1918
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Chronik
- Januar
- 8. 1.
Der amerikanische Präsident
Woodrow Wilson
legt ein
14-Punkte-Programm vor, das in seinen Grundzügen die Friedensordnung nach 1918
beschreibt. Die Reichsregierung lehnt das Programm ab.
- 9. 1.
In Brest-Litowsk werden die
Friedensverhandlungen zwischen den Mittelmächten und Sowjetrußland fortgesetzt.
- 15. 1.
In Wien beginnen Fabrikarbeiter einen Streik. Sie fordern einen
raschen Friedensschluß in Brest-Litowsk ohne Annexionen, ein
demokratisches Wahlrecht und eine bessere Lebensmittelversorgung.
- 24. 1.
Der österreich-ungarische Ministerpräsident
Ottokar Graf von Czernin und zu Chudenitz
erklärt angesichts der innenpolitischen und militärischen
Lage seines Landes, daß ein Verständigungsfrieden auf Basis
der 14 Punkte von Wilson akzeptabel sei.
- 28. 1. - 4. 2.
"Revolutionäre Obleute" organisieren Massenstreiks
gegen die annexionistische Verhandlungsführung der
Mittelmächte in Brest-Litowsk.
- Februar
- 1. 2.
Über Berlin wird der verschärfte Belagerungszustand
verhängt.
- Österreich-ungarische Truppen schlagen eine Matrosenmeuterei in
Cattaro (Dalmatien) nieder.
- 6. 2.
Tod des Malers
Gustav Klimt in Wien.
- 9. 2.
Unterzeichnung eines Separatfriedens zwischen der weitgehend von
Bolschewisten besetzten Ukraine und den Mittelmächten in
Brest-Litowsk. Dieser "Brotfriede" soll die
Lebensmittelversorgung der Mittelmächte sichern. Zugleich wird
die Ukraine wirtschaftlich eng an das Deutsche Reich gebunden.
- 10. 2.
Wegen des Separatfriedens mit der Ukraine bricht der russische
Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten,
Leo D. Trotzki, die Verhandlungen in Brest-Litowsk ab. Einseitig erklärt er den
Kriegszustand für beendet.
- 14. 2.
Einführung des Gregorianischen Kalenders in Rußland. Damit
rückt die Datierung um 13 Tage vor.
- 18. 2.
Wegen des Abbruchs der Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk nehmen
die Mittelmächte die Kampfhandlungen wieder auf. Das Ziel
Erich Ludendorffs ist die Abtrennung der gesamten baltischen Küste und Finnlands
von Rußland.
- 26. 2.
Nach dem schnellen Vormarsch der Mittelmächte kehren die
russischen Friedensunterhändler nach Brest-Litowsk zurück.
- März
- 1. 3.
Deutsche Truppen besetzen Kiew und setzen eine antibolschewistische
Regierung ein.
- 3. 3.
Unterzeichnung des
Friedens von Brest-Litowsk: Rußland verliert über 25 Prozent seiner Bevölkerung
und 27 Prozent seines wirtschaftlich nutzbaren Bodens. Es muß
die Unabhängigkeit von Finnland, Estland, Livland, Kurland,
Litauen, Polen, Georgien, der Ukraine und von Teilen Armeniens
anerkennen.
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- 5. 3.
Deutsche Truppen besetzen die Ålandinseln, um von dort gegen die
finnischen Roten Garden vorzustoßen.
- 6. - 8. 3.
Auf dem ersten ordentlichen Parteitag der Bolschewiken nach der
Machtübernahme nennt sich die Partei in "Kommunistische
Partei Rußlands (Bolschewiken)" um und beschließt
Maßnahmen zur Planwirtschaft.
- 7. 3.
Friedens- und Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und
der bürgerlichen Regierung Finnlands.
- 8. 3.
Verlegung des Hauptquartiers der
Obersten Heeresleitung
(OHL) von Kreuznach nach Spa (Belgien).
- 9. 3.
