23. April 1945. Ich lag seit dem 11. Februar 1945 wegen einer
Lungenentzündung im 122. Reserve-Lazarett in Berlin-Tempelhof.
Der Kanonendonner, der schon seit Tagen aus der Ferne zu hören
war und jetzt immer stärker wurde, weckte mich auf. Es musste
etwa 5 Uhr morgens sein. Die Kameraden im Zimmer waren alle wach.
Viele von ihnen hatten schwere Kampftage hinter sich. Es war allen
klar, dass es nun ganz ernst wurde. Wir sprachen nur wenig und
leise. In der Nähe des Lazaretts musste deutsche Flak stehen.
Sie machte einen ohrenbetäubenden Lärm. MG-und Gewehrfeuer
kamen hinzu. Ich hatte vorher noch nie Infanteriefeuer gehört.
Ich war sehr aufgeregt. Die Scheiben klirrten. An Schlaf war nicht
mehr zu denken. Dunkle Vorahnungen erfüllten uns. Als ich
um 9 Uhr in die Schreibstube ging, um mich um meinen Ausgang zu
kümmern, erzählte mir ein freundlicher Kamerad, selbst
ein Lichterfelder, dass vor wenigen Minuten ein Major berichtet
hätte, in Lichterfelde sei bereits der Russe. Diese Nachricht
stürzte mich in große Unruhe. Ich rief meinen Vater
im Reichsluftfahrt-Ministerium (12hM) an, um ihm das mitzuteilen.
Er war gefasst. Wenn ich zuhause Genaueres erfahren haben würde,
wollte ich ihm mehr berichten. Eigentlich hatte ich keine Angst,
dass irgendetwas Schlimmes bei uns geschehen sein könnte.
[...] Der geplante Ausgang fiel ins Wasser. Während der Visite
stellte uns nämlich der Stabsarzt frei, ob wir, das heißt
die Geheilten oder Genesenden, im Lazarett bleiben, oder nach
Hause entlassen werden wollten. Ich wollte nach Hause. Ich erhielt
mein Krankenblatt mit einem entsprechenden Vermerk und machte
mich fertig, dem Lazarett, das ich mit der Zeit beinah liebgewonnen
hatte, Lebewohl zu sagen. [...] Zuhause schließlich angekommen,
befand ich mich inmitten der HKL [Hauptkampflinie, Red.]. In den
Gärten schlichen SS-Soldaten umher, auf der Osdorfer Chaussee
fuhren drei russische Panzer, und das Gebiet lag unter leichtem
Artillerie-Beschuss. Unser und des Nachbarn Haus hatten Treffer
erhalten. Der Schaden war jedoch gering. [...]
Um etwa 18 Uhr kam mein Vater begleitet von Leutnant Fischer.
Ich legte wieder den "grauen Rock" an und fuhr im Auto
mit den beiden los. Auf der Fahrt zum Potsdamer Platz war kaum
etwas vom Gefechtslärm zu hören. Als wir uns jedoch
dem Halleschen
Tor näherten, verwehrte uns eine dichte Qualmwolke den Blick
in die vor uns liegenden Straßen. An der Sperre am Halleschen
Tor wachte SS. Ich wusste schon vorher, dass Hitler in Berlin
war und die Führung des Kampfes um die Reichshauptstadt übernommen
hatte. Nach der Ankunft im RLM richtete ich mich im Zimmer meines
Vaters ein. Es lag im 2. Stock. Ein modernes Doppelzimmer mit
fließendem Wasser. In den ersten Tagen merkte ich vom Kriegslärm
nur wenig. [...]
Mein Vater war Abschnitts-Kommandant und sein Verteidigungs-Sektor
erstreckte sich von der Hornstraße über das Hallesche
Tor zur Skalitzer Straße, weiter bis zum Görlitzer
Bahnhof und vom RLM aus zum Spittelmarkt. Diese Kontrollgänge
führten uns in die unmittelbare Nähe des Feindes. Es
gab keinen festen Frontverlauf. Die Russen stießen irgendwo
mit einigen Panzern durch, überall mussten wir mit ihnen
rechnen. Mein Vater und Rust trugen außer ihren Pistolen
auch Maschinenpistolen. Ich war mit einer Pistole, ein paar Handgranaten
oder einer Panzerfaust bewaffnet. Wenn wir im PKW fuhren, mussten
alle Insassen nach feindlichen Kampfflugzeugen Ausschau halten.
Es kam nicht selten vor, dass wir scharf bremsten, die Türen
aufrissen und uns mit größter Eile in eine Deckung
warfen und dort verharrten, bis die Gefahr vorüber war.
Bei seinen Kontrollgängen führte mein Vater oft seine
Einheiten zu Gegenstößen. Ich war stolz auf ihn und
bewunderte ihn, wie er seine Truppe kommandierte. Klar und umsichtig.
