Erst viele Jahre nach dem Tod meines Vaters Willi (auch Willy)
Hildemann überließ mir meine Mutter dessen bis dahin
von ihr sorgfältig gehütetes Kriegsgefangenschaftstagebuch,
eine dunkelrote Kladde. Die Eintragungen gehen vom 17. Oktober
1944 bis zum 15. März 1946.
Völlig unerwartet fand ich dann im November 2004 zwischen alten Kalendern ein kleines Notizbüchlein mit Vaters Eintragungen
vom 27. Juli 1944 bis 15. Oktober 1944. Auf den letzten Seiten des Notizbüchleins folgen Eintragungen,
die an die des "großen" Tagebuches anschließen,
beginnend mit der Ankunft im Camp 7, Bahnstation Brent, 17. März
1946.
Somit sind lückenlose Aufzeichnungen vom Einrücken
bis zur Entlassung aus der Wehrmacht und Heimkehr, vom 27.
Juli 1944 bis 29. März 1946, vorhanden. Durch sie habe
ich meinen seit 1946 kränkelnden und 1977 verstorbenen Vater eigentlich erst richtig kennen gelernt.
Da so viele Fragen an die Eltern zu deren Lebzeiten unbeantwortet
blieben, bin ich glücklich über den Fund der Tagebücher.
Und gleichzeitig erschrocken über das, was Menschen damals
lebten und erlebten.
Zum besseren Verständnis der Tagebuchinhalte zunächst einige Angaben zu Personen und Umständen:
Mein Vater: Willy Hildemann, geb. 1901 in Bernau, Ingenieur, im
Tagebuch auch mit Kosenamen Bär genannt. Meine Mutter: Edda
Hildemann, geb. Thau, geb. 1911 in Nakel, Prov. Posen, Krankenschwester
und Oberin, im Tagebuch häufig mit Kosenamen Schummel o.ä.
genannt.
Heirat der beiden 1943 in Krakau, wo sie arbeiten und wohnen.
1944 (nach dem 6. Juni) beschließen sie, dass Vater sich
zur Wehrmacht meldet, "die jetzt jeden Mann benötigte",
so spätere mündliche Berichte. Mutter ist zu dem Zeitpunkt
schwanger. Sie wünschen sich ein Mädchen, das Ulrike
heißen soll. Im Juli 1944 rückt Vater in Crossen ein.
Im September 1944 wird er in Boulogne (Frankreich) gefangengenommen,
im Oktober ins Kriegsgefangenenlager nach England gebracht. Dort
mehrfach verlegt, zuletzt ins schottische Hochland. Von meiner
Geburt Ende Januar 1945 in Frankfurt/Oder erfuhr er erst im September
1945. Der im März 1945 geschriebene Brief meiner Mutter war
ein halbes Jahr unterwegs gewesen. Von Frankfurt/Oder aus flüchtete
meine Mutter mit mir u.a. über Arneburg, Hamburg bis nach
Büsum, wo Vater, Mutter, Kind Anfang April 1946 wieder zusammentrafen.
![[Soldbuch von Willy Hildemann, 1944]](../../../objekte/pict/kg_376_01/200.jpg)
Text des Notizbüchleins (ohne Seiten-Nummerierung):
1944
Gefreiter Hildemann
Panzer Gren. Ers. Bat. 512. Später Landes-Schützen Ausb. Batl.
Gekauft das Büchlein in Amiens
20 Francs = 1 Rmk
für meine liebe kl. Frau Edda Hildemann in Frankfurt a.O., Schlageterstr. 55
---
27. Juli: Eingerückt in Crossen/512
Inf.
28., 29., und 30. Juli: Einkleidung, Einteilung innerhalb der
Komp.
31. Juli: Umzug und Bildung der 4. Komp.
Pion. Kaserne
1. August: Beginn der Ausbildung
2.-5. August: Ausbildung
5./6. August: Besuch Schummellein
6.-15. August: Ausbildung
16. August: Reiseeinteilung d. 4. Komp.
17. August: Abstellung der Jahrgänge 01-05 nach Küstrin
18./19. August: Transport nach Küstrin
Am 18. August in Frankfurt Treffen mit Schummellein
Nachmittags 13 - 14 Uhr.
19. August: Besuch Schummellein in Küstrin
20. August: Reiseeinteilung der Marschkomp. in Küstrin. Besichtigung
der Marschkomp. durch General von Kortzfleisch und Verabschiedung.
