Aus einem Nachlass aus der Zeit 1928-1933
Dieses Blatt ist Dir gewidmet.
Wir gehen umher mit ernsten Mienen.
Uns plagt der Hunger und die Gier,
Wer Arbeit hat, der kann sein Brot verdienen
Wir haben keine, darum hungern wir.
Wir schaffen nicht. Auf Straßen oder Treppenstufen
Stehn wir herum, wenn wir nicht stempeln gehn.
Und deshalb sind wir so verrufen,
Am liebsten möchte man uns nicht sehn.
Es heißt, wir haben keine Tugend,
Das ist sehr schlimm und doch nicht recht,
Schafft Arbeit her, besonders für die Jugend,
Sie ist nicht roh und halb so schlecht.
Wer uns nachfühlt, der muß empfinden
Wir brauchen keine Arbeit, Arbeit (keine Phrasen)
Wenn wir die haben, muß verschwinden
Terror und Elend von den Straßen.
Ich bitte Euch, Ihr lieben Leut',
(Mein Name ist Gebrück)
Bereitet mir die kleine Freud'
Und lindert mein Geschick.
Kauft Ihr mir dieses Kärtchen ab,
Bin dankbar ich dafür,
Es ist für Euch so kleine Gab'
Und leichter wird es mir.
Den Preis dafür bestimm ich nicht,
Gibt jedem was er kann,
Dann ist erfüllt des Menschen Pflicht
An einem armen Mann.
Zum Schluß an alle, die dies lesen,
Einen Gruß von dem, der dies schrieb.
Es ist an dieser Tür gewesen,
Wohin ihn nur das Elend trieb.
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