Ein tüchtiger Offizier. Es machte ihm Spaß. [...] Mein
Vater fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Einerseits
glaubte er nicht mehr an einen für Deutschland günstigen
Kriegsausgang. Auch die Überzeugung, für eine gute Sache
zu kämpfen, war nicht mehr vorhanden. Andererseits führte
er seine Aufgaben pflichtbewusst aus. Ein
Soldat muss gehorchen. Das war seine Philosophie. Was ihm Skrupel
hätte bereiten können, verdrängte er.
Er war Major und nahm die Stelle eines Regimentskommandeurs ein.
Etwa 2000 Mann unterstanden ihm. Ein bunt zusammengewürfelter
Haufen: Dolmetscher, Volkssturmmänner, Wehrmachtseinheiten;
sogenannte Alarmeinheiten und Polizisten. Am zuverlässigsten
waren seine Dolmetscher und die Männer der Alarmeinheiten.
Mit den Polizisten war nicht viel los. Sie waren auch nicht beliebt.
[...] Dazu kam, dass es an Waffen, besonders an Maschinenwaffen
fehlte. Der Feind war uns in allem weit überlegen. Fast jeder
Russe trug eine M-Pi. Manche unserer Leute waren nur mit ein paar
Handgranaten ausgerüstet.[...]
Schon am Tage meines Einzugs ins RLM wurde mein Vater darauf hingewiesen,
dass sich bald Feinddruck auf seinen Abschnitt bemerkbar machen
würde. Wie wir vom Ic wussten, griff der Russe mit acht Armeen
und 2000 Panzern die Reichshauptstadt an, unterstützt von
einer starken Luftflotte. Unsere eigenen Kräfte waren dagegen
lächerlich gering. Kaum eine Abwehr gegen Flugzeuge. Die
wenigen Flak wurden im Erdkampf eingesetzt. Deutsche Jagdflugzeuge
zeigten sich kaum. Die deutschen Truppen waren so zusammengesetzt
wie die Einheit meines Vaters. Geschütze, Panzer und Flugzeuge
gab es bei uns kaum noch. Ich weiß nicht, ob uns der Russe
20 oder 50 mal überlegen war. Jedenfalls bestand gar keine
Aussicht, mit den geringen Mitteln eine erfolgreiche Verteidigung
zu führen. So war also der Kampf idiotisch.
An eine Nachricht, die amtlich bekannt gegeben wurde, klammerten
sich jedoch viele, bis zum Ende: Starke deutsche Entsatzarmeen
sind vom Westen und Süden im Anmarsch. Es wurden sogar die
Orte angegeben, in denen die Spitzen dieser Verbände stehen
sollten. Immer näher kamen sie, so glaubte man. Jetzt mussten
sie eigentlich da sein. Aber dann hieß es, die Truppen ständen
doch noch weiter entfernt von Berlin. Bis zum letzten Tag erhielten
wir solche Meldungen. Es ging das Gerücht um, wir hätten
mit den Westmächten ein Abkommen geschlossen, nach dem wir
unsere Truppen zurückziehen konnten, ohne dass uns die Engländer
und Amerikaner folgen wollten. Unsere Stimmung war gemischt aus
Verzweiflung, Hoffnung, Gleichgültigkeit. Wir klammerten
uns wie kleine Kinder an diese Nachrichten. Wären tatsächlich
deutsche Entsatztruppen in Berlin eingetroffen, hätten diese
den Ausgang des Krieges auch nicht ändern, allenfalls um
ein paar Tage verzögern können. [...] Wenn auch die
militärische Kraft des Reiches längst gebrochen war,
die Propaganda tat noch ihre verheerende Wirkung. Einsichtige
Soldaten versuchten sich dem Kampf zu entziehen. Sie galten bei
den Ausharrenden als Verräter. Der Russe fürchtete uns
sehr. Offensichtlich überschätzte er unsere Kräfte.
Die Eroberung Berlins kostete ihm viel Blut und Material. Unsere
Opfer aber waren wohl noch größer.
[...] Etwa um 22 Uhr verließen mein Vater, ein Hauptmann,
der Fahrer, ein Verwandter des Hauptmanns und ich mit unserem
Opel das RLM. Wir fuhren durch stark zerstörte Straßen
und mussten aufpassen, nicht in einem Bomben- oder Granattrichter
zu landen. Ohne Zwischenfall gelangten wir an unseren Bestimmungsort.
Der Gefechtslärm war schwach. Hin und wieder aus der Ferne
eine Detonation. Die letzten Meter bis zur HIC, ging's zu Fuß.
irgendwo ratterte ein MG. Die Häuser um uns brannten. Das
Feuer beleuchtete die unheimliche Szene. Es schien nicht viel
los zu sein. An unseren Sperren riefen uns die Wachen an und meldeten
meinem Vater, nachdem sie ihren Kommandeur erkannt hatten. Mein
Vater besichtigte die Stellungen, tadelte ein paar unvorsichtige
Männer und ermahnte die Posten. So verhältnismäßig
ruhig es auf der Erde war, so unruhig war es in der Luft. Einige
zweimotorige feindliche Flugzeuge kreisten über dem Gebiet.