21. August: Abmarsch und Verladung
22. August: Nachts 2 Uhr Abfahrt von Küstrin
nach dem Westen. Fahrtnummer 1944-97, Waggon München 56913
22. August: Fahrt über Berlin-Stendal-Hannover-Minden-Rheine
23. August: Fahrt über Bentheim (Holland) Hengeloh, Dodenzahl,
Antwerpen
24. August: Fahrt über Dendemonden, Melle, Gent, Cortrecht,
Coteroy, Lille
25. August: Fahrt über Arras nach Amiens
26. August: Aufenthalt Amiens
Verwüstungen d. Feindeinwirkung (Flieger)
27. August:
Weiterfahrt nach Forma
. (50 km). Ausladen, in
Deckung gehen im Walde. Sehr lebhafte Fliegertätigkeit, Luftkämpfe,
Abstürze. Nur wenige Kilometer von der Front entfernt hörbar
der Kanonendonner und die Stimmen der Waffen (Form
.)
28. August:
Eintreffen in Neufchatel (Frankreich) 5.30 Uhr. Unterbringung
in Bürgerquartier. Leichter Dienst. Luftkämpfe.
Donnerstag, 29. August:
Nachts 3.00 Abfahrt nach Avones La Bataille.
Ausladen. Bürgerquartier. Es soll per Wagen nach Dieppe gehen.
Nachmittags 3.00 neuer Befehl, wieder einladen, es soll per
Bahn nach Boulogne gehen. Waggon No. Kassel 54712
Mittwoch, 30. August:
Abtransport erfolgt nicht, Maschine
nicht am Ort. M
. Lager werden gesprengt. Es wird ernst,
der Feind ist uns auf den Fersen. Auf Suche nach Transportmitteln.
Donnerstag, 31. August:
Transport per Bahn ist nicht mehr möglich.
Der Feind hat alle Zufahrtswege zerstört. Abmarsch in Richtung
Abbeville. Erste Absetzbewegung. Nach 15 km Marsch Rast um 11.00.
Weitermarsch um 18.30 bis an die Somme. Die Somme wird erreicht
am 1. Sept. morgens 6 Uhr. Ca. 40 km Marsch mit Ausweichen vor
Fliegerangriffen. Die Truppe ist müde. Der Tommy drückt
nach. Die H.K.L.
überschicken und eine Einkesselung
vermelden.
Freitag, 1. September:
Quartier um 9 Uhr in einem franz. Dorf
ca. 18 km von Abbeville entfernt. Meine Füße schmerzen.
Wasser ist nicht zu haben, Ich finde eine Regentonne und nehme
ein "Bad". Abends sollen die Absetzbewegungen fortgesetzt
werden. Schlafen kann ich nicht, bin übermüdet, aber
trotzdem wird weiter marschiert. Der Feind drängt stark.
Um 21.00 wird abgerückt. Unnötiges Gepäck vernichtet.
Die Brücke von Abbeville wird vor der Sprengung um 0.30 erreicht.
Ein Eilmarsch 20 km. Jetzt sind wir raus aus dem Kessel. Unsere
H.K.L. ist erreicht. Es geht durch die ersten Linien hindurch,
noch ca. 10 km ins Quartier um 5.00 früh. (Hautellers)
Sonnabend, 2. September:
Es wird um 10 Uhr abmarschiert Richtung
Boulogne. Die V1 Stationen z. Teil passiert. Eine Gewaltleistung
ca. 45 km, fußkrank in Waffen. Auch ich habe Blasen und
kann die letzten 5 km nicht mehr weiter. Die Blase ist aufgeplatzt,
die Haut wird abgeschnitten und Verband angelegt. Arzt und Sanitäter
sind nicht mehr da. Der Arzt verunglückt. Wir gehen ins Quartier
(Pferdestall) und schlafen nach einer der härtesten Absetzbewegungen
erstmalig etwas länger und zwar von 2.00 bis 9.00 morgens.
Nachts um 11 Uhr habe ich starken Schluckauf. Mein Schummellein
war sicher bei mir. (Quartier) (Garron St. Martin).
Sonntag, 3. September:
Es wird ein halber Ruhetag eingelegt.
Die Sachen in Ordnung gebracht. Die Waffen gereinigt. Es geht
weiter um 20.00. Der halbe Ruhetag wird verbracht in Garron St.
Martin, 50 km von Boulogne entfernt. Bisher wurden 180 km Absetzentfernung
zurückgelegt. Um 20.00 geht es weiter über Leb
..oteux, 26 km , morgens 4.00 rücken wir ins Quartier (Scheune).
Wir hören von Sonderverhandlungen mit Finnland-Rumänien.
Wann erfolgt unser Gegenstoß im Westen, ist die Frage des
Tages. Wir erhalten als versprengte Einheit heute eine F
.
No. 22361D.
Montag, 4. September:
Um 10.00 ist Wecken. Dreckige Bauernhöfe
erinnern an Polen. Die Wasserverhältnisse sind katastrophal.
Unser Brot wird knapp. Um 16.00 wird weiter marschiert. Am Dienstag
früh 8.00 wird der Ozean erreicht. Es geht fast an der Dünung
in die Bunker.Weiter geht es nun nicht mehr. Ebbe und Flut bestimmen
das Wasser. Der Tommy greift laufend mit Fliegern an. Post kann
nicht befördert werden. Alles wartet, was wird nun geschehen,
wie teile ich meinen Angehörigen meine Lage mit.
