Klaus Barbie 1913-1991

SS-Führer

  • 1913

    25. Oktober: Klaus Barbie wird in Bad Godesberg als unehelicher Sohn des Lehrers Nikolaus Barbie und der Lehrerin Anna Hees geboren.

  • 1914

    Januar: Hochzeit der Eltern.

  • 1933

    Tod des Vaters und des Bruders. Nach Barbies eigenen Aussagen stirbt der Vater an den Spätfolgen einer Verletzung, die er während des Ersten Weltkriegs an der Westfront im Kampf gegen die Franzosen erlitten hat. Diese familiäre Tragödie stürzt Barbie in Verzweiflung.

  • 1933-1935

    Mitglied der Hitlerjugend (HJ).

  • 1934

    Nach mehreren Anläufen macht Barbie in Trier das Abitur, ist jedoch zunächst arbeitslos. Er entscheidet sich, einen halbjährigen freiwilligen Arbeitsdienst in einem Arbeitslager der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) in Schleswig-Holstein abzuleisten. In dem Lager wird Barbie zu einem fanatischen Anhänger der nationalsozialistischen Ideologie.

  • 1935

    Begegnung mit Heinrich Himmler.
    26. September: Barbie tritt in die Schutzstaffel (SS) ein und wird kurz darauf Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts (SD) in Berlin, in dessen Auftrag er in der Stadt Juden und Homosexuelle verfolgt.

  • 1936

    Tätigkeit im SS-Oberabschnitt West, danach im Abschnitt Dortmund.

  • 1937

    1. Mai: Er tritt der NSDAP bei.

  • 1940

    20. April: Am 51. Geburtstag von Adolf Hitler wird Barbie zum SS-Untersturmführer ernannt.
    25. April: Er heiratet Regine Willis.
    29. Mai: Nach der Besetzung der Niederlande während der deutschen Westoffensive im Zweiten Weltkrieg wird Barbie dem SD in Amsterdam zugewiesen.
    November: Er wird zum SS-Obersturmführer befördert.

  • 1941/42

    Tätigkeit bei der Sicherheitspolizei (Sipo) in Amsterdam, wo Barbie mit äußerster Brutalität gegen jüdische Bürger und "Feinde des Reiches" vorgeht.

  • 1942

    November: Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die von der Vichy-Regierung verwaltete unbesetzte Südzone übernimmt er als Chef der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Lyon die Leitung der IV. Sektion der Sipo und des SD.

  • 1942-1944

    In dieser Funktion ist er für die Folterung und Ermordung von Mitgliedern der Résistance - unter ihnen Jean Moulin (1899-1943) - sowie für die Deportation von Juden verantwortlich. Seine Tätigkeit bringt Barbie den Beinamen "Der Schlächter von Lyon" ein.

  • 1944

    August: Rechtzeitig zum Zeitpunkt der Befreiung Frankreichs durch die Alliierten verläßt Barbie Lyon und kehrt nach Deutschland zurück, wo er erneut beim SD-Abschnitt Dortmund eingesetzt wird.
    9. November: Am sechsten Jahrestag der "Reichskristallnacht" wird er zum SS-Hauptsturmführer befördert.

  • ab 1945

    Mai: Nach der deutschen Kapitulation wird der untergetauchte Barbie von französischen Behörden gesucht.

  • 1947

    16. Mai: Er wird in Abwesenheit von einem Gericht in Lyon zum Tode verurteilt.

  • 1947-1951

    Barbie ist als Agent für den amerikanischen Geheimdienst Counter Intelligence Corps (CIC) in Deutschland tätig.

  • 1951

    Mit Hilfe des CIC emigriert er nach Bolivien und läßt sich in der Haupstadt La Paz nieder.

  • 1952

    Bei der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen" in Ludwigsburg laufen Ermittlungen gegen Barbie an.
    28. November: In Lyon wird ihm wegen Greueltaten gegen die Zivilbevölkerung und den französischen Widerstand in der Juraregion erneut der Prozeß gemacht. Barbie wird zum Tode verurteilt.

  • 1954

    25. November: Ein dritter Prozeß, vor dem Militärgericht in Lyon, in dem Barbie für ein Massaker in St. Genis-Laval sowie für zahlreiche Erschießungen im Gefängnis Montluc in Lyon angeklagt wird, endet ebenfalls mit dem Todesurteil für den Angeklagten.

  • 1957

    7. Oktober: Unter dem Pseudonym Klaus Altmann nimmt Barbie die bolivianische Staatsbürgerschaft an.

  • ab 1964

    Er ist als Berater der bolivianischen Militärregierung tätig.

  • 1972

    Januar: Die Beauftragte der "Internationalen Liga gegen Antisemitismus und Rassismus", Beate Klarsfeld (geb. 1939), spürt Barbie während ihrer Ermittlungen gegen NS-Verbrecher in La Paz auf.

  • ab 1972

    Die deutsche Justiz und die französische Regierung fordern wiederholt Barbies Auslieferung. Frankreichs Staatspräsident Georges Pompidou (1911-1974) verlangt offiziell seine Auslieferung, wofür der oberste bolivianische Gerichtshof 5.000 Dollar verlangt, was von Pompidou jedoch abgelehnt wird.

  • 1974

    Barbie erklärt in einem Interview in La Paz, er sei stolz auf seine Tätigkeit während des Krieges, die dazu beigetragen habe, daß Frankreich heute keine sozialistische Republik sei.

  • 1980

    Barbie hilft General Luis García Meza (geb. 1933) bei seinem Staatsstreich in Bolivien.

  • 1983

    Januar: Nach der Einsetzung der demokratisch gewählten Regierung unter Hernán Siles Zuazo (1914-1996) in Bolivien wird Barbie festgenommen und nach Frankreich ausgewiesen.

  • 1987

    11. Mai - 4. Juli: Nach einem Auftritt zu Prozeßbeginn lehnt Barbie im folgenden seine Teilnahme für einen Großteil des Gerichtsverfahrens in Lyon ab. Wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit in 177 Fällen verurteilt ihn das Gericht zur Höchststrafe von lebenslanger Haft. Insgesamt legt man ihm die Deportation von mindestens 843 Menschen - Juden und französischen Widerstandskämpfern - aus Lyon und der Umgebung der Stadt zur Last.

  • 1991

    25. September: Klaus Barbie stirbt während der Haft in Lyon an Krebs.

(mkg)
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