1939

[Zeitschrift:

[Druckschrift: Geheimes Zusatzprotokoll des Nichtangriffsvertrags zwischen Deutschland und der UdSSR, 1939]

[Photo: Winterhilfswerk - Sammelaktion, 1939]

Chronik




 
Januar
6. 1. Polen lehnt den von der deutschen Regierung geforderten Anschluß der Freien Stadt Danzig an das Deutsche Reich ab.
9. 1. Die Neue Reichskanzlei für Adolf Hitler wird eingeweiht. Mit ihren über 400 Räumen nimmt sie einen kompletten Straßenzug im Berliner Regierungsviertel ein.
10. 1. Der Nationalbolschewist Ernst Niekisch wird wegen Widerstandsaktivitäten zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt.
14. 1. Mit dem Inkrafttreten des Landarbeitsdienstes für unbeschäftigte Frauen unter 25 Jahren und einem neuen Landdienst der Hitler-Jugend (HJ) wird der Zwangsdienst in der Landwirtschaft erweitert.
Der Presse wird mitgeteilt, daß Hitler nur noch als "Führer" statt als "Führer und Reichskanzler" zu bezeichnen sei.
19. 1. Hjalmar Schacht wird als Reichsbankpräsident entlassen. Sein Amt übernimmt Wirtschaftsminister Walther Funk. Kurz zuvor hatte Schacht Hitler gegenüber Kritik an der rigorosen Rüstungspolitik geäußert.
26. 1. Mit der kampflosen Einnahme von Barcelona durch die faschistischen Truppen unter General Francisco Franco ist der Spanische Bürgerkrieg praktisch entschieden.
27. 1. Ex-Kaiser Wilhelm II. feiert im niederländischen Doorn seinen 80. Geburtstag.
30. 1. Vor dem Reichstag erklärt Hitler im Falle eines Krieges die "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa".
 
Februar
1. 2. Auf einer Konferenz in Paris erklärt das Zentralkomitee (ZK) der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) mit Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Franz Dahlem die Bildung einer Volksfront gegen das NS-Regime zu ihrem Ziel.
10. 2. Tod von Papst Pius XI. (1857-1939) in Rom.
14. 2. In Hamburg läuft das Schlachtschiff "Bismarck" vom Stapel. Eine Woche später stellt Großbritannien das Schlachtschiff "King George V" in Dienst.
24. 2. Ungarn tritt dem antisowjetischen Antikominternpakt von Deutschland, Italien und Japan bei.
26. 2. Die Palästina-Konferenz in London, die eine Verständigungslösung zwischen Juden und Palästinensern unter Kontrolle der Mandatsmacht Großbritannien erbringen soll, scheitert an der ablehnenden Haltung der Jewish Agency unter Chaim Weizmann (1874-1952).
27. 2. Mit der Flucht des republikanischen Präsidenten und der diplomatischen Anerkennung des Franco-Staats durch die Westmächte ist der Bürgerkrieg in Spanien beendet.
28. 2. Die Versetzung der Berliner Siegessäule vom Spreebogen in den Tiergarten ist durchgeführt. Sie muß den geplanten Monumentalumbauten in Berlin weichen.
 
März
1. 3. Nur Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) können ab sofort noch Beamte werden.
2. 3. Im Vatikan wird Kardinal Eugenio Pacelli, der den Namen Pius XII. annimmt, zum neuen Papst gewählt.
10. 3. Der sowjetische Regierungschef Josef W. Stalin erklärt die faschistischen Staaten zu Aggressoren im Krieg um die Aufteilung der Welt und verurteilt die Kompromißpolitik des Westens.
13. 3. Der Alldeutsche Verband wird verboten.
15. 3. Durch direkte Drohungen und unter Ausnutzung des tschechisch-slowakischen Gegensatzes gelingt Hitler die kampflose Besetzung der "Rest-Tschechei". Einen Tag zuvor war die Slowakei als selbständige Republik ausgerufen worden.
16. 3. Außenminister Joachim von Ribbentrop erklärt das neu gebildete "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" zum Bestandteil des "Großdeutschen Reichs". Konstantin Freiherr von Neurath wird zum Protektor ernannt.
17. 3. Der britische Ministerpräsident Arthur Neville Chamberlain kündigt aufgrund des andauernden Expansionsstrebens das Ende der Appeasementpolitik gegenüber Hitler an.
20. 3. Der französische Botschafter wird wegen der Annexion der "Tschechei" aus Berlin abberufen. Sein britischer Kollege war bereits drei Tage zuvor abgereist.
In Berlin werden Tausende von Kunstwerken als "entartet" verbrannt.
23. 3. Durch einen Vertrag mit Litauen wird das durch den Versailler Vertrag abgetretene und seit 1923 unter litauischer Verwaltung stehende Memelland wieder Bestandteil des Deutschen Reichs.
24. 3. Großbritannien und Frankreich einigen sich auf gemeinsamen Widerstand gegen jede weitere Aggressionspolitik des Deutschen Reichs.
28. 3. Francos Truppen ziehen kampflos in Madrid ein.
31. 3. Chamberlain garantiert Polen Waffenhilfe und militärischen Beistand im Falle eines deutschen Angriffs.
 