Dienstag, 5. September:
Wecken um 16.00. Reinigen soweit es geht.
Im Bunker kein Licht. Wasser aus Quellen. Der Feind rückt
näher. Um 23.00 geht es auf die höchste Alarmstufe!
Mittwoch, 6. September:
Um 7.00 steht die Komp. Abmarschbereit.
Sturmgepäck fertig machen und zum Einsatz abmarschiert. Ein
Durchkämpfen scheint unmöglich, die Gefangenschaft rückt
in den Bereich der Möglichkeit. Es ist 11.00, wir rasten
und warten auf weiteren Befehl. Wir beziehen Feldstellung. Der
Feind liegt vor Boulogne. Die Ari und Flieger geben uns Schauspiele.
Verpflegung wird knapp.
Donnerstag, 7. September:
Die Nacht zum Donnerstag wird wieder
im Bunker verbracht. Die Stellungen liegen unter Art. Beschuß.
Ein angesagter Bombenteppich wird nicht gelegt. Abmarsch um 5.30
in die Feldstellung. Es regnet "Scheiße". Ob heute
der Feind angreift? Wir sind bereit! Um 14.00 tun wir uns zu 8
Mann zusammen, Stabsfeldwebel Krienke , Gruppenführer Limert
(?), Goliath, Hildemann und 4 Melder und bereiten uns 2 Hühner
zu. Brühe und Braten schmecken vorzüglich. Das erste
Mal seit Eddas Küche ein lucullisches Mittagessen. Ich schreibe
einen Brief an mein Schummellein . Das Flugzeug aber wird wohl
nicht mehr kommen. Um 21.00 geht es an die Küste zurück
in den Bunker. Die Ari des Feindes schießt Störungsfeuer
das auf unserem Bunker liegt. Ein Sturm an der Küste. Keinen
Mantel, das unwichtige Gepäck wurde inzwischen vernichtet.
Die Schuhe bleiben im Lehm stecken.
Freitag, 8. September:
Wecken um 5 Uhr. Es wird immer ernster
mit Verpflegung. Die Feldstellungen werden nicht bezogen. Es ist
Arbeitsdienst. Eben kommt die Meldung vom Vordringen des Feindes
bei Aachen. Wir sind erschüttert! Die Stimmung in der Truppe
leidet stark darunter.
Sonnabend, 9. September:
Wecken 5 Uhr. Schanzarbeiten, das Wasser
und die Waffen schweigen. Es wird kalt. Der Gesundheitszustand
der Truppe ist gefährdet. Wir backen uns allein Brot. Post
ist immer noch nicht abgegangen.
Sonntag, 10. September:
Wecken 5.00. Die See ist ruhig; Frieden
scheint in Sicht. Wir machen M.G. Dienst und schanzen, waschen
und kochen. Ein herrlicher Sommertag. Ich habe Lust zu baden.
Meine Gedanken sind sehr stark daheim bei meinem Schummellein.
Schade, die Unterkunft ist sehr mangelhaft. In einem Raum ohne
Licht ca. 20qm groß wohnen 20 Landser, Unterhaltung in der
Freizeit gibt es nicht, kein Radio, abgeschnitten. Aber wir halten
durch bis zum Endsieg. Könnte ich doch mal schreiben! Die
engl. Küste ist früh klar zu sehen, ca. 70 km entfernt.
Montag, 11. September:
Wecken 4.00. Um 5.00 Abmarsch zur Feldstellung.
Stellung ausbauen. Rückkehr um 12.00. Schanzarbeiten am Bunker.
Der Ozean lädt ein zum Baden; aber der Strand ist vermint.
Dienstag, 12. September:
Wecken 6.00. Gefechtsausbildung Schießen.
Der Feind kommt wieder aus der Luft. Ohne Gegenwehr wirft er seine
Bomben. Kein deutsches Flugzeug zur Abwehr, Post geht immer noch
nicht. Wir liegen an der einen Stelle 150m vom Feind entfernt.
Die ersten Beförderungen werden ausgesprochen (Gefreiter).
Die Einheit erhält den Decknamen "Leuchtturm",
unsere Kompanie "Leuchtturm 3". Ich bin sehr stark erkältet
und fühle mich seit einigen Tagen sehr unwohl. Die Frontverpflegung
ist reichlicher, aber doch kriegsmäßig. Unser Zugführer,
Stabsfeldwebel Krienke, sehr beliebt, wird zur 4. Komp. versetzt,
1 Tag vor seinem Geburtstag.
Mittwoch, 13. September:
4.00 Wecken. Es geht in die Feldstellungen.
Der Feind gibt Störungsfeuer. Fliegerverbände ziehen
gen Osten. Uns gegenüber sollen Kanadier und Polen liegen.
