Ich kannte einen SPD Mann aus unserer Stadt, welcher illegale
Zeitungen vertrieb, die seiner Partei nahestanden. Er war von
der Sache seiner Partei überzeugt und führte den illegalen
Kampf auf eigene Faust. Die Zeitungen, welche er vertrieb, waren
in Westentaschenformat und wenn man sie zusammenfaltete, konnte
man sie in einem gewöhnlichen Portemonnaie unterbringen.
Auch von ihm erhielt ich die Zeitungen periodisch, denn ich wußte
genau, wann und wo ich ihn zu treffen hatte. [...]
Ihre "Sozialistische Aktion", wie die Zeitung sich nannte,
war gut geschrieben. In der politischen Auseinandersetzung trat
ein neuer Faktor hinzu, und zwar trat nun der politische Witz
in Erscheinung. In der "Sozialistischen Aktion" war
nun eine Rubrik unter dem Titel "Was man sich zuflüstert"
verfaßt. In ihr erschien nun fortlaufend neue Witze über
die Naziführung, denn es waren ja auch die reinsten Don-Quichotte
Gestalten, z.B. "Adolf, der Mächtige; Göring, der
Prächtige; Goebbels, der Schmächtige und Röhm der
Verdächtige". Einige von den Witzen sind mir noch im
Gedächtnis haften geblieben:
Göring ging eines Tages mit seinen Getreuen die Kruppwerke
besichtigen. Plötzlich war er aus ihrer Mitte verschwunden
und niemand wußte, wo er war. Als ein SA Mann oben an der
Decke einen großen Magneten gewahrte, sah er ihn daran baumeln,
denn durch seine Orden war er von dem Magneten angezogen worden.
Hitler, Göring und Goebbels fuhren den Rhein entlang.
Plötzlich geriet ihr Wagen ins Schleudern und stürzte
in den Fluß. Als Fritzchen nun vorbei kam und die drei zappeln
sah, sprang er ins Wasser und rettete einen nach dem anderen.
Als er nun den letzten gerettet hatte, fing er an zu laufen so
schnell ihn die Beine tragen konnten. Goebbels lief hinter ihm
her, holte ihn ein und frug ihn, warum er denn weggelaufen sei.
"Ach", entgegnete Fritzchen ihm, "wenn mein Vater
erfährt, daß ich euch drei nicht habe versaufen lassen,
dann schlägt der mich kaputt."
Das Dreigestirn kam hin zu Petrus und ließ sich beim
lieben Gott anmelden. Bei Göring und Goebbels stand der liebe
Gott auf und begrüßte sie mit dem deutschen Gruß.
Als Hitler hereinkam, blieb er sitzen. "Das ist doch der
Führer", sagte Petrus zu ihm. "Ja", entgegnete
der liebe Gott ihm, "wenn ich aufstehe dann setzt der sich
an meinen Platz".
In der Schule war nationalpolitischer Unterricht. Der Lehrer
sprach über Hitler, Röhm, Schleicher und Eltz von Rübenach.
Als er in die Runde schaute, sah er, daß Fritzchen eingeschlafen
war. "Na, Fritzchen, worüber haben wir uns denn unterhalten",
frug der Lehrer ihn. Er gab prompt zur Antwort: "Röhm
schleicht Hitler mit der Rübe nach."
Des Mittags saß die Familie beim Essen. Da frug Fritzchen
seinen Vater: "Vater, kannst du mir vielleicht sagen, wer
den Reichstag in Brand gesteckt hat"? Sein Vater entgegnete
ihm: "Ess, Ess mein Junge, sonst wird dir das Essen kalt".
Über der Tür der Privatwohnung des Stabschefs Röhm
hatte ein Schalk den Spruch geschrieben: "Wer hier verkehrt,
verkehrt verkehrt".
Goebbels besichtigt einmal Taucher bei ihrer Arbeit und frug
einen Taucher, was er denn so verdiene. Als er die Summe hörte,
sagte er zu ihm: "Dann verdienen sie ja noch mehr als unser
Führer". Darauf gab der Taucher prompt zur Antwort:
"Ja, der taucht ja auch nicht".