Dieser Eintrag stammt von Lenka Sowa
aus Hamburg
, April 2001:
   Alltagsleben


Armut schändet nicht


Ehrlich, sauber und heil gekleidet mußten die Kinder armer Leute sein. Das war ein Spruch aus meiner Kindheit. Auf dem Klassenfoto einer Volksschule mit vielen Arbeiter- und Problemkindern ist nicht zu erkennen, wer mehr Geld hat. Es kam auf die Tüchtigkeit der Mütter oder Großmütter an. Diese zauberten aus abgelegten Kleidern oder billigen Stoffen noch schöne Modelle. Ein Zeichen für die Geldknappheit waren die langen schwarzen Strümpfe und die schwarzen Turnanzüge. Diese mußten aufgetragen werden. Die neuen Turnanzüge wurden zwar bewundert, aber es wurde niemand gehänselt, der die alten Kleidungsstücke auftragen mußte.

Erdkundeunterricht 1932

Der Lehrer fragte eine Schülerin: "Nenne mir die Erwerbszweige der Lüneburger Heide". Die Schülerin stand auf, drugste herum und sagte: "Erwerbszweige - das sind solche Zweige, die dürfen sich die Erwerbslosen abpflücken zum Feueranmachen".

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