Auch in Oberschlesien wurden ab Sommer 1943 Oberschüler in
heimatortnahe FLAK-Batterien eingezogen. Wir Schüler der
"Moltkeschule, städtische Oberschule für Jungen",
in Oppeln kamen 1943 an den Turawa-Stausee und ab Ende 1943 nach
Odertal zum Objektschutz für das dortige "Schaffgotsch-Werk"
- eine Fabrik, die aus Steinkohle synthetischen Treibstoff und
andere kriegswichtige Produkte herstellte.
Ich gehörte zu den Schülern der damaligen 5. Obertschulklasse
der o.a. Schule, die am 11. Januar 1944 nach Odertal kamen. Ich
war an diesem Tage 15 Jahre und 33 Tage "alt"! Wir wurden
auf vier FLAK-Batterien verteilt, in denen schon Kameraden anderer
Schulen waren. Die Batterien befanden sich in entsprechendem Abstand
um das Werk.
Nach unserer Grundausbildung an Waffen und Geräten erfolgte
am 27. Februar 1944 unsere Vereidigung. Dazu kamen wir "neuen"
Luftwaffenhelfer aus den Batterien 213, 218, 223 und 242/VIII
auf dem Appellplatz der Batterie 218/VIII zusammen. Wir stellten
uns im Karree auf. Als Gäste waren u.a. Kameraden der Odertaler
HJ mit ihrer Fahne anwesend.
Die Ansprachen wurden von Parteigrößen und dem Chef
der FLAK-Untergruppe "Odertal", Major Despang, gehalten.
Dann erfolgte unsere Vereidigung mit den Worten:
"Ich verspreche als Luftwaffenhelfer allzeit meine Pflicht
zu tun, treu und gehorsam, tapfer und einsatzbereit zu
sein, wie es sich für einen Hitlerjungen geziemt."
Den Text hatten wir mit erhobener Schwurhand nachzusprechen.