Mit Billigung Rußlands landen britische Truppen bei Murmansk, um
ein Vordringen deutscher Truppen in Finnland zu verhindern.
- Tod des Dramatikers
Frank Wedekind in München.
- 10. 3.
Die sowjetrussische Regierung verlegt ihren Sitz aus strategischen
Gründen nach Moskau, das zur Hauptstadt erklärt wird.
- 21. 3.
An der Westfront beginnt die deutsche
Frühjahrsoffensive in der Picardie auf 70 km Breite zunächst mit einem schnellen Vormarsch.
Ludendorff will mit einem militärischen Erfolg die Alliierten an
den Verhandlungstisch zwingen.
- 23. 3.
Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk wird im Reichstag gegen die
Stimmen der
Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
(USPD) ratifiziert, die
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) enthält sich der Stimme.
- 25. 3.
Tod des französischen Komponisten
Claude Debussy (1862-1918) in Paris.
- 26. 3.
General
Ferdinand Foch soll die Operationen der Alliierten an der Westfront koordinieren.
- April
- 8. 4.
In Rom beginnt der "Kongreß der unterdrückten
Völker in Österreich-Ungarn". Italien unterstützt
ihre Selbstbestimmungsforderungen.
- 9. 4.
Trotz der Erstürmung des Kemmelbergs bei Ypern wird die deutsche
Offensive westlich von Lille gestoppt.
- 11. 4.
Auf der Hauptversammlung der Bunsen-Gesellschaft rechtfertigt
Fritz Haber den Einsatz von Giftgas.
- 13. 4.
Deutsche und finnische Truppen besetzen Helsinki, die
bolschewistischen Roten Garden werden zurückgedrängt.
- 14. 4.
Rücktritt des österreich-ungarischen Außenministers
Graf Czernin. Ohne den deutschen Bündnispartner zu informieren,
hatte Czernin über einen Separatfrieden verhandelt und sich u.a.
für die Rückgabe von Elsaß-Lothringen ausgesprochen.
Die Veröffentlichung eines entsprechenden Briefes durch
Raymond Poincaré führte zum Rücktritt.
- 21. 4.
Tod des als "
Roter Baron" bekannt gewordenen
Manfred Freiherr von Richthofen, der in einem Luftgefecht bei Vaux-sur-Somme getötet wird.
- 28. 4.
Im Krankenhaus des Gefängnisses Theresienstadt stirbt der
Sarajevo-Attentäter
Gavrilo Princip (1894-1918) an den Folgen einer Tuberkulose.
- Mai
- 7. 5.
"Frieden von Bukarest": Der Friedensvertrag zwischen
Rumänien und den Mittelmächten soll Deutschland u.a. den
ungehinderten Transport von Lebensmitteln aus der Ukraine garantieren.
- 9. 5.
Im britischen Parlament stimmen 106 Liberale für den
Mißtrauensantrag von
Herbert H. Asquith gegen die liberale Regierung von
David Lloyd George. Dies führt zur Spaltung der Partei.
- 16. 5.
Das Kriegsernährungsamt in Berlin kürzt die tägliche
Brotration auf 150 g pro Person und Tag.
- Der amerikanische Kongreß beschließt schwere Strafen
für jede Form von Kritik an der Kriegspolitik.
- 22. 5.
Gegen den Widerstand der
Entente-Staaten schließen das Deutsche Reich und die Schweiz ein
Handelsabkommen: Deutschland liefert Kohle gegen Lebensmittel.
- 25. 5.
Deutsche Truppen landen in Georgien und unterstützen
antibolschewistische Verbände.
- 27. 5.
Die erneute deutsche Offensive an der Westfront zwischen Soissons und
Reims am Chemin des Dames beginnt mit Erfolgen.
- Juni
- 12. 6.
Nach mißlungenen Angriffen bei Noyon und Compiègne gibt
Ludendorff den Befehl zur Einstellung der Offensive.
- 14. - 25. 6.