Die Maschinen flogen sehr niedrig. Wir konnten sie deutlich erkennen.
Sie tauchten plötzlich aus einer Wolke auf und verschwanden
gleich wieder.
Wir standen gerade an einer Brücke und hatten soeben festgestellt,
das ein Volkssturmführer mit dem größten Teil
seiner Leute getürmt war, als wir von ein paar kurz aufeinander
folgenden hellen Explosionen zu Boden gerissen wurden. Der russische
Flieger, der irgendetwas Verdächtiges, uns wahrscheinlich,
auf der Brücke bemerkt haben musste, warf Splitterbomben.
Dieser Überfall richtete wenig Schaden an.
Einige Männer bekamen ein paar Kratzer. Wir setzten den Rundgang
fort und kamen schließlich in eine enge, dunkle Straße.
Inzwischen war der Mond durch die Wolken gekommen und schien auf
die zerstörte Stadt. Gespenstisch ragten die Ruinen in den
Himmel. Über uns brummten die russischen Flugzeuge. Wir bewegten
uns an den Häuserwänden entlang, um nicht aufzufallen.
Wie durch einen Blitz wurde die Straße plötzlich grell
erleuchtet. Drei oder vier hellgelb strahlende Leuchtfallschirme
machten die Nacht taghell. Man hätte ohne Mühe Zeitung
lesen können. Etwas weiter vor uns starke Motorengeräusche.
Jetzt das Pfeifen der Bomben. Die Erde zitterte, starke Explosionen.
Dann Ruhe. Die Leuchtfallschirme verglühten.
Wir tappten weiter zu einer steinernen Brücke. Da wieder
das helle Aufleuchten der Leuchtfallschirme. Diesmal aber direkt
über uns. Die Luft füllte sich mit dem schrecklichen
Dröhnen der Flugzeuge. Uns packte die Angst. In schnellen
Sprüngen liefen wir in den Garten einer Gaststätte und
warfen uns der Länge nach hinter eine Mauer. Und schon ging
der Zauber los. Ich hatte während des Krieges schon viele
Bombenangriffe erlebt und war manches gewöhnt. Dies aber
übertraf alles. Damals saß ich in einigermaßen
sicheren Unterständen. Hier aber lagen wir im Freien, fest
an den Boden gepresst, über uns die unheilbringenden Bomber.
Taghell. Mein Vater und ich lagen eng aneinander gekauert und
erwarteten jeden Augenblick, dass eine Bombe im Garten einschlagen
würde. Das war also das Ende! Die Ohren dröhnten. Schlag
auf Schlag. Blitz auf Blitz!
Etwa 15 Minuten mochte dieses Inferno gewährt haben. Wunderbar.
Keiner von uns hatte auch nur die kleinste Schramme abbekommen.
Als sich die Einschläge entfernten, griffen wir unsere Waffen
und sprangen über die unversehrt gebliebene Brücke.
Wie es um uns aussah, weiß ich nicht. Ich hatte nur einen
Gedanken: Schnell weg aus dieser ungastlichen Gegend. Kaum hatten
wir die Brücke hinter uns gelassen, als neue Leuchtzeichen
aufblitzten. Wir stürzten schnell in einen Keller und ließen
das neue Bombardement über uns ergehen. Der Russe warf nicht
so schwere Bomben wie seine westlichen Bundesgenossen. In ordentlichen
Kellern war man deshalb ziemlich sicher. [...]
An jenem Morgen lag ich im Bett und ruhte mich von den Anstrengungen
der Nacht aus, als ich durch einen gewaltigen Knall aufgeweckt
wurde. Ein höllischer Lärm entwickelte sich da draußen.
Einschlag auf Einschlag. Mich packte Schrecken und Panik. Der
Kalk rieselte von den Wänden. Die Pappe flog aus den Fenstern
und das Geschirr setzte sich klappernd in Bewegung. Ein Blick
aus dem Fenster: Alles voll Qualm, beißender Gestank. Der
Beschuss wurde immer stärker. Die Schränke wankten bedenklich.
Mir wurde es ungemütlich. Ich hatte Angst. Mit war klar:
Das RLM war das Ziel dieser Grüße. Mit einem athletischen
Sprung wollte ich das Bett verlassen, vergaß aber in der
Aufregung, dass ich in einem Bettbezug lag, der jetzt meine Bewegung
zurückhielt. Der Länge nach stürzte ich auf den
Fußboden und schlug dabei mit dem Rücken gegen eine
Türkante. Aber da blieb keine Zeit, über das Missgeschick
zu sinnen. Der Lärm wurde unerträglich.