Boulogne wird evakuiert. Ob wir wohl Hilfe durch die Luft bekommen?
Was werden die nächsten Tage bringen. Post geht immer noch
nicht, das Schlimmste für jeden Soldaten, der hier liegt.
Ich bin jetzt sehr sehr viel mit meinem Schummellein zusammen.
Mit fallenden Sternschnuppen verbinde ich heimliche Wünsche,
mögen sie in Erfüllung gehen. Das schreibe ich jetzt
am Straßenrand vor meinem Bunkerloch. Vorbei ziehen Landser
schweigend, nachdenklich. Es ist 15.00 . Ein ungeheuerliches Feuer
beginnt. Bomber 100 - 200 - schwirren durch die Luft. Die Flak
schießt aus allen Rohren, die Ari setzt ein. Unsere Feldstellungen
haben noch nicht gelitten, aber das Vorfeld, die Höhen.
Donnerstag, 14. September:
Wecken 6.00, trübe und neblig
das Wasser, entsprechend die Stimmung. Feindtätigkeit geringer
als am Vortage. Besprechung beim Komp. Führer Ltn. Knaack.
Freitag, 15. September:
Der Btl. Führer hat schweren
Unfall erlitten während eines Fliegerangriffs. Scharfschießen
am Vormittag, Vorbereitungen für einen getarnten Angriff
in der nächsten Nacht. Gerüchte aller Art schwirren
durch die Luft. Deutsche Flugzeuge sollen in Boulogne gewesen
sein, zu schön um wahr zu sein. Der Berliner Sender soll
vom Beginn der Entscheidungsschlacht berichtet haben. Wir warten
und hoffen, und denken an unsere Lieben daheim.
Sonnabend, 16. September:
3.00 Wecken. 4.00 Abmarsch zum Angriff.
Rückkehr in den Bunker um 14.00. Eine herrliche Nacht, sternenklar,
Sternschnuppen fallen, Ohrenklingen links, ich denke an mein Schummellein
und sende Wünsche und Grüße, ich fühle mich
angesprochen wie noch nie seit unserem Abschied in Küstrin.
Ich merke mir die Tage 6 Uhr abends am 15. Sept. und in der Nacht
und am Morgen des 16. September. Nachmittag wird gebadet im Ozean.
Die Versenkung von 15 engl. Transportern stimmt uns freudig.
Sonntag, 17. September:
4.00 Wecken, Abmarsch in Feldstellung,
Feuertaufe durch Ari: Trommelfeuer, Ari, Flak, ca. 300 Bomber
4motorig. Dunkel ist der Himmel, und das Aufblitzen der Geschütze
ist erkennbar, Sprühregen von Splittern gehen hernieder.
Wir halten das Gesicht im Dreck. Es ist ½ 12.00 Uhr, wir
warten auf neuen Befehl. Der Bunker dröhnt von den Einschlägen.
Der Bunker hebt und senkt sich. Es ist 18.00, das Trommelfeuer
hält noch an. Was wird kommen? Der 17. Sept. wird uns unvergessen
bleiben. Es geht die ganze Nacht. Der Chef des Btl. fällt.
Um 2.00 wird für Tage Verpflegung gefasst.
Montag, 18. September:
Grau ist der Tag und die Stimmung der
Landser. Deutsche Panzer, deutsche Flieger sind leider nirgends
zu sehen. Ungestört zieht der Feind seine Bahn. Stumm sitzen
die Landser in den Bunkern und grübeln, denken an Haus, Hof
und Familie. Ob nicht doch noch Hilfe von außen kommt?!
Dienstag, 19. September:
Um 3.00 geht's zum Angriff und Gegenstoß
auf Boulogne. Ich habe den Auftrag, mit meiner Gruppe zuerst in
Stellung zu gehen. Es war ein Feuerkampf zwischen Häusern.
Uns fehlten Panzer und panzer-
Waffen. 1 Zug wird abgeschnitten
durch Flammenwerfer und Panzer, der Rest geht zurück. Mittags
um 13.00 werde ich mit meiner Gruppe gefangen genommen. Mein Ring
- Uhr - Geld wird mir sofort vom Feind abgenommen. Mir ist, als
wenn mir die Familie genommen ist. Bittere Stunden kommen. Eine
Gruppe Kanadier nimmt sich uns besonders an, es dauert aber nicht
lange. Die Nacht wird im Freien verbracht, ohne Decke, ohne Mantel,
der schwärzeste Tag meines Lebens.
Mittwoch, 20. September:
Wir kommen in ein Sammellager ca. 3000
Mann im Freien. Hoffentlich gibt es bald was zu essen und zu trinken.
Eine kalte Septembernacht wird im Freien verbracht.
