Kollektives Gedächtnis

Dieser Eintrag stammt von Helene Bornkessel (*1920 )
aus Hamburg
, September 2006 :
   Wirtschaft


Hitlers Aufrüstung


Damals wurde die große Arbeitslosigkeit mit vielen Mitteln beseitigt. Es wurden nicht nur Kasernen und Autobahnen gebaut - nein - es wurde viel Heimarbeit vergeben und gerne angenommen. Es kann 1935/36 gewesen sein, ich besuchte meine ehemalige Schulkameradin. Der Vater war Maurer und oft arbeitslos. Die Mutter hatte eine Nähmaschine und Heimarbeit übernommen. Aber was sie nähte - "dor ward keen Dübel ut klock" (da wird kein Teufel draus klug).

Sie nähte Strippen - ca. 20 cm lang und 4 cm breit. In diese Strippen nähte sie "Tunnel" in ca. 1 cm Abstand. Dann wurden ca. 10 cm lange Metallfedern in die Tunnelgänge geschoben und oben und unten festgenäht. Das war die Näharbeit, nun mussten noch die Fäden befestigt werden, und dann wurden die Strippen zu 100 Stück verpackt. Das machte die Familie.

Aber was war das? Der Stoff war olivgrün und man konnte jetzt die Strippen auseinander ziehen (wie heute Gummizug). Wo wird so was gebraucht? Erklärt wurde es damals nicht. Nur ein paar Jahre später entdeckte die Familie die Federstrippen an den Gasmaskenverschlüssen wieder.

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