[...] Schnell meine Stiefel gegriffen - die Hosen hatte ich sowieso
angelassen - und ohne Jacke raus auf den Flur und etwas verschnaufen.
Nachdem ich mich beruhigt hatte, lief ich ins Zimmer zurück,
um meine übrigen Sachen zu holen. Der Kleiderschrank lag
jetzt quer im Zimmer. Auf dem Hof sah ich einen getroffenen Munitionswagen,
der wie Feuerwerk auseinander zischte. Flugzeuggebrumm. Kurz darauf
kam der Segen auch von oben. Die Bomben regneten herab. Deutlich
sah ich, wie die Bomben sich lösten und auf die Erde zukamen.
Ich hatte große Sorgen um die Drei, die draußen ihren
Besichtigungsgang machten. Ihnen war aber durch das Bombardement
nichts geschehen. Als mein Vater zurückkam, machten wir uns
daran, in den bomben- und granatsicheren Keller des Preußenhauses
umzuziehen. Der Gefechtsstand - also der Arbeitsplatz meines Vaters
- war dort schon seit langem untergebracht. Die Innenstadt von
Berlin war nun Hauptkampflinie.
Mit wenigen Unterbrechungen lag von nun an unser Gebiet unter
starkem Artilleriefeuer. Auch daran gewöhnten wir uns. Zu
den Granat- und Bombeneinschlägen gesellten sich nun auch
die Granatwerfer und Salvengeschütze, die sogenannten Stalinorgeln.
Es war daher lebensgefährlich, vom Freudenhaus über
den Hof zum RLM zu laufen. Arbeiter brachen deshalb die Kellermauer
zwischen diesen beiden Häusern durch. Inzwischen war der
größte Teil unseres Verteidigungsbereichs von den Russen
besetzt. Hier und da kämpften die Deutschen in Häuserblocks.
Mein Vater erhielt den Oberbefehl über die Verteidiger des
Preußenhauses und des Hauses der Flieger, des ehemaligen
Herrenhauses. Zu dieser Zeit wurde meinem Vater auch die Spange
zum EK II von 1914/1918 verliehen. [...]
Auch an solche Bilder musste ich mich gewöhnen [...]: Eine
Granate hatte einen Kellerraum, in dem der Brennstoff, vor allem
für die Lichtmotoren, gelagert wurde, getroffen. Im Nu stand
der Tank in Flammen. Als ich von meinem Gefechtsstand zum RLM
lief, sah ich auf einem Handwagen zwei noch brennende Leichen,
deren Gesichter bereits halb verkohlt und deren Kleider zu Asche
geworden waren. Nie hatte ich zuvor etwas so Schauriges gesehen.
Seltsam, diese Bilder berührten mich nur wenig. Alles war
wie ein Traum. Körper und Geist passten sich den Umständen
an.
[...] Katastrophal waren die Zustände im Lazarett. Jeden
Tag strömten viele Schwer- und Leichtverwundete in die engen
Kellerräume. Sie wurden behandelt, operiert und verbunden
und irgendwo auf den Fußboden oder auf Stapel alter Akten
gelegt,. Nur die schwersten Fälle kamen in Betten. Zuzudecken
brauchte man die Verwundeten nicht, denn in diesen Höhlen
war es unerträglich warm. Nur ein fahles Licht beleuchtete
diese traurigen Bilder. In allen Kellerräumen des RLM, vollgestopft
mit Menschen, war die Luft stickig und übel. Die Frischluftzufuhr
reichte nicht aus. Jeder wird sich gut vorstellen können,
wie es erst in den Krankenzimmern stank. Die Luft war verpestet
durch die vielen Wunden, den Unrat und die süßlichen
Medikamente. Drei tüchtige Ärzte, mehrere Schwestern
und Hilfskrankenträger betreuten und pflegten in großer
Selbstaufopferung die hilflosen Männer. [...]
Über die allgemeinen Vorgänge und über das Kriegsgeschehen
wurden wir von drei Quellen unterrichtet. Einmal vom Ic [Abteilung
Ic des Generalstabs, zuständig für Feindnachrichten
und Abwehr, vertreten durch einen Nachrichtenoffizier - Red.],
der seine Nachrichten vom Generalkommando erhielt und die wohl
am seriösesten waren. Dann vom NSFO [Nationalsozialistischer
Führungsoffizier - Red.]. Der erhielt seine Informationen
auch vom Ic, frischte sie aber propagandistisch auf. Schließlich
vom englischen Sender. Ich hörte BBC regelmäßig.
