Schnittige junge Lehrerin,
Angebetet, umjubelt, umsungen.
Erstkläßler lernten nicht für sich,
Jedoch für geliebte Volksschullehrerin,
Im Hintergrund der Sensenmann,
Nicht sichtbar für die Kinder,
Viele Gebeine umgeben ihn.
Skelette dieser Kinder.
Terror rafft mit bleierner Hand
Grimmig seine Mahlzeit. Dreißig
Mädchen in Rachen sich zieht,
Eine von ihnen verschont er.
Im zweiten Jahr. Schulklasse mit
Leeren Bänken, starrten, narrten Lehrerin
Zwei Verschonte schauten ängstlich,
Wo sind unsere Gespielinnen?
Unheimlich, unerträglich diese
Stille. Kein Ton alles lauscht
Hörten auf den Schritt von draußen.
Ein leichter Tritt ließ sie erzittern.
Rektor kam, flüsterte,
Brachte traurige Gewißheit
In einer lauen warmen Nacht,
Wurden Hamburger Kinder umgebracht.
Zusammen brach die Lehrerin,
Fiel übers Pult und weinte.
Sang, nicht fassend was gescheh'n,
Wo sind meine Kinder - Alle meine Kinder.
Verschwunden nun die fröhliche Schar.
Hammerbrook, das Kinderviertel war
Erdrückt, erstickt, verkohlt, verbrannt.
Vom Teufelstanz, dem grausigen Reigen.
Schicksal schlug ungebrochen. Unwirklich,
Es sollte sein, nur eine am Leben.
Sommer kam, die letzte wurde erschlagen.
Allein ich blieb. 1996 dieses zu Gedenken.