Donnerstag, 21. September:
Zum Essen ist noch nichts da. Die
Hände werden in Tau "gewaschen", ebenso die Augen
angefeuchtet. Es ist Sachenkontrolle. Sämtliche Messer und
Streichhölzer werden abgenommen. Es strömen immer mehr
Gefangene zu von anderen Festungen. Die Kanadier verhalten sich
bis auf wenige sehr korrekt. Es gibt eine leichte Suppe. Die Nacht
wird wieder im Freien verbracht, die Gefangenenzahlen steigen
auf ca. 7000 Mann in meinem Lager.
Freitag, 22. September:
Wir hoffen auf Abtransport. Wohin werden
wir wohl kommen. Die Franzosen bedenken uns mit Flüchen aller
Art. Es gibt Tee mit Milch und 6 Kekse. Um 5 Uhr ½ lt. Suppe.
Um 7 Uhr 1 Becher Wasser. Ich rasiere mit Tau vom Grasboden und
wische mir die Augen aus. Ein Abtransport erfolgt noch nicht.
Sonnabend, 23. September:
Eine Nacht im Freien bei Dauerregen.
Durchnässt stehen wir seit 1 Uhr auf dem glitschigen Lehmboden.
Um 8 Uhr gibt es Tee und Kekse, um 1 Uhr 3/8 lt. Essen, das sehr
ordentlich schmeckt, leider zu wenig. 4 Tage schon im Sammellager,
alles sehnt sich heraus, die Zustände kann sich jeder denken,
der einmal nachdenkt, was notwendig ist, 7./.8000 Menschen unterzubringen
und zu verpflegen. Mit einer Sternschnuppe verband ich in der
Nacht Gruß und Wunsch an mein Schummellein und die Vorsehung.
Immer noch liegen wir zwischen Calais und Boulogne.
Sonntag, 24. September:
Am frühen Morgen wird verladen.
Es geht nach Dieppe. Unser Traum, ein Dach über den Kopf
zu bekommen, geht nicht in Erfüllung. Wir kommen vom Regen
in die Traufe.
Montag, 25. September:
Das Großlager wird eingerichtet.
Organisationskenntnisse wie in Deutschland vermisst man. Verpflegung
Kekse-Tee-Büchsenwurst, leider zu wenig. Im Lager ca. 20.000.
Dienstag, 26. September:
Es gießt in Strömen seit
4 Uhr nachts. Wir liegen in Löchern, gebuddelt mit Löffel
und meinem Frühstücksbrett in Lehm und Wasser. Durchnässt
bis auf die Haut. [
] Wann werden wir wieder mal ein Dach
über den Kopf bekommen, wann Kartoffeln und Brot essen können,
von Obst ganz zu schweigen. Wasser ist knapp, Durst macht müde.
Die Sonne kommt durch.
Mittwoch, 27. September:
Nach kalter Nacht bauen wir unser Erdloch
tiefer. Wssermangel tritt ein. Könnten wir uns bloß
wieder einmal waschen, rasieren. Ungeziefer macht sich hier und
dort bemerkbar. Das Wetter ist sehr unfreundlich. Hunger haben
alle. In meinem Erdloch liegen wir drei, treue Kameraden von Anfang
an, Arthur Goliath, Wilhelm Matuschka und ich. Sonst eine "Armee
hinter Stacheldraht".
Donnerstag, 28. September:
Ein Gewitter durchnässte uns
auch die letzte Nacht. Es reißt in allen Gliedern, von unten
und von oben nass. Gegen Läuse habe ich mich gestern pusten
lassen. Um 6 Uhr gibt es warmen Tee. Das gesamte Lager umfasst
nun ca. 30.000 Gefangene aus allen Atlantikbefestigungen Belgien
und Holland. Mein Bart ist heute 12 Tage alt, er fällt. Da
es Trinkwasser nicht gibt, wird Regenwasser aus einer Lehmmulde
genommen. Hemd und Unterwäsche werden einige Minuten der
Luft ausgesetzt.
Freitag, 29. September:
Nach eiskalter Nacht; aber ohne Regen
wird ohne viel Schlaf der Morgen erreicht. Es gibt heißen
Tee. Die Krankheitsziffern steigen. Jeder fragt: wann geht es
weiter. Die Tage werden zur Ewigkeit, nichts zu lesen, nichts
zu unterhalten. Jetzt weiß man was es heißt "frei
sein". Freiheit ist alles.
Sonnabend, 30. September:
Wieder ist eine Regennacht vorbei.
Diesmal sind wir aber beinahe trocken unter einem Zelt geblieben.
Wir haben auf Unterlagen verzichtet und liegen direkt auf dem
Lehmboden. Oft denken wir an unseren Stützpunkt "Nessel"
am Atlantik bei Boulogne, es war doch Gold dagegen. Die Nächte
werden immer länger. Möchte ich doch mal träumen
von meinem Schummellein, oder ein Schlucken ein starkes Denken
verraten. Wie mag es in der Heimat aussehen. Wann werden wir ein
Dach über den Kopf bekommen, wann können wir mal schreiben?