Die Front in Berlin wurde nur durch die Hoffnung auf den gemeldeten
Entsatz aufrecht erhalten. [...] Als die Soldaten merkten, dass
sie angelogen wurden, verloren sie auch das Vertrauen zu ihrer
Führung. [...] Was der Sender über Berlin sagte, konnte
ich ja überprüfen. Ich muss zugeben, es entsprach alles
den Tatsachen. Jetzt stellten wir uns um, denn jeder Zweifel an
dem furchtbaren Ausgang des Krieges war beseitigt. Wir sträubten
uns nicht länger gegen die Erkenntnis, dass uns die Führung
in ein großes entsetzliches Unglück gestürzt hatte,
dessen Auswirkungen nicht abzusehen waren. Mit Schmerz erlebten
wir den Untergang Deutschlands. [...]
Der Gefechtslärm rückte unaufhaltsam näher. Es
gab immer noch einige, die an eine günstige Wendung glaubten.
Aber ohne Pause trommelten die Granaten der russischen Artillerie,
Granatwerfer und Salvengeschütze auf die Häuser und
Trümmer der Innenstadt. Ein Bomberverband nach dem anderen
warf seine Last auf die eng zusammengedrängten Verteidiger
Berlins. Wir saßen geschützt in unserem tiefen Keller.
Über uns bebte es. Um die Verwundeten und Zivilisten, die
zu Hunderten oder gar zu Tausenden in Kellern hausten, aus den
bevorstehenden Endkämpfen herauszuhalten, sandten wir Parlamentäre
zum Feind. Sie sollten über den Auszug der Wehrunfähigen
verhandeln. Die Besprechungen schienen zunächst erfolgreich
zu verlaufen. Eine von den Russen zu uns gelegte Telephonleitung
ermöglichte einen dauernden Verkehr zwischen hüben und
drüben. Ab und zu kamen auch Russen ins RLM und sprachen
mit Oberst Seifert, dem Kampfkommandanten des Zentrums von Berlin.
[...]
Im Laufe der weiteren Verhandlungen forderte uns das russische
Oberkommando zur Kapitulation auf. Es versprach uns in diesem
Falle gute Behandlung. Die Offiziere sollten ihre blanken Waffen
behalten, und alle Soldaten hätten ihre Orden tragen dürfen.
Das Angebot wurde unter der lächerlichen, aber auch merkwürdigen
Begründung, die Reichsregierung sei nicht vollzählig
beisammen, abgelehnt. Vielleicht war das ein Beweis für meine
Vermutung, dass sich Hitler gar nicht in Berlin aufhielt. Er pflegte
doch sonst alles selbst zu entscheiden. Die Verhandlungen wurden
abgebrochen. Während der Verhandlungszeit hatte Waffenruhe
bestanden. Nun ging es wieder los. Die Tragödie musste zuende
gespielt werden. Unsere Stimmung war weiter gesunken und die letzte
Hoffnung auf ein einigermaßen vernünftiges Ende war
dahin. [...] Das war alles Wahnsinn, und es sollte nun noch alles
schlimmer werden.
[...] Am Abend das 1. Mai wünschte Hauptmann Saalmann, der
Adjutant des kommandierenden Generals, meinen Vater zu sprechen.
Nach der Unterredung rief mein Vater Rust und mich zu sich und
teilte uns einen ungeheuerlichen Plan mit: Innerhalb einer Stunde
sollten sich alle kampffähigen Männer an bestimmten
Stellen der Innenstadt versammeln, von dort aus nach Norden durchbrechen
und sich schließlich mit deutschen Verbänden, die irgendwo
nördlich von Berlin kämpften, vereinigen. Wir waren
sprachlos. Der reinste Wahnsinn! Das musste zur sicheren Vernichtung
der übrig gebliebenen Truppen führen. Das bedeutete
doch, dass wir uns, schlecht bewaffnet, ohne schwere Waffen oder
Panzer, vielleicht 100 oder 200 Kilometer durch ein Gebiet schlagen
müssten, das von den Russen erobert und dicht besetzt war.
Aber noch waren wir Soldaten und mussten gehorchen.
Um diese Zeit war meinem Vater auch der Tod Hitlers mitgeteilt
worden. Wir sagten uns, dass wir jetzt, da der Führer tot
sei, auch nicht mehr an den Fahneneid gebunden seien. Wir wollten
also eine günstige Gelegenheit abwarten, um uns diesem Kampf
zu entziehen. Aber, erstaunlich genug, die Soldaten fühlten
sich untereinander kameradschaftlich verbunden. Keiner wollte
den anderen im Stich lassen. So hielt alles noch zusammen, und
die Befehle der Vorgesetzten wurden befolgt. Wir, von der Kampfgruppe
Sommer, etwa noch 50 Mann, marschierten nun, oder besser gesagt,
stolperten, schlichen, in dunkler Nacht hinter meinem Vater her
durch die Trümmer der Wilhelmstraße und weiter zu dem
bestimmten Sammelplatz. Mein Vater, Rust und ich hatten uns vorgenommen,
wie Kletten beieinander zu bleiben. Jede Kampfgruppe hatte einen
anderen Sammelpunkt.