Die letzte große Offensive der österreich-ungarischen
Truppen in Italien scheitert, die Moral der Truppen verschlechtert
sich erheblich.
- 25. 6.
Wladimir I. Lenin überweist den Nachkommen von Karl Marx eine Million
Rubel zur Errichtung eines Monuments auf dem Grab des Philosophen.
- 28. 6.
Die Rote Armee eröffnet die Kämpfe gegen die amerikanischen
und britischen Truppen nahe Murmansk.
- 30. 6.
Die Exilgruppen der Tschechen und der Slowaken verständigen sich
im Vertrag von Pittsburgh über die Zusammenarbeit beim Aufbau
eines zukünftigen gemeinsamen Staats.
- Juli
- 6. 7.
Bei einem Aufstand der antibolschewistischen Sozialrevolutionäre
wird in Moskau der deutsche Botschafter Wilhelm Graf von
Mirbarch-Harff erschossen. Sein Nachfolger wird
Karl Helfferich.
- 15. 7.
Der österreich-ungarische Oberbefehlshaber Franz Graf Conrad von
Hötzendorf (1852-1925) tritt wegen der gescheiterten
Italienoffensive zurück.
- 10. 7.
Der V. Allrussische Kongreß billigt die Verfassung der
"Russischen Sozialistischen Föderativen
Sowjetrepubliken" (RSFSR). Das Rätesystem wird als
Staatsform festgeschrieben.
- 16. 7.
Erschießung des russischen Ex-Zaren
Nikolaus II. und seiner Familie in Jekaterinenburg durch Bolschewisten.
- 18. 7.
Beginn der alliierten Gegenoffensive unter Marschall Foch drängt
die Deutschen an der Westfront wieder zurück und leitet die
militärische Wende ein.
- August
- 2. 8.
Besetzung der nordrussischen Stadt Archangelsk durch amerikanische und
britische Truppen.
- 5. 8.
Die Vereinigten Staaten brechen die diplomatischen Beziehungen zu
Sowjetrußland ab.
- 8. 8.
Beginn der
Schlacht bei Amiens: Tiefe Einbrüche der Engländer mit Panzerverbänden
führen zum stetigen Rückzug des deutschen Heeres. Ludendorff
spricht vom "schwarzen Tag des deutschen Heeres".
- 9. 8.
Großbritannien erkennt den tschechischen Nationalrat in Paris
als "verbündete Regierung" an.
- 14. 8.
Die OHL bezeichnet in einer Besprechung mit
Wilhelm II. und
Karl I. die Fortführung des Krieges als "aussichtslos".
- 28. 8.
Die Rückverlegung deutscher Truppen in die "
Siegfriedstellung
" beginnt auf breiter Front.
- 30. 8.
Lenin wird durch das Attentat einer Sozialrevolutionärin schwer
verwundet.
- September
- 3. 9.
Der amerikanische Senat fordert die Verhaftung Wilhelms II. und die
Einleitung internationaler Gerichtsverfahren gegen die Initiatoren des
U-Boot-Kriegs.
- 6. 9.
Per Erlaß verschiebt der britische König
Georg V. (1865-1936) das Inkrafttreten des "Home Rule"-Gesetzes
für Irland.
- 10. 9.
Tod des Kolonialpolitikers
Carl Peters in Woltorf (Peine).
- 14. 9.
Karl I. regt in einer Note eine Friedenskonferenz an. Angesichts der
absehbaren Niederlage der Mittelmächte weist Wilson die Note
zurück.
- 26. 9.
Der tschechische Nationalrat in Paris bildet eine Regierung für
einen zukünftigen Staat der Tschechen und Slowaken.
- Tod des Philosophen und Soziologen
Georg Simmel in Straßburg.
- 29. 9.
Überraschend fordert die OHL sofortige
Waffenstillstandsverhandlungen, den Rücktritt des Reichskanzlers
Georg Graf von Hertling
sowie die Einsetzung einer parlamentarischen Regierung.
- Waffenstillstandsvertrag zwischen den Alliierten und Bulgarien.
