Gingganz" (1919) und der satirische Eigenkommentar "Über die Galgenlieder" (1921).
Janca Imwolde
14. September 2014

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