Wir lagen nun zwischen Häusertrümmern in der Friedrichstraße,
Ecke Taubenstraße und warteten auf weitere Befehle. Es verging
eine halbe Stunde, aber nichts rührte
sich. Mein Vater machte sich deshalb mit mir auf, um den kommandierenden
Oberst in Nacht und Chaos zu suchen. Vergeblich. [...] Wir suchten
auch in der Umgebung nach dem Vorgesetzten. Umsonst. [...] Mittlerweile
war der Uhrzeiger auf 1 Uhr gerückt. Eine schaurige Nacht!
Um uns brannte es in den Trümmern. Ab und zu Einschläge
und das Pfeifen von Geschossen. Alles in allem aber beängstigend
still. Mein Vater wusste nicht mehr, was er tun sollte. Auf eigene
Faust versuchen, den Haupttrupp zu erreichen? Oder etwa mit diesem
Häuflein allein einen Durchbruch versuchen? Das kam überhaupt
nicht in Frage. Er kannte auch nicht die Stelle, an der dieser
Ausfall geplant war. Er wollte aber auch nicht den Befehl geben,
die Waffen fortzuwerfen und so für uns den Krieg zu beenden.
Einem Rückzug ins RLM stand der Befehl des verschwundenen
Obersten entgegen. Schließlich führte mein Vater seine
Leute an den U-Bahn-Schacht
Kaiserhof und übergab den Befehl einem 60jährigen Major.
[...]
Mit Rust und mir ging mein Vater daraufhin ins RLM zurück.
So verließ mein Vater seine guten Männer. Diese Entscheidung
fiel ihm nicht leicht. Was kann ein Mensch in solcher Situation
tun? Sollte er seine Soldaten auffordern, den Kampf als beendet
anzusehen und sich davon zu machen? Die militärische Erziehung
hinderte ihn daran. Oder etwa den Durchbruch wagen? Das war Wahnsinn.
Jetzt dachte er auch an uns beide, an die Zivilsachen, die zur
Flucht im RLM bereit lagen. Das war wohl auch der Hauptgrund,
jetzt die Truppe zu verlassen. [...] Im RLM schaffte ich einen
Rucksack, den wir vorher schon mit den köstlichsten Dingen
gefüllt hatten, in das Zimmer, das Frau Dieselhorst mit ihrem
verwundeten Sohn Joachim bewohnte. [...]
Zu der Zeit befand sich der Russe bereits im Haus. Durch den Mauerdurchbruch
wollte ich in den Keller des Preußenhauses, um dort noch
einige Sachen zu holen und nach Rust zu sehen. Ich hatte den Durchbruch
hinter mir und war auf dem Wege zu unserem Geschäftszimmer,
als ich beim Einbiegen in einen Gang von einem entsetzlichen Anblick
erschreckt wurde. Auf einem Stuhl lag, die Beine den Weg versperrend,
ausgestreckt ein deutscher Soldat. Über sein bleiches Gesicht
zogen sich Blutsstreifen. Im Kopf ein kleines Loch. Die kalten
Augen stierten gegen die Decke. Allem Anschein nach hatte er Selbstmord
verübt. Ich kletterte über ihn hinweg und fand meinen
Kameraden Rust. Er hielt vor einer Gruppe von Landsern eine Art
Volksrede.
Nun zeigten sich auch schon die ersten Russen, junge Kerle. Sie
riefen uns zu: "Nix schießen!" Kein Gedanke daran.
Sie verlangten als nächstes unsere Uhren. Leider hatte ich
keine Zeit mehr, meine erst jüngst erworbene Fliegeruhr zu
verstecken. Der Ärmel meines Jacke war zu kurz und im Handumdrehen
war das gute Stück in Feindeshand. Rust ließ sich meine
Adresse geben, und an der Spitze der durch seine Rede begeisterten
Soldaten zog er den Russen entgegen. Ich meldete das meinem Vater.
Wir warfen unsere Waffen fort und machten uns fertig, in die Gefangenschaft
zu gehen. Mein Vorschlag, Zivilsachen anzuziehen, wurde abgelehnt.
Bald kamen die Russen in unser Zimmer. Sie verlangten Schnaps,
verhielten sich sonst aber friedlich. Ängstlich waren sie.
Wir packten den Joachim auf eine Trage, legten darauf noch ein
paar Koffer mit unseren Zivilsachen und verließen das Reichsluftfahrt-Ministerium.
Auf meinem Rücken schleppte ich den, mit fünf Tafeln
Schokolade, mehreren Paketen Kekse, zwei Büchsen Corned Beef,
ein Stück Speck, Dauerbrote, Bonbons, Traubenzucker, Wurst,
Käse, Butter, Zucker und Kunsthonig gefüllten Rucksack.