Aber ich bleibe stark in meinem Glauben, es wird auch wieder mal
die Sonne scheinen. "Ulrike" soll und muß uns
wieder zusammenführen.
Sonntag, 1. Oktober 1944:
Erntedanktag. Es goss in Strömen
während der Nacht. Ein scharfer Nordostwind weht. Danktag.
Auch ich danke dem Schicksal, dass es Dich, Schummellein und mich
hat teilnehmen lassen an dem großen Geschehen und uns zusammengeführt.
Ich rasiere mit Wasser aus der Lehmmulde. An Verpflegung gibt
es wie üblich Kekse, Corned Beef und Tee, mittags ½
lt. Essen, meistens Sauerkohl. Die Katholiken haben heute Gottesdienst.
Mein Gottesdienst sieht den Allmächtigen draußen in
der Natur zwischen den streitenden Völkern, so lese ich die
Briefe von meinem Schummellein und sende Grüße und
Wünsche in die Heimat für die Gesundheit meiner lieben
Edda und so es sein möchte auch für Ulrike. Mit einem
"auf Wiedersehen" beende ich den Erntedanktag und einem
Gebet im gleichen Sinne an den Allmächtigen.
Montag, 2. Oktober:
Meine Komp. hat Arbeitsdienst Wasser
tragen, in Kanistern 20 lt. Ein Teil des Lagers rückt ab.
Verpflegung wird geschleppt aus Lebensmittellager ½ Std.
entfernt. Es gibt zusätzlich etwas Mittagessen. Zum Abend
Reis mit Sultaninen, sehr gut schmeckend. Ich reiße mir
auf dem Weg zum Verpfl. Lager etwas Gras ab und lege es in die
Erdhöhle unter meinen Rücken und Verlängerung.
Die Nächte werden immer länger und kälter. Licht
gibt es nicht und wir müssen bei Dunkelheit in die Erdlöcher.
Heimatlieder werden gesungen verbunden mit innigem Denken.
Dienstag, 3. Oktober:
Ein grauer kalter Morgen weckt uns.
Wann bekommen wir ein Dach? Vor 14 Tagen nahm man mir und allen
anderen Kameraden die Freiheit. Nachmittags wird das Wetter freundlicher.
Ich hole mir Wasser, mein Kochgeschirrdeckel ist die Schüssel
für die Hals- und Gesichtswäsche. Alle möglichen
und unmöglichen Parolen durchschwirren die Luft.
Mittwoch, 4. Oktober:
In der Nacht goss es in Strömen.
Ich kann vor Schmerzen kaum aufstehen. Meine Beine und Füße
sind wie gelähmt. Die Kälte zermürbt uns langsam
aber sicher, dazu der Regen. Das deutsche Revier behandelt Patienten
nicht freundlich, die Küche kocht wohl gut, Verteilung sehr
subjektiv. Wenig Kameradschaft unter den Landsern. Not macht hier
Kameraden zu Lumpen. Rücksicht üben kennt man nicht.
Diebereien sind an der Tagesordnung, wenige Vertreter des kulturschaffenden
Deutschlands geben hier dem Feind die Verpflichtung, uns zu
schätzen oder mindestens anzuerkennen. Was sind doch die
Deutschen manchmal dumm, die Frauen dieser Krakehler würden
sich in ähnlicher Lage besser betragen. Gewiß, Hunger
tut weh, 24 Kekse statt Brot am Tage sind zu wenig, aber anderen
Kameraden das wenige noch wegessen ist mehr als Lumperei. Ein
kleiner Ausschnitt aus dem Lagerleben deutscher Kriegsgefangener
in Dieppe, deren Unterbringung kein Gegner, vornehmlich aber der
Engländer niemals verantworten kann. Wir Deutschen haben
unsere Gefangenen schneller und besser untergebracht. Die Sonne
zeigt sich heute gar nicht. Alles schreit nach geschlossenen Räumen
und warmer Kleidung. Ich habe nichts, ebenso der größte
Teil meiner Kameraden, noch nicht mal einen Mantel. Ich friere
heute besonders an Leib und Seele.
Donnerstag, 5. Oktober:
Eine eiskalte Nacht liegt hinter mir.
Ich melde mich zum Arbeitsdienst um warm zu werden. Meine Strümpfe
werden im Kochgeschirrdeckel gewaschen, ebenso mein Handtuch.
Es ist ein trostloses Bild "Levver dot als Sklav".
