Leo D. Trotzki 1879-1940

Politiker

  • 1879

    7. November: Trotzki wird als Leo Dawidowitsch Bronstein in Janowka (Ukraine) geboren. Er ist das fünfte Kind des jüdischen Bauern David Bronstein.

  • 1888

    Trotzki geht allein nach Odessa, wo er die deutsch-lutherische Schule besucht.

  • 1897

    Abitur in Nikolajew (Ukraine) und Mitgründung des Südrussischen Arbeiterbundes.

  • 1898

    Trotzki wird aufgrund der Verbreitung verbotener politischer Bücher verhaftet und kommt später ins Gefängnis von Odessa.

  • 1899

    Verurteilung zu vier Jahren Verbannung in Sibirien und Überführung nach Moskau. Im Gefängnis beschäftigt er sich eingehend mit der marxistischen Lehre.

  • 1902

    Flucht nach Irkutsk und später nach London. Er nimmt den Namen Trotzki an.

  • 1905

    Nach dem Petersburger Aufstand reist Trotzki nach St. Petersburg und wird dort Vorsitzender des Sowjets. Nach dessen Auflösung im Dezember kommt er in Haft.

  • 1906

    Verurteilung zu lebenslanger sibirischer Verbannung.
    In seiner Schrift "Rußland in der Revolution" entwickelt Trotzki die Idee der permanenten Revolution, wonach die sozialistische Gesellschaft regional begrenzt nicht existieren könne und die Revolution deshalb in andere Staaten getragen werden müsse.

  • 1907

    Kurz nach der Ankunft in Sibirien Flucht über St. Petersburg ins Deutsche Reich.

  • 1910

    Während sich in Paris die Führungen von Bolschewiken und Menschewiken über ein gemeinsames Vorgehen einigen, gerät Trotzki in Konflikt mit Wladimir I. Lenin.

  • 1915

    Wegen des Krieges geht er in die Schweiz, verfaßt für die "Internationale sozialistische Konferenz" in Zimmerwald das Manifest und söhnt sich mit Lenin aus.

  • 1917

    April: Nach Ausbruch der Russischen Revolution kehrt Trotzki nach St. Petersburg zurück und tritt den Bolschewiken bei.
    Oktober: Er wird zum Vorsitzenden des Petersburger Sowjets gewählt und organisiert die militärischen Kampfverbände der Roten Garde. Nach der Machtübernahme der Bolschewiken wird Trotzki Volkskommissar für Äußeres.
    Dezember: Er beginnt die Friedensverhandlungen mit den Deutschen in Brest-Litowsk.

  • 1918-1920

    Im russischen Bürgerkrieg arbeitet er als Kriegskommissar an den Fronten. Im Kampf gegen die gegenrevolutionären Kräfte stellt er Arbeiterarmeen im Kaukasus, im Ural und in der Ukraine auf.

  • 1920

    April: Als Kriegskommissar proklamiert er den "nationalen Krieg" gegen Polen.

  • 1921

    Mit der Roten Armee schlägt Trotzki den Matrosenaufstand in Kronstadt nieder.

  • 1924

    Nach dem Tod Lenins betreibt Josef W. Stalin die schon vorher begonnene Isolierung Trotzkis innerhalb der Partei und eröffnet in der "Prawda" eine Kampagne gegen ihn.

  • 1925

    Trotzki verläßt das Kriegskommissariat und ist damit praktisch entmachtet.

  • 1926

    Ausschluß aus dem Politbüro und Widerstand der trotzkistischen Opposition.

  • 1927

    Im November wird Trotzki aus der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ausgeschlossen.

  • 1928

    Verbannung nach Sibirien, zusammen mit anderen Trotzkisten.

  • 1929

    Trotzki wird in die Türkei ausgewiesen und schreibt in Konstantinopel an den autobiographischen Schriften "Geschichte der Russischen Revolution" und "Mein Leben".

  • 1933/34

    Nach Aberkennung seiner sowjetischen Staatsbürgerschaft beginnt der russische Geheimdienst ihn als Gegner von Stalins Alleinherrschaft zu verfolgen. Trotzki zieht nach Frankreich an einen geheimen Ort, der jedoch nach einem Jahr bekannt wird.

  • 1937

    Nach zweijährigem Aufenthalt in Oslo siedelt Trotzki mit Visum nach Mexiko über.

  • 1939

    Er mietet ein Haus in Coyoacán und baut es zur bewachten Festung aus. Arbeit an Biographien Lenins und Stalins.

  • 1940

    Mai: Trotzki entgeht nur knapp einem bewaffneten Überfall des russischen Geheimdienstes auf sein Wohnhaus.
    21. August: Nachdem er einen Tag zuvor von einem eingeschleusten Mörder, der sich als Sympathisant ausgegeben hatte, mit einem Eispickel angegriffen wurde, erliegt Leo Trotzki seinen Verletzungen.

(mw)
lo