Vor dem RLM fanden wir einen leichten Wagen, den wir mit dem Verwundeten
und dem Gepäck beluden und schlossen uns einem langen Gefangenenzug
an. Es ging in Richtung Spittelmarkt. Wir
liefen eine Straße hinauf und dann die selbe Straße
wieder herunter. Die Russen schleppten uns kreuz und quer durch
den Osten Berlins. An der Schmid-, Ecke Neue Jakobstraße
wurden wir in einen engen Hof gedrückt. Die Mauern ausgebrannter
Mietskasernen rahmten uns ein. Frau Dieselhorst und Joachim blieben
mit dem Wägelchen, auf dem auch unsere Sachen lagen, draußen
stehen. Der Himmel war grau verhangen. Leichter Regen. Trübe.
Die Kameraden um uns herum blickten verzweifelt oder teilnahmslos.
Als wir gefangengenommen wurden hatten uns die Russen gesagt,
wir bekämen einen Stempel ins Soldbuch und könnten dann
nach Hause gehen. Mein Vater sprach nun aber einen höheren
Bolschewisten an. Der sagte ihm, dass wir in ein Lager, wahrscheinlich
nach Russland, gebracht werden würden.
Während wir so in diesem Hof standen, forderten uns die Russen
unter Drohungen auf, unsere Uhren abzuliefern. Gleichzeitig verkündete
aber ein Sowjetoffizier in deutscher Sprache, dass es verboten
sei, Gefangenen Uhren abzunehmen. Da die Russen wohl kein deutsch
verstanden, gingen sie weiterhin durch unsere Reihen und nahmen
den Deutschen weg, was ihnen gefiel. Mehrmals wurden wir abgezählt,
dann marschierten wir schließlich wieder auf die Straße,
Richtung Osten. Wir, d.h. Hauptmann Dieselhorst, mein Vater und
ich jedoch stellten uns zu dem Wagen. Wir wollten ihn ziehen,
sagten wir und uns an den Schluss des Zuges setzen.
Aber mein Vater hatte seinen Entschluss gefasst. Als er einen
günstigen Augenblick erkannte, wenn es einen solchen überhaupt
geben konnte, denn 'zig Russen standen um uns herum, sprang er
plötzlich mit schnellen Sprüngen aus der Kolonne, über
die Straße und hinein in eine Häuserruine. Er ist verschwunden.
Ich greife den Koffer und eile meinem Vater wie besinnungslos
nach, in die Haustrümmer. Der Rucksack mit den Leckerbissen
bleibt zurück. Der Pfiff meines Vaters gibt mir seinen Standort
an, Da will ich hin. Im Hauseingang sitzt ein alter, bärtiger
Russe, der sich um nichts kümmert. Dann: "Stoi, stoi"
ruft eine Stimme hinter mir. Ich lasse sie weiter Stoi rufen und
eile mit dem hinderlichen Koffer hinter meinem Vater her, der
durch ein Mauerloch auf eine zerfallene Treppe zuläuft, diese
hinunterrutscht und in einem halb zusammengestürzten Keller
verschwindet.
Der Lärm hinter mir verstärkt sich. Zu dem einen "Stoi"-
Rufer gesellen sich noch weitere Towarischs. Ich stürze mit
Gepolter die verschüttete Treppe hinunter und treffe endlich
meinen Vater. "Kommandiri, hallo, Kommandiri", rufen
die Verfolger in nächster Nähe. Mit klopfenden Herzen
ziehen wir unsere Militärsachen aus. Bei jedem Geräusch,
das wir dabei verursachen, zucken wir zusammen. Die Kerle da draußen,
beruhigen sich nicht. Da, mehrere schnell aufeinander folgende,
grelle Schüsse. Die Bolschewisten wollen uns mit der MPi
entnerven und uns zwingen heraus zu kommen. Sie müssen eigentlich
von der zerfallenen Treppe aus unsere Klamotten sehen können.
Gerne würden wir sie etwas weiter in den Keller schieben.
Aber wir trauen uns nicht. Es sind furchtbare Minuten. Gar nicht
zu beschreiben. Wir hören, wie sie sich oben leise unterhalten.
Dann schießen sie wieder. Ich halte es nicht mehr aus. Ich
wage nicht einmal, den Kopf zu drehen. Ein Stoßgebet. Gott
sei Dank für die wunderbare Rettung!
Die Stimmen entfernen sich, wir ziehen uns fertig um, lassen alles
liegen und schleichen den Keller entlang, einer finsteren Öffnung
entgegen. Ich stoße an einen Blechtopf. Vor Schrecken fange
ich an zu zittern. Regungslos lauschen wir. In der Nähe Stimmen,
russische Lieder. Die ahnen also nichts von unserer Gegenwart.
