Dieser Eintrag stammt von Kristina Irak (*1986)
aus Wolfenbüttel.
    Luftangriffe

Kriegszeit in Berlin


Eine Familie aus der Nachbarschaft erzählte mir:

Wir wohnten in der Innenstadt von Berlin. Berlin wurde Tag und Nacht von Bombern angegriffen. Wir mussten immer angezogen sein, denn wenn die Sirenen Alarm schlugen, mussten wir sofort in unseren Keller. Im Keller konnte man hören, wie die Bomben über uns einschlugen. Wir hatten sehr viel Angst. Der Luftschutzwart sorgte für Ordnung und passte auf, dass alle Leute im Keller waren. Nach Bombenangriffen konnte man sehen, dass manche Häuser brannten. Wenn bombardiert wurde, gab es keinen Strom. Wenn man die Sirenen hörte und man gerade in der Schule war, durften nur die Kinder nach Hause, bei denen die Häuser nahe an der Schule lagen. Der Rest musste in der Schule bleiben. Bei den Leuten, die kein Haus mehr hatten oder deren Haus gerade brannte, mussten die Kinder in der Schule bleiben, bis sie wieder eine Unterkunft hatten.

Bei Bombenangriffen sind die Kinder auch nicht zur Schule gegangen. Es gab keine neuen Kleider zu kaufen. Man musste mit dem auskommen, was man besaß. Möbel hatte eigentlich jeder genug zu Hause. Geld war auch in Mengen da. Aber was sollte man damit machen? Man bekam Lebensmittelkarten von den Behörden, separat für Männer, Frauen und Kinder. Die Leute, die auf dem Lande wohnten, versorgten sich selbst. Sie bekamen Bezugsscheine. Wenn man etwas für die Bezugsscheine oder Lebensmittelkarten haben wollte, musste man sich sehr früh bei den Läden anstellen. Wer zu spät kam, oder wenn gerade die Sirenen anfingen zu heulen, hatte Pech. Wenn Familien durch Bombenangriffe ihr Haus verloren hatten, mussten die Kinder von 10 - 14 Jahren auf das Land zu einer anderen Familie gebracht werden. Dies nannte man Kinderlandverschickung. Dies alles hat genau fünf Jahre lang gedauert. Es war furchtbar.

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