Robert Bosch 1861-1942

Unternehmer

  • 1861

    23. September: Robert Bosch wird als elftes von zwölf Kindern von Servatius Bosch und dessen Frau Maria Margaretha (geb. Dölle) in Albeck bei Ulm geboren. Seine Eltern entstammen beide wohlhabenden Bauernfamilien.

  • 1876-1879

    Lehre als Feinmechaniker.

  • 1879-1885

    Er arbeitet bei den Pionieren der Elektrotechnik in Deutschland, den USA und Großbritannien.

  • 1886

    15. November: Er eröffnet seine "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" in Stuttgart. Das Kapital von 10.000 Mark entstammt dem väterlichen Erbe.

  • 1887

    Heirat mit Anna Kayser. Aus der Ehe gehen ein Sohn und zwei Töchter hervor.
    Bosch baut eine verbesserte Version des Magnetzünders für Gasmotoren.

  • 1892

    In der Wirtschaftskrise muss Bosch wegen fehlender Aufträge von 24 Beschäftigten bis auf zwei Mitarbeiter alle entlassen.

  • 1902

    In seiner Firma wird der Hochspannungs-Magnetzünder für Benzinmotoren entwickelt. Die Produktion des Zünders wird zum Ausgangspunkt für die internationale Expansion des Betriebs. In der Firma wird später vor allem elektrisches Zubehör für die Automobilindustrie wie Anlasser, Lichtmaschinen und Hupen, sogenannte Boschhörner, hergestellt.
    Bosch selbst konzentriert sich auf die Organisation der Fertigung und die kaufmännische Leitung des florierenden Betriebs.

  • 1906

    Er führt den Achtstundentag in seiner Firma ein und gewährt seinen Arbeitern hohe Löhne, was ihm unter Industriellen den Beinamen "Der rote Bosch" einbringt.
    Zwar werden in Boschs Betrieb überdurchschnittliche Löhne gezahlt, doch führen die gleichzeitig einsetzenden Rationalisierungsmaßnahmen zu Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften.

  • ab 1910

    Er stiftet der Technischen Hochschule Stuttgart 1 Million Mark zur Förderung der technischen Bildung.

  • 1913

    Nach dem großen Streik in seiner Firma gegen die Rationalisierungsmaßnahmen wird Bosch Mitglied im "Verband Württembergischer Industrieller".

  • 1916

    Er übernimmt den Vorsitz des "Verbands Württembergischer Industrieller".
    Bosch stiftet 20 Millionen Mark für gemeinnützige Zwecke. Das Geld soll zur Volksbildung, zur Begabtenförderung und für den Bau des Neckarkanals eingesetzt werden.

  • 1917

    Das auf 7.000 Beschäftigte angewachsene Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, in der Bosch den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt.
    Mit Boschs finanzieller Unterstützung gründet Friedrich Naumann die Staatsbürgerschule in Berlin (ab 1920: Hochschule für Politik).

  • 1918

    Bosch wird Mitglied der "Kommission zur Vorbereitung der Sozialisierung der Industrie". Er befürwortet das Mitspracherecht der Betriebsräte, lehnt aber eine Gewinnbeteiligung und Vergesellschaftung ab.

  • 1919

    Er ist Präsidiumsmitglied des Reichsverbands der deutschen Industrie (RdI).

  • ab 1920

    Er gründet für die Arbeiter in seinem Werk zahlreiche Wohltätigkeitseinrichtungen, z.B. die Alters- und Hinterbliebeneneinrichtungen "Angestellten-Hilfe" und "Bosch-Hilfe", die "Bosch-Jugendhilfe" und die "Robert-Hilfe" für Kriegswaisen.

  • 1926

    Seine Ehe wird geschieden.

  • ab 1927

    Neben der Entwicklung und Serienfertigung von Einspritzpumpen für Dieselmotoren erweitert Bosch die Produktpalette. Es werden zunehmend elektrotechnische Geräte aus dem Konsumbereich wie Kühlschränke, Radioapparate und Elektrowerkzeuge produziert.

  • 1932

    Übernahme der Junkers & Co. GmbH.
    In seiner Schrift "Die Verhütung künftiger Krisen in der Weltwirtschaft" warnt Bosch vor zu hohen Löhnen und plädiert für flexiblere Arbeitszeiten in Krisenzeiten. Er befürwortet einen sozialverantwortlichen Einsatz von Technik.

  • 1933

    Erwerb der "Ideal-Werke für drahtlose Telephonie AG" (seit 1938: Blaupunkt-Werke GmbH).

  • 1936

    Bosch stiftet - als Anhänger der Homöopathie - Mittel für ein Krankenhaus in Stuttgart. Das mit 360 Betten ausgestattete "Robert-Bosch-Krankenhaus" wird 1940 eingeweiht.

  • 1937

    Bosch wandelt seinen Konzern in eine GmbH um.
    Während des NS-Regimes expandiert Boschs Unternehmen in der Rüstungskonjunktur. Er selbst zieht sich immer mehr aus seiner Firma zurück.
    Bosch stellt den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler als "wirtschaftspolitischen Berater" ein. Unter diesem Deckmantel kann Goerdeler im Ausland Kontakte knüpfen und pflegen.

  • 1942

    12. März: Robert Bosch stirbt in Stuttgart.

  • 1946

    Die von Theodor Heuss geschriebene Biographie Boschs wird veröffentlicht.

  • 1964

    Die Vermögensverwaltung Bosch erwirbt von den Erben des Firmengründers die Kapitalmehrheit an der Robert Bosch GmbH. Um ihren gemeinnützigen Charakter zu unterstreichen, ändert die Vermögensverwaltung 1969 ihren Namen in Robert Bosch Stiftung. Die Stiftung setzt bis heute die gemeinnützigen Ziele von Robert Bosch in zeitgemäßer Form um und nutzt die ihr aus dem Unternehmen zufließende Dividende in seinem Sinne. Sie engagiert sich in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Völkerverständigung, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft und ist beispielsweise Träger des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart.

(lw/ut/ka)
lo