Wir schieben uns auf allen Vieren in das Dunkel hinein. Unsere
Augen müssen sich erst an die Finsternis gewöhnen. Durch
unsere Bewegung bröckelt Kalk von den Wänden. Ein entsetzlicher
Lärm! Wir setzen uns auf einen Schutthaufen, neben einen
Kessel. Zu unserem Schrecken stellen wir fest, dass wir nicht
die einzigen Menschen im Keller sind. Eine eingestürzte Decke
trennt uns von vergnügt singenden Russen. Wir verharren mucksmäuschenstill,
und mein wild schlagendes Herz beruhigt sich. Mir wird kalt. Es
müssen etwa zwei Stunden vergangen gewesen sein, als sich
mein Vater entschloss, unsere Uniformen in unser Versteck zu schaffen
und einen Fluchtweg zu erkunden. Während er seine Sondierungen
durchführte, zerriss ich alle Papiere, außer meinem
Notizbüchlein und warf die Schnipsel fort. Mit schlechten
Nachrichten kehrte mein Vater zurück. "In allen Ausgängen
hocken Russen'".
Wir kauerten uns also zunächst wieder in unsere Ecke. Schließlich
wurde uns der Aufenthalt doch zu langweilig. Mein Vater ging voran,
ich mit dem nun erheblich leichteren Koffer hinterher. Mein Vater
blieb stehen. Vor uns versperrten Sowjets den Weg;. Wir machten
kehrt, gingen auf die andere Seite des Hofes, kletterten über
einen Schutthaufen - immer in Furcht ertappt zu werden- und gelangten
schließlich an einen anderen Ausgang. Hier stießen
wir auf mehrere Russen. Aber erstaunlich genug, sie zeigten überhaupt
kein Interesse an uns. Wir kamen auf die Straße. Ein sehr
lebendiges Bild bot sich unseren Blicken dar. Ein Russenfahrzeug
nach dem anderen fuhr an uns vorüber, Autos und Pferdewagen.
In normalen Zeiten hätte ich mit meinem Kostüm auf den
Straßen Berlins einen Menschenauflauf hervorgebracht. [...]
In diesem Aufzug wollten wir nach Hause wandern. Aber dazu kam
es noch nicht, denn ein alter, bärtiger Russe trat nämlich
auf mich zu und fasste meinen Arm. Ich wusste nicht, wie mir geschah.
In meiner Verzweiflung fiel mir nichts Besseres ein, als ihn plump
vertraulich um Schnaps zu bitten. Ich wollte ihm damit irgendwie
imponieren und hoffte, er würde mich laufen lassen. Er lachte
jedoch nur, ließ mich nicht los, sondern führte mich
zu einer Gruppe schippender Zivilisten. Er drückte mir eine
Schaufel in die Hand, und erleichterten Herzens arbeitete ich
mit. Mein Vater, der dem Russen wohl zu elegant für eine
solche Arbeit erschienen sein mochte, wollte nicht zusehen und
machte auch mit. So räumten wir eine Zeit lang den Trümmerschutt
von der Straße, immer jedoch dabei nach einer Fluchtmöglichkeit
Ausschau haltend. Ein paar Mal riskierten wir eine Flucht, wurden
aber von den Russen zurückgeholt. Schließlich gelang
es uns aber doch.
Wir verschwanden in Richtung Alte Jakobstraße. Diese Gegend
bestand nur aus Trümmern. Wir trugen unseren leeren Koffer,
den wir über einen Knüppel gehängt hatten, auf
der Schulter und wanderten so der Heimat zu. [...] Unterwegs hatten
wir uns ausgemalt, wie sehr sich meine Mutter über unsere
Rückkehr freuen würde. Wir wurden aber seltsam überrascht.
Von Freude keine Spur! Mit entsetzten Blicken sah sie uns an.
Was war die Erklärung? Kurz vor unserem Eintreffen hatten
die Russen behauptet, sie hätten in unserem Haus einen deutschen
Soldaten gesehen. Mit der Drohung, drei Männer aus unserem
Haus zu holen, falls sich der Soldat nicht innerhalb einer Stunde
stellt, waren sie gegangen. Zu dieser Zeit wohnte die halbe Nachbarschaft
bei uns, insgesamt 14 Menschen. Ihre eigenen Wohnungen waren von
den Russen beschlagnahmt worden. In unserem Haus fanden die Nachbarn
nicht nur Unterkunft, sondern auch durch meine Mutter Schutz.
Denn sie war mutig und konnte sich in polnisch mit den Russen
verständigen. Noch klangen meiner Mutter die Worte der Sowjets
in den Ohren, als wir auftauchten. Aber alles ging gut. Nach unserer
Rückkehr ließ sich kein Russe mehr in unserem Hause
blicken, und nun konnte sich auch meine Mutter ihrer Freude über
unsere glückliche Heimkehr hingeben.
Einige Tage nach der bedingungsloser Kapitulation Deutschlands
fuhr ich mit dem Rad zur Schmidstraße und holte aus dem
Keller unsere Uniformen und mein Notizbüchlein und brachte
alles nach Hause.