Deutsch-italienische "Waffenbrüderschaft" in Nordafrika
Als Soldat in Nordafrika musste ich häufiger nach Derna.
Was uns da unangenehm auffiel, das war das Gehabe der italienischen
Etappenhengste. Das Erscheinungsbild dieser aufgeblasenen, wie
Gockel herum stolzierenden Offiziere war ein krasser Gegensatz
zu den Italienern, die als Waffenbrüder mit den Deutschen
im Fronteinsatz waren. Die zur Schau getragene arrogante Überheblichkeit
dieser Etappenleute wurde sogar von den zivilen Italienern, die
zu den Ansiedlern gehörten, als sehr ungut empfunden. Und
die Eingeborenen hatten durchweg nur Hohn und Spott für diese
Typen übrig. Was das Verhältnis zu den Deutschen anging,
so gab es sehr starke Spannungen, die bis in den Stab von Rommel
reichten. Diese Spannungen waren oft so unerträglich, dass
eine noch funktionierende Zusammenarbeit zwischen den deutsch-italienischen
Stäben als kaum noch möglich erschien. Dabei mehrten
sich auch die Gerüchte über Sabotage und Verrat, ausgeübt
von den italienischen Stäben in der Etappe.
Über die Kampfeinheiten der Italiener gingen die Meinungen
sehr auseinander. Dabei spielte aber auch die sehr arrogante deutsche
Überheblichkeit eine Rolle, die noch immer genährt wurde
von der negativen Einschätzung der Itaker im 1. Weltkrieg.
Aber es gab auch Vorfälle, die diese Meinungen als leider
doch richtig bestätigten, weil es viele Verbände gegeben
hatte, die fast kampflos zu den Engländern übergelaufen
waren. Das war für die deutschen Landser nicht nur unverständlich,
sondern brachte sie auch in Wut darüber, dass sie ihre Köpfe
hinhalten mussten für diese "Feiglinge". So war
sie, die Sicht in der Zeit, die leider auch begreiflich war, wenn
man an sich selber dachte. Besonders begreiflich, wenn es um das
Verhalten der ital. Offiziere ging, das als miserabel angesehen
wurde. Den schlechtesten Ruf hatten des "Königs Grenadiere",
d. h. die Einheiten, die als königliche Truppen galten. Als
Gegensatz dazu galten die Einheiten der Schwarzhemden von Mussolini
und die Eliteeinheiten der Panzerdivisionen, die unter der Führung
jüngerer Offiziere standen. Dazu gehörten auch Bersaglieries
und Alpinis mit durchweg faschistischen Freiwilligen und die Panzerdivision
Ariete.
Es ist dazu aber auch zu sagen, dass sich die Truppen des Königs
in einem wirklich bemitleidenswerten Zustand befanden hinsichtlich
Ausrüstung, Bekleidung und Bewaffnung. Nur die Herren Offiziere
dieser Truppen, die liefen geschniegelt und gebügelt herum,
auch da, wo eigentlich Kampfgebiet sein sollte. Diese Herren war
dann immer die ersten, die abhauten und ihre Soldaten verließen,
wenn es brenzlig wurde. Diese königlichen Soldaten waren
wirklich arme Schweine, die konnten uns schon leid tun. Es war
nicht richtig, diese armen Kerle einfach als Feiglinge abzuqualifizieren.
In meiner Zeit in Afrika, habe ich manche ital. Soldaten als sehr
gute Kameraden kennen gelernt, die auch den letzten Wassertropfen
und die letzte Zigarette mit einem teilten. Und gerade Italienern
verdanke ich mein Leben während eines englischen Fliegerangriffes
auf den Hafen von Tobruk.
Fliegerangriffe der Engländer
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