- 30. 9.
Reichskanzler Hertling tritt zurück.
- Wilhelm II. verspricht die Einführung des parlamentarischen
Systems im Deutschen Reich.
- Oktober
- 2. 10.
Britische und arabische Truppen erobern Damaskus.
- 3. 10.
Wilhelm II. ernennt den als liberal geltenden Prinz
Max von Baden zum Reichskanzler. In der neuen Regierung sind auf Verlangen
Ludendorffs die Mehrheitsparteien vertreten.
- 4. 10.
Auf Druck der OHL richtet Max von Baden ein Waffenstillstandsersuchen
auf Basis der 14 Punkte an den amerikanischen Präsidenten.
- Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich unterbreiten den USA
Waffenstillstandsangebote.
- 14. 10.
In einer amerikanischen Note wird u.a. die Einstellung des
U-Boot-Kriegs als Voraussetzung für einen Waffenstillstand
genannt.
- 16. 10.
"Völkermanifest": Karl I. verspricht die
Föderalisierung des Staates und die Gleichberechtigung der
Nationalitäten in Österreich-Ungarn.
- 20. 10.
Wilson nennt die Anerkennung der Selbständigkeitswünsche der
Völker als Voraussetzung für Verhandlungen mit
Österreich-Ungarn.
- 22. 10.
Die deutsche Hochseeflotte erhält den Befehl zu einer
Großoffensive am 29. Oktober.
- 23. 10.
In seiner Antwortnote an die deutsche Regierung erklärt Wilson
seine Bereitschaft, nur einen solchen Waffenstillstand zu vermitteln,
der Deutschland außer Stande setze, die Kampfhandlungen wieder
aufzunehmen. Außerdem sei die Parlamentarisierung noch
unzulänglich, und die Macht der Militärs sowie des
Königs von Preußen seien noch ungebrochen.
- Wilhelm II. verfügt eine allgemeine Amnestie für politische
Gefangene, bei der auch
Karl Liebknecht (USPD) begnadigt wird.
- 24. 10.
Auf die Forderung Wilsons nach einer militärischen Kapitulation
reagiert
Paul von Hindenburg mit einem Armeebefehl, der die Truppe zum "Widerstand mit
äußersten Kräften" auffordert.
- 25. 10.
In Budapest wird ein ungarischer Nationalrat gebildet.
- 26. 10.
Ludendorff kritisiert gegenüber Wilhelm II. die Regierungspolitik
scharf. Auf den Hinweis des Kaisers, diese Politik sei die Folge des
Waffenstillstandsersuchens der OHL, verlangt Ludendorff erregt seine
Entlassung. Sein Nachfolger wird
Wilhelm Groener. Nach einem Appell des Kaisers an Hindenburgs Patriotismus bleibt Hindenburg im Amt.
- 27. 10.
In Österreich bildet
Heinrich Lammasch als Ministerpräsident die letzte kaiserliche Regierung. Lammasch
akzeptiert Wilsons Bedingungen vom 20. Oktober für einen
Waffenstillstand.
- 28. 10.
Der Reichstag beschließt das Gesetz zur Parlamentarisierung.
Die Regierung ist nun vom Vertrauen des Reichstags abhängig.
- Meuterei unter Matrosen der Hochseeflotte in Wilhelmshaven angesichts
der geplanten Großoffensive der Flotte.
- In Prag wird der tschechoslowakische Staat ausgerufen.
- 30. 10.
Waffenstillstand zwischen den Alliierten und dem Osmanischen Reich.
- 31. 10.
Tod des österreichischen Malers
Egon Schiele in Wien.
- November
- 3. 11.
Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und den Alliierten.
- Matrosenaufstand in Kiel.
- Aufhebung des Versammlungsverbots und der Zensur.
- 4. 11.
In Kiel übernehmen Arbeiter- und Soldatenräte die Macht. Der
Aufstand breitet sich auf andere Städte aus.
- 5. 11.
