Oswald Spengler 1880-1936

Kultur- und Geschichtsphilosoph

  • 1880

    29. Mai: Oswald Arnold Gottfried Spengler wird als zweites Kind des Postsekretärs Bernhard Spengler und seiner Frau Pauline (geb. Grantzow) in Blankenburg (Harz) geboren.

  • 1899-1903

    Nach dem Abitur Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften in Halle, München und Berlin.

  • 1904

    Promotion an der Universität Halle mit der Schrift "Der metaphysische Grundgedanke der Heraklitischen Philosophie".

  • 1908-1911

    Gymnasiallehrer in Hamburg für die Fächer Naturwissenschaft, Mathematik, Deutsch und Geschichte.

  • 1911

    Nach der Übersiedlung nach München arbeitet Spengler zunächst als Kulturredakteur für verschiedene Zeitungen, danach als freier Schriftsteller und Privatgelehrter.

  • ab 1914

    Veröffentlichung mehrerer Schriften, in denen er sein stark monarchistisches und antiparlamentarisches Programm entwickelt.

  • 1915

    Den Ausbruch des Ersten Weltkriegs bezeichnet Spengler in seiner Denkschrift "An den Kaiser Wilhelm" als "den größten Tag der Weltgeschichte".

  • 1918-1922

    Veröffentlichung seines zweibändigen Hauptwerks "Der Untergang des Abendlandes", das in seiner kulturpessimistischen Geschichtsdeutung stark auf das vom Ausgang des Ersten Weltkriegs enttäuschte Bürgertum wirkt.

  • 1919

    Januar: Spengler lehnt eine ihm angetragene Professur für Philosophie an der Universität Göttingen mit der Begründung ab, er wolle die noch verbleibende Zeit gänzlich für die Fortführung seines Werkes nutzen.
    November: Auszeichnung mit dem Ehrenpreis der Stiftung des Nietzsche-Archivs.

  • 1920

    Dezember: Veröffentlichung der Schrift "Preußentum und Sozialismus", abgefaßt aus "Ekel und Erbitterung" über die "dümmste und feigste ... Revolution der Weltgeschichte".
    Bekanntschaft mit Arthur Moeller van den Bruck, einem der Theoretiker der Konservativen Revolution, mit dem ihn fortan eine lockere Freundschaft verbindet.

  • 1923

    8./9. November: Spengler wird Zeuge des Auftritts Adolf Hitlers im Münchener Bürgerbräukeller, der dem Hitler-Putsch unmittelbar vorangeht.

  • 1924

    26. Februar: Vor dem "Hochschulring deutscher Studenten" hält Spengler eine Rede über "Politische Pflichten der deutschen Jugend" und verurteilt dabei "das Gaukelspiel allgemeiner Wahlen und einer freien Presse".
    In seinem Buch "Neubau des Deutschen Reiches" prangert er die Degeneration der "freien Verantwortlichkeit" an und brandmarkt deutsche Beamte als "philiströse Aktenschlepper".

  • 1925

    Das Angebot Gregor Strassers, der ihn für die Mitarbeit an den "Nationalsozialistischen Monatsheften" zu gewinnen versucht, weist Spengler mit dem Hinweis auf die "primitive Lösung des Antisemitismus" durch die Nationalsozialisten zurück.

  • 1931

    Veröffentlichung der Schrift "Der Mensch und die Technik", in der Spengler der abendländischen Kultur einen notwendigen und ausweglosen Sterbensvorgang voraussagt.

  • 1932

    In der Abhandlung "Jahre der Entscheidung" führt er seine pessimistische Kulturphilosophie weiter aus und polemisiert gegen die Akademiker, die er als "Schwätzer und Hetzer" entlarvt.

  • 1933

    18. März: Das Angebot von Joseph Goebbels, am "Tag von Potsdam" eine Rede zu halten, lehnt Spengler ab.
    14. Juni: Dem Ruf auf eine Professorenstelle für Kultur- und Universalgeschichte in Leipzig kommt Spengler nicht nach.
    25. Juli: Einzige persönliche Unterredung mit Hitler in Bayreuth.
    Vom Nationalsozialismus, mit dem er anfangs sympathisiert, rückt er in der Folgezeit immer deutlicher ab.
    31. August: Im NS-Organ "Völkischer Beobachter" wird Spengler vorgeworfen, in seiner Schrift "Jahre der Entscheidung" weder Hitler noch die "nationalsozialistische Bewegung" gewürdigt zu haben.
    27. September: Obwohl noch in den Senat der "Deutschen Akademie" gewählt, darf Spengler fortan im Rundfunk nicht mehr erwähnt werden.

  • 1936

    8. Mai: Oswald Spengler stirbt in München.

(dw)
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