Dieser Eintrag stammt von Edith Stampe (*1930)
aus Hamburg
, August 2002:
   Luftangriffe


Fliegeralarm


Wenn die Sirene Vorwarnung gab, dann musste alles ganz schnell gehen und meine hatte es schwer mit mir. Ich mochte so gerne schlafen als Kind, und wenn die Sirene Hauptalarm gab, dann waren die feindlichen Flugzeuge fast schon über uns. Wenn ich heute eine Sirene höre, dann läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter.

Der Bunker an der Gr. Rainstr./Ottensener Hauptstr. In Hamburg, wo heute das "Mercado" Kaufhaus steht, war "unser", er war aber noch nicht fertig, hatte keine Türen und keine sanitären Anlagen. Wir kamen von der Gr. Rainstr. Über den ehemaligen jüdischen Friedhof, hier war es stockdunkel, meine Mutter hatte einen Rucksack und ich eine Tasche. Als meine Mutter einen falschen Tritt machte, fielen wir beide die Böschung hinunter. Mein Vater blieb immer bis zuletzt in der Wohnung.

In dem Bunker spielten sich manchmal grausame Szenen ab. Die Menschen gerieten in Panik - die Kinder schrieen, wir kriegten die Flak mit, die versuchte, die Flugzeuge abzuschießen - weil der Bunker ja keine Türen hatte. Wenn man dann raus kam, dann war der Himmel taghell, wir sagten immer, es stehen "Tannenbäume" am Himmel.

Es war eine sehr schlimme Zeit, die möchte ich nie wieder erleben.

II. WeltkriegArchivEintragenHome