Wilson informiert die Reichsregierung, daß die deutsche
Waffenstillstandskommission von General Foch empfangen werde.
- In Hamburg rufen Soldaten und Arbeiter den Generalstreik aus.
- 7. 11.
Revolution in München:
Kurt Eisner (USPD) ruft die Volksrepublik Bayern aus; Flucht des bayerischen
Königs
Ludwig III (1845-1921).
- 8. 11.
Unter
Matthias Erzberger
(
Zentrum) beginnen in Compiègne bei Paris
Waffenstillstandsverhandlungen mit Marschall Foch. Die deutschen
Unterhändler können nur unwesentliche Erleichterungen der
harten Bedingungen erreichen.
- Einstellung des Telephon- und Telegraphenverkehrs sowie des
Eisenbahnverkehrs von und nach Berlin; öffentliche Gebäude,
Verkehrseinrichtungen und Rüstungsbetriebe werden vom
Militär besetzt.
- 9. 11.
Gegen Mittag verkündet Max von Baden eigenmächtig die
Abdankung Wilhelms II. und überträgt sein Amt des Reichskanzlers auf
Friedrich Ebert (SPD).
- Ausrufung der demokratischen Republik durch
Philipp Scheidemann
(SPD) um 14 Uhr und der freien sozialistischen Räterepublik durch
Karl Liebknecht wenig später.
-
- Generalstreik in Berlin.
- 10. 11.
Wilhelm II. begibt sich ins Exil in die Niederlande.
- Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten im gesamten Reich.
- Die drei Sozialdemokraten Friedrich Ebert,
Otto Landsberg
und Philipp Scheidemann sowie die drei Unabhängigen
Hugo Haase,
Emil Barth und
Wilhelm Dittmann bilden den
Rat der Volksbeauftragten.
- Im Ebert-Groener-Pakt sichern sich Ebert und Groener
gegenseitige Unterstützung zu. Zur Kontrolle der
Revolutionsregierung bilden die Räte in Berlin einen Vollzugsrat.
- 11. 11.
Abschluß des
Waffenstillstands. Die besetzten Gebiete in Frankreich, Belgien, Luxemburg müssen wie Elsaß-Lothringen in 15 Tagen geräumt sein. Die Verträge von Brest-Litowsk und Bukarest werden annulliert. U-Boote sowie andere Waffen und Munition sind auszuliefern.
![[Text]](../logos/i_text.gif)
- Thronverzicht Kaiser Karls I. und Rücktritt der Regierung
Lammasch.
- 12. 11.
Der Rat der Volksbeauftragten verkündet sein Regierungsprogamm.
Es sieht u.a. die Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts in
Preußen und die Einführung des Frauenwahlrechts vor.
- Verkündung der Republik "Deutsch-Österreich" und
ihres Anschlusses an Deutschland. Dieser Anschluß wird von den
Alliierten strikt abgelehnt.
- 13. 11.
Gründung der Organisation "
Stahlhelm. Bund der Fontsoldaten" als Zusammenschluß von Soldaten des Weltkriegs zur Abwehr
der
Novemberrevolution.
- 14. 11.
Der Nationalist und Oberbefehlshaber Józef Pilsudski wird neuer
Staatschef Polens.
- 15. 11.
Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände gründen zum
Interessensausgleich beim Stinnes-Legien-Abkommen die Zentralarbeitsgemeinschaft. Einführung
des Achtstundentags, um die demobilisierten Soldaten in den
Wirtschaftsprozeß zu integrieren.
- Gründung der extrem rechten
Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).
- 16. 11.
Proklamation der Republik Ungarn.
- 20. 11.
Gründung der linksliberalen
Deutschen Demokratischen Partei (DDP).
- 24. 11.
Gründung der rechtsliberalen
Deutschen Volkspartei
(DVP).
- 25. 11.
Kapitulation der deutschen Truppen in Ostafrika.
- 28. 11.
Kaiser Wilhelm II. unterzeichnet seinen Thronverzicht.
