Dieser Eintrag stammt von Janine Wolski (*1987)
aus Wolfenbüttel.
    Hunger

Bombenangriffe

Mein Opa wurde 1936 in Wolfenbüttel geboren. Er erlebte im 2. Weltkrieg Aufmärsche der SA und Bombenangriffe auf Wolfenbüttel, Berlin und Braunschweig mit. Aufgeregt und nervös erzählte er mir:

»Am schlimmsten waren die Fliegeralarme. Ich bekam jedesmal Angst, dass meine Geschwister und ich nicht wieder lebend aus dem Bunker kamen. Einmal gab es in Berlin einen sehr schlimmen Bombenangriff. Der Fliegeralarm wurde bekanntgegeben, und wir mussten in einen Erdbunker fliehen. Ich war dort ganz allein mit meinem kleinen Bruder, der erst ein halbes Jahr alt war. Plötzlich lief der Bunker mit Wasser voll. Ich bekam Panik und rannte mit meinem Bruder auf dem Arm hinaus. Draußen herrschte ein einziges Chaos. Die meisten Häuser waren zerstört worden. Ich wusste nicht wie, aber irgendwie schaffte ich es, uns in Sicherheit zu bringen. Wir versteckten uns in einem Schuppen.
In dieser Zeit mussten wir oft hungern. Jedem aus der Familie wurde vorgeschrieben, wieviel er essen durfte. Es waren Jahre des Hungers. Dann in den letzten Kriegsjahren wuschen meine Mutter und andere Frauen für Geld die Kleidung der Soldaten. Wir bekamen Süßigkeiten und andere Lebensmittel dafür. Es war eine harte Zeit.
1954 bekam ich meine erste Arbeit als Geselle. 1957 heiratete ich deine Oma. Wir bekamen 4 Kinder, und jetzt sind wir ja, wie du siehst, auch glücklich und zufrieden.«


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