Freitag, 6. Oktober:
Nass liege ich morgens im Zelt 1 ½
mtr. Unter der Erde. Das Loch wurde mit Konservenbüchsen
gegraben. Die 45jährigen und älteren Soldaten werden
aufgerufen und verlassen das Lager, Ziel unbekannt. Wir drei bauen
unsere Unterkunft um, damit wir in der Nacht nicht vom Regen gestört
werden. Es gibt heute Rote Beete zu Mittag. Ich sitze im Erdloch
und schreibe, und sende herzl. innige Grüße an mein
Schummellein daheim, verbunden mit so viel Wünschen. Ob sie
es wohl fühlt?
Sonnabend, 7. Oktober:
Regen weckt uns. Langsam kommt die Sonne
durch. Zu rauchen ist nichts mehr da. Hie und da findet der Landser
einen Stummel, den er in der Pfeife aufraucht. Der größte
Teil des Lagers macht Arbeitsdienst. Ich bin vollständig
vom Rheuma erfasst. Tauschgeschäfte blühen, sogar die
wenigen Kekse werden gegen Zigaretten getauscht. Brieftaschen,
Portemonnaies, Ringe wechseln ihren Besitzer. Schokolade und Rauchwaren
gibt es beim Wachmann zu kaufen, doch ich habe keine Franc mehr,
3200 Fr. hat mir der Kanadier abgenommen. Heute spüre ich
das erste Mal, wie weh Hunger tut. Ein Morast im Lager, die Schuhe
bleiben im Schlamm stecken. Ein Ausziehen unmöglich. Ich
besitze nur noch was ich an Sommerkleidung anhabe, 1 Zeltbahn,
Brotbeutel und Kochgeschirr und Rasierapparat.
Sonntag, 8. Oktober:
Wieder hat der Regen den Boden unbegehbar
gemacht. Um 5.00 wird das Lager geweckt. Im Hafen liegen eine
große Anzahl Schiffe, die entladen werden müssen. Ich
werde nicht zum Dienst eingeteilt. Meine rheumatischen Schmerzen
in allen Gliedern werden immer heftiger. Meine Gedanken sind wie
immer besonders aber am Sonntag daheim bei meinem Schummellein.
Montag, 9. Oktober:
Am frühen Morgen werden die Jahrgänge
04 und älter aufgerufen, sie sollen bevorzugt abgefertigt
und verschifft werden, ca. 10% aller Gefangenen. Der Lagerarzt,
ein gefangener Deutscher, spricht zu uns. Wir haben uns geweigert
Arbeit zu verrichten, die im Widerspruch zu den internationalen
Abmachungen stehen, Verladung von Kriegsmaterial usw. Unser Verhalten
wird anerkannt. Antreten der Jahrgänge am Dienstag 8.00.
Ich freue mich unbändig, endlich Hoffnung zu haben, aus
den Erdlöchern herauszukommen. Ich sende Grüße
nach Hause, denn mit dem Abtransport rückt das Briefschreiben
in allernächste Nähe.
Dienstag, 10. Oktober:
Um 5.00 ist Wecken. Das gesamte Lager
tritt an. 75% aller "Insassen" sollen abtransportiert
werden. Wir werden untersucht auf Gut, das wir als Gefangene
r nicht haben dürfen. Streichhölzer, Rauchware, Zeltbahn,
Rasierklingen bis auf eine, Kerzen u.a.m. Ich habe nichts mehr
davon. Jetzt sitze ich im Lager 1 auf Lehmboden und warte mit
insgesamt ca. 2000 Kameraden auf Abmarsch. Italiener sind auch
hier. Ein trauriges Bild für jeden Deutschen. Was ich selbst
empfinde, kann ich nicht niederschreiben und bleibt der Tagebuch-Ergänzung
bis nach hoffentlich glückl. Heimkehr vorbehalten. Ich habe
schrecklichen Hunger. Es ist 14.00 und Verpflegung hat es noch
nicht gegeben.
Mittwoch, 11. Oktober:
Abtransport erfolgte nicht mehr, abends
gab es Verpflegung. Die Nacht wurde unter freiem Himmel verbracht.
Einige Zelte standen zur Verfügung. Ich hatte Glück
und bekam für einige Stunden Platz. So eine Nacht habe ich
noch nicht verbracht. Ich habe mich entschlossen, während
der Gefangenschaft ein Buch zu schreiben. Unkameradschaftlichkeit
und Rücksichtslosigkeit übt beinahe jeder Landser. Es
ist unbeschreiblich, wie wir im Zelt gelegen haben und was sich
für Szenen abgespielt haben. Um 9.00 gibt es heißen
Tee, um 6.00 sind ca. 1000 Mann abgerückt. Ich warte und
warte und hoffe und glaube. Auf der Feindseite ein wechselvolles
Benehmen. Z. Teil Verständnis und Entgegenkommen der Wachmannschaften.
