Martin Bormann 1900-1945

NS-Politiker

  • 1900

    17. Juni: Martin Bormann wird als Sohn eines Postbeamten und ehemaligen Militärmusikers in Halberstadt geboren.

  • 1904

    Tod seines Vaters. Seine Mutter heiratet einen Bankbeamten.

  • 1918/19

    Nach der Beendigung seines Schulbesuchs in Eisenach und Weimar dient Bormann als Kanonier während des Ersten Weltkriegs in einem Feldartillerieregiment, ohne an den Kampfhandlungen teilzunehmen.

  • 1920-1924

    Er arbeitet als Landwirtschaftslehrling auf mecklenburgischen Gütern.
    Mitgliedschaft im "Verband gegen die Überhebung des Judentums".

  • 1922/23

    Ehrenamtliche Tätigkeit als Abschnittsleiter im Traditionsverband des ehemaligen Freikorps Roßbach.

  • 1924

    März: Bormann wird zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Gemeinsam mit dem späteren Konzentrationslager-Kommandanten Rudolf Höß, der eine zehnjährige Haftstrafe erhält, muß er sich für die Ermordung seines früheren Volksschullehrers Walter Kadow (1860-1923) verantworten. Kadow soll Albert Leo Schlageter an die französischen Besatzungsbehörden verraten haben, die ihn für seine Beteiligung am Kampf gegen die Besetzung des Ruhrgebiets zum Tode verurteilten.

  • 1925

    Nach seiner Haftentlassung wird Bormann Mitglied des Weimarer "Frontbanns" unter der Leitung von Ernst Röhm.

  • 1927

    Er tritt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) bei und nimmt in Thüringen eine Tätigkeit als Gaupressewart auf.

  • 1928

    Er wird Gaugeschäftsführer in Thüringen.

  • 1928-1930

    Bormann gehört dem Obersten Führungsstab der Sturmabteilung (SA) an.

  • 1929

    Heirat mit Gerda Buch, Tochter des Obersten NSDAP-Richters Walter Buch (1883-1949). Einer der Trauzeugen ist Adolf Hitler. Aus der Ehe gehen neun Kinder hervor.

  • ab 1932

    Erster Leiter der Hilfskasse der NSDAP, einer Unfallversicherung zur Unterstützung von Parteimitgliedern, die bei Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern verletzt werden.

  • 1933

    Juli: Bormann initiiert die "Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft". Durch die freiwilligen Spenden deutscher Industrieller entsteht ein bedeutender Fonds, aus dem Bormann den Spitzenfunktionären der NSDAP Gelder zukommen läßt.
    Juli: Ernennung zum Stabsleiter bei Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß und zum Reichsleiter der NSDAP.
    ab November: Abgeordneter im Reichstag.
    Ihm wird die Verwaltung des Hitlerschen Privatvermögens übertragen. Durch die Bewirtschaftung und Verwaltung des "Berghofs" sowie von Hitlers gesamtem Besitz auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden erhält er Zugang zu Hitlers engerem Kreis.

  • 1941

    12. Mai: Nach dem Englandflug von Heß übernimmt Bormann dessen Dienststelle, die in "Parteikanzlei" umbenannt wird, mit den Befugnissen eines Reichsministers. Er kontrolliert neben der Legislative sämtliche Ernennungen und Beförderungen innerhalb der Partei.

  • 1942

    Bormann reaktiviert den Kampf gegen die christlichen Kirchen entgegen Hitlers Plänen. Dieser beabsichtigt aus taktischen Erwägungen die Verschiebung des Antiklerikalismus auf die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
    9. Oktober: Bormann unterzeichnet einen Erlaß, der die endgültige Beseitigung der Juden aus den Gebieten Deutschlands nicht mehr durch Vertreibung, sondern durch Anwendung rücksichtsloser Gewalt in den Sonderlagern des Ostens anordnet.

  • 1943

    April: Seine Ernennung zum "Sekretär des Führers" kaschiert lediglich seine faktische Position als Stellvertreter Hitlers. Bormann regelt den Zugang der Gauleiter zu Hitler, entlastet ihn von sämtlichen Verwaltungsarbeiten und schirmt ihn zunehmend gegen die politische Führungsspitze ab. Er genießt Hitlers volles Vertrauen.
    ab September: Jede Eingabe an Hitler aus dem Bereich der Partei und ihren Organisationen muß von Bormann gegengezeichnet werden.

  • 1944

    Er mobilisiert die Partei als Reservoir und Organisationsbasis für den "Volkssturm" und treibt die Gauleiter zum letzten Widerstand an.

  • 1945

    April: Er harrt gemeinsam mit Hitler im Berliner Führerhauptquartier aus und bestärkt diesen bei der Amtsenthebung von Hermann Göring und Heinrich Himmler.
    29. April: Bormann ist Trauzeuge der Eheschließung Hitlers mit Eva Braun.
    1. Mai: Nach Hitlers Selbstmord unternimmt er einen Ausbruchsversuch aus dem Bunker, um sich Großadmiral Karl Dönitz, den Hitler testamentarisch zum neuen Staatsoberhaupt erklärt hat, bei Flensburg anzuschließen.

  • 1946

    1. Oktober: Bormann wird in Abwesenheit von dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zum Tode verurteilt. Obwohl der ehemalige Reichsjugendführer Artur Axmann berichtet, er habe Bormanns Leiche gesehen, bleibt dessen Schicksal ungewiß.

  • 1973

    Eine in Berlin exhumierte Leiche wird zweifelsfrei als die Martin Bormanns identifiziert.

(se)
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