April
7./8. 4. Italien überfällt Albanien und annektiert es nach der Flucht des Königs.
10. 4. Nach im Ausland bekanntgewordenen Angaben der Gestapo sind in deutschen KZ mehr als 300.000 Gefangene inhaftiert.
14. 4. US-Präsident Franklin D. Roosevelt fordert von Hitler und Benito Mussolini Nichtangriffsgarantien für 31 europäische Staaten.
17. 4. Die Sowjetunion nimmt Verständigungsgespräche sowohl mit dem Deutschen Reich als auch mit Großbritannien auf.
20. 4. Eine vierstündige Parade der Wehrmacht ist Höhepunkt der großangelegten Feierlichkeiten zu Hitlers 50. Geburtstag.
26. 4. Die britische Regierung kündigt die beschränkte Einführung einer Wehrpflicht ein.
Ein Jagdflugzeug des Typs Messerschmidt Me 109 stellt mit 755 km/h einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf.
28. 4. In einer Rundfunkrede kündigt Hitler den Nichtangriffspakt mit Polen und das Flottenbegrenzungsabkommen mit Großbritannien auf.
 
Mai
2. 5. In Ostpreußen werden probeweise Frauen zur Arbeit in Metallbetrieben einberufen.
3. 5. Neuer sowjetischer Volkskommissar des Äußeren wird Wjatscheslaw M. Molotow.
General Wilhelm Groener stirbt in Bornstedt (bei Potsdam).
7. 5. Im Deutschen Reich werden feste Geschwindigkeitsbegrenzungen für den Verkehr eingeführt.
In Hamburg wird das 750jährige Bestehen des Hafens gefeiert.
8. 5. Nach dem Sieg der Faschisten unter General Franco tritt Spanien aus dem Völkerbund aus, in dem als Großmächte nur Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion verbleiben.
15. 5. In Ravensbrück entsteht ein Konzentrationslager für Frauen, die bisher in Lichtenburg (Thüringen) inhaftiert sind.
17. 5. Eine Volkszählung im Deutschen Reich ergibt ohne Österreich eine Bevölkerungszahl von knapp 70 Millionen.
19. 5. Frankreich schließt mit Polen einen geheimen Beistandspakt.
22. 5. Mit dem "Stahlpakt" erneuern das Deutsche Reich und Italien die " Achse Berlin-Rom". Künftige Expansionen sollen aufeinander abgestimmt werden. Für den Kriegsfall sichern sich beide Staaten Waffenhilfe zu.
Der emigrierte Schriftsteller Ernst Toller begeht in New York Selbstmord.
26. 5. Die Westmächte Frankreich und Großbritannien bieten der Sowjetunion erstmals einen Pakt gegen Hitler an.
30. 5. Mussolini schließt in einem Brief an Hitler die Kriegsbereitschaft Italiens für die nächsten Jahre aus.
31. 5. Dänemark und das Deutsche Reich schließen einen Nichtangriffspakt.
 
Juni
6. 6. In Berlin veranstaltet die aus Spanien zurückgekehrte " Legion Condor" eine Ehrenparade.
7. 6. Das Deutsche Reich schließt mit Estland und Lettland Nichtangriffsabkommen.
15. 6. Die Reichsbank wird der direkten Kontrolle Hitlers unterstellt.
18. 6. Mit einem 9:0-Sieg über Admira Wien gewinnt Schalke 04 zum vierten Mal die Deutsche Fußballmeisterschaft.
19. 6. Mitglieder der HJ werden von Reichsjugendführer Baldur von Schirach zum Erntedienst abbeordert.
21. 6. Im "Protektorat Böhmen und Mähren" wird mit einer "Verordnung über die Entjudung der Wirtschaft" die Verfolgung von Juden vorangetrieben.
22. 6. Die Sowjetunion lehnt das Bündnisangebot von Frankreich und Großbritannien ab, weil sie im Falle eines deutschen Angriffs keine Garantien für die baltischen Staaten übernehmen wollen.
28. 6. Der erste reguläre Passagierflugverkehr zwischen Europa und den USA wird eingerichtet.
30. 6. In Luzern werden zahlreiche Kunstwerke aus deutschen Museen, die von den Nationalsozialisten als "entartet" diffamiert worden sind, zu einem Bruchteil ihres Wertes versteigert.
 