Woanders, ich sehe es gerade, pufft ein Kanadier einen Deutschen,
alter Mann, weil er wegen Erschöpfung nicht schneller gehen
kann, erreicht aber trotzdem nichts, auch als er seine Waffe in
Anschlag bringt.
Donnerstag, 12. Oktober:
Wieder liegt eine schreckliche Nacht
hinter mir, nicht geschlafen, im Zelt eng zusammengedrückt
worden, einige Stunden sitzend auf kaltem Lehm verbracht. Verpflegung
sehr mäßig. Nicht waschen können, die Kleider
seit Küstrin nicht vom Körper, kein Schlaf, Sachen zerrissen
und dreckig, innerlich fertig, krank, von Rheuma befallen, so
sitze ich als Gefangener im Lager 1 in Dieppe und frage mich warum?
War das mein freiwilliger Einsatz? Haben wir Kriegsgefangenen
was verbrochen, dass wir so bestraft werden? Ich kann vor Schmerzen
nicht laufen und ziehe eben meine Schuhe aus, vielleicht wird
es etwas besser. Ob es heute weiter geht weiß ich nicht.
Ich bin nicht etwa verzweifelt, nein, dazu ist meine Hoffnung
und mein Glaube an den deutschen Sieg viel zu fest, hängt
doch alles nur hiervon ab.
Freitag, 13. Oktober:
Eine schlaflose, sitzend verbrachte
Nacht endet mit dem Wecken um 5 Uhr. Antreten ca. 1000 Mann. Abmarsch
nach Dieppe zum Hafen. Ich sitze in der Sonne am Kai und warte
auf das Einschiffen. Wo geht es hin und wie werden wir die Verbannung
erreichen? - Es ist 18.00. Ich liege in meiner Koje auf einem
kl. Transporter, schätzungsweise 5000 to. Es geht nach England.
Die Abfahrt soll erst morgen beginnen. Der Transporter No. 390
ist erst Juli 44 in Dienst gestellt. Das erste Mal seit 4 Wochen
wird eine Nacht nicht im Erdloch verbracht. Bordverpflegung ist
Tee, Corned beef ½ Büchse, 12 Kekse, sehr ordentlich,
wir alle sind sehr zufrieden.
Sonnabend, 14. Oktober:
Um 6 Uhr wache ich nach gutem Schlaf
etwas fröstelnd auf. Ich habe leider nichts zum Zudecken.
Herrlich scheint die Sonne. Im Hafen herrscht Friedensbetrieb.
Frisches Obst in den Auslagen der Geschäfte ladet zum Essen
ein. Tauschgeschäfte blühen. Die Landser tauschen mit
dem Tommy in einer Art wie es mir unverständlich ist. Es
ist 12.00. Hoffentlich gibt es bald was zu essen und zu trinken.
Die tags zuvor gelobte Verpflegung wird heute schon sehr stark
reduziert. Es gibt z.Teil weniger als im Lager. Um 19.00 stechen
wir in See. Ich bin im Führerboot untergebracht. Nach stürmischer
Fahrt landen wir bei hohem Seegang am
Sonntag, 15. Oktober:
Um 5.00 in Southampton. Es gab Seekranke
in rauen Mengen, wohl 70% aller Landser, es war ein tolles Bild,
z. Teil ekelhaft, dazu die schlechte Luft in der Kajüte.
Ich gehörte zu denen, die alles gut überstanden haben.
Ich freue mich hierüber und sende am frühen Morgen herzinnige
Grüße an mein Schummellein daheim. - Um 9.00 geht es
mit der Bahn (Polsterklasse!) in den Bezirk London. Gegen 13.00
erreichen wir das Lager. Auffällig die Organisation des Engländers.
Die Abfertigung der ca. 1500 Mann in knapp 3 Stunden war ein Meisterstück.
Wir sind unterteilt in Heer, Marine, Luftwaffe. Liegen in Zelten
und warten auf Weitertransport. Es soll Körper- und Leibwäsche
erfolgen (Entlausung). Zu essen gibt es eine Gemüsesuppe,
1 Scheibe Brot und Kaffee. Ein sonderbares Gefühl, England
auf diese Art und Weise zu erreichen. Ich habe noch nicht viel
gesehen, aber immerhin eines festgestellt, dass die Züge
wenig Verkehr aufweisen, Sauberkeit in den Zügen herrscht
und im übrigen ein sauberes auf Kriegsverhältnisse umgestelltes
Leben pulsiert. Die deutsche Waffeneinwirkung ist
. unerheblich,
soweit die Gegend, die ich durchfahren habe, zu beurteilen wäre.
Dieses kleine Notizbüchlein ist offensichtlich am 15. Oktober
1944 abgenommen, durch ein
neues, das "große", ersetzt und am 17.März
1946 bei der Entlassung aus der Gefangenschaft
wieder ausgehändigt und weiter geschrieben worden.
Tagebuch von Willy Hildemann, Teil II.