- Uraufführung des ersten Teils des Schauspiels "
Gas" von
Georg Kaiser (1878-1945) in Frankfurt/Main und Düsseldorf.
- 30. 11.
Veröffentlichung des Romans "
Der Untertan" von
Heinrich Mann.
- Dezember
- 1. 12.
Proklamation des "Königreichs der Serben, Kroaten und
Slowenen".
- 3. 12.
Gründung der Künstlervereinigung "Novembergruppe",
der u.a. der Maler
Max Pechstein und der Architekt
Erich Mendelsohn angehören.
- 10.12.
Die
Deutsche Vaterlandspartei löst sich auf. Ihre Führer schließen sich der DNVP
an.
- Max Planck
erhält den Physik-
Nobelpreis für seine Forschungen in der Quantenphysik. Fritz Haber
erhält den Chemie-Nobelpreis für die Entwicklung eines
Verfahrens zur Synthese von Ammoniak und Stickstoff. Die Verleihung findet erst im November 1919 statt.
- 14. 12.
Bei den britischen Unterhauswahlen dürfen erstmals Frauen ab 30
Jahren wählen. Die Regierung von Lloyd George wird
bestätigt.
- 16. - 21. 12.
Der Reichskongreß der Arbeiter- und Soldatenräte unterstützt
die Politik der SPD und fordert ebenfalls Wahlen zur
Nationalversammlung.
- 17. 12.
Uraufführung des Films "Carmen" unter der Regie von
Ernst Lubitsch mit
Pola Negri (1894-1987) und
Harry Liedtke (1882-1945).
- 22. 12.
Die Tschechoslowakei erklärt Böhmen und das Sudetengebiet zu
Bestandteilen des neuen Staats.
- Die sowjetische Regierung erkennt die Unabhängigkeit Litauens und
Lettlands an.
- 23. 12.
In Preußen werden sämtliche Orden und Titel abgeschafft.
- Wegen ausstehender Soldzahlungen besetzen Matrosen der
Volksmarinedivision das Berliner Schloß und nehmen den
Stadtkommandanten
Otto Wels (SPD) als Geisel.
- 24. 12.
Ebert informiert Groener über die Lage und fordert Hilfe von der
Armee. Das Garde-Schützenregiment greift die Matrosen während der Weihnachtskämpfe an. Es
kommt zu Verhandlungen zwischen Regierung und Volksmarinedivision.
- 28. 12.
USPD-Mitglieder des Rats der Volksbeauftragten werfen den
SPD-Volksbeauftragten Kooperation mit der alten Generalität vor
und treten aus dem Rat aus. Sie werden durch
Gustav Noske
und
Rudolf Wissell (SPD) ersetzt.
- 30. 12.
Spartakusbund und Bremer Linksradikale gründen in Berlin die
Kommunistische Partei Deutschlands
(KPD). Gegen den Willen von Liebknecht und
Rosa Luxemburg beschließt die KPD einen Boykott der Wahlen zur
Nationalversammlung.
- 31. 12.
Beschluß zur Demobilisierung der gesamten Armee.
- Außerdem
- Alfred Adler (1870-1937): Praxis und Theorie der Individualpsychologie
(Psychologische Abhandlung)
- Karl Bühler (1879-1963): Die geistige Entwicklung des Kindes (Psychologische
Abhandlung)
- Houston St. Chamberlain: Rasse und Nation (Rassenideologie)
- Charlie Chaplin: Ein Hundeleben (Film)
- Charlie Chaplin: Charlie als Soldat (Film)
- Ernst Lubitsch: Die Augen der Mumie Ma (Film)
- Bertrand Russell (1872-1970): Mystizismus und Logik (Philosophische Abhandlung)
- Franz Schreker (1878-1934): Die Gezeichneten (Oper)
- Georg Simmel: Der Konflikt der modernen Kultur (Soziologische
Abhandlung)
- Oswald Spengler: Untergang des Abendlandes, Band I (Philosophische Abhandlung)
(lw/mw)
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