Juli
4. 7. Alle Juden im Deutschen Reich werden mit einer Verordnung zum "Reichsbürgergesetz" zwangsweise zur "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" zusammengeschlossen. Die Reichsvereinigung soll Träger des jüdischen Schulwesens sowie der Wohlfahrtspflege sein. Zugleich soll so die Kontrolle über die Juden und ihre Auswanderung verstärkt werden.
11. 7. Im Deutschen Reich wird die Begabtenförderung unter der Leitung von Artur Axmann gegründet.
12. 7. Walther von Brauchitsch gibt als Oberbefehlshaber des Heers die Bildung von "Schnellen Truppen" bekannt, die vor allem aus Panzerabteilungen gebildet werden.
15. 7. In Großbritannien rücken die ersten 30.000 Wehrpflichtigen ein. Kriegsminister Leslie Hore-Belisha (1893-1957) spricht von einem "Meilenstein in der Geschichte des britischen Empire."
24. 7. Nach langwierigen Verhandlungen einigen sich Frankreich und Großbritannien mit der Sowjetunion auf einen Beistandspakt, der auch für die baltischen Staaten gelten soll.
28. 7. Bei der Eröffnung der Rundfunkausstellung in Berlin wird der Einheitsfernseher E1 in Größe eines Radiogeräts präsentiert.
30. 7. Der Völkerbundkommissar für Danzig, Carl Jacob Burckhardt, versucht Spekulationen über einen möglichen Krieg um Danzig zu entkräften.
 
August
2. 8. Der in die USA emigrierte Albert Einstein warnt US-Päsident Roosevelt vor dem möglichen Bau einer Atombombe durch die Deutschen.
4. 8. Die polnische Regierung fordert den nationalsozialistischen Danziger Senat auf, die vermehrten Angriffe und Behinderungen von polnischen Zollbeamten zu unterbinden.
11. 8. Wegen der Zuspitzung der Danzig-Krise führt Burckhardt ein Gespräch mit Hitler, der einen Krieg gegen Polen nicht ausschließt.
13. 8. Außenminister von Ribbentrop erklärt seinem italienischen Amtskollegen Graf Galeazzo Ciano, daß der Krieg gegen Polen unvermeidlich sei und vorbereitet werde.
18. 8. In Danzig wird eine SS-Heimwehr für den Krieg gegen Polen gebildet.
21. 8. Die Verhandlungen der Westmächte mit der Sowjetunion werden ergebnislos abgebrochen. Polen weigert sich trotz westlichen Drucks, der Sowjetarmee im Falle eines Kriegs den Durchmarsch zu gestatten.
22. 8. Nach Bekanntgabe eines Abkommens mit der Sowjetunion erklärt Hitler den Oberbefehlshabern der Wehrmacht, daß der Krieg gegen Polen unmittelbar bevorstehe.
23. 8. In Moskau unterzeichnen die Außenminister von Ribbentrop und Molotow einen deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, der in einem Geheimen Zusatzabkommen die Interessengebiete in Osteuropa aufteilt.
25. 8. Großbritannien und Polen schließen einen Beistandspakt gegen einen möglichen deutschen Angriff.
Am Nachmittag gibt Hitler den Befehl zum Überfall auf Polen für den nächsten Tag. Wegen der italienischen Ablehnung eines Kriegseintritts und vor allem wegen der britischen Beistandsgarantie für Polen wird der Befehl am Abend widerrufen. Der deutsche Aufmarsch in den Grenzgebieten wird gestoppt.
26. 8. Um den drohenden Krieg noch zu verhindern, rufen Roosevelt, Édouard Daladier und Papst Pius XII. zum Frieden und zu deutsch-polnischen Verhandlungen auf.
Die NSDAP sagt den für Anfang November geplanten Reichsparteitag ab.
29. 8. Der britische Botschafter Neville Henderson (1882-1942) bricht ein Vermittlungsgespäch mit Hitler erregt ab, da Hitler sich verhandlungsunwillig zeigt und unnachgiebig am Krieg gegen Polen festhält.
30. 8. Polen ordnet die Generalmobilmachung an.
Die deutsche Regierung bildet einen Kriegsministerrat, der Verordnungen mit Gesetzeskraft erlassen kann. Ziel ist die straffe Führung und Organisation der Kriegswirtschaft.
31. 8. Zur Schaffung eines Vorwandes für den Krieg gegen Polen überfallen als polnische Soldaten verkleidete Angehörige des deutschen Sicherheitsdienstes (SD) den Rundfunksender Gleiwitz (Oberschlesien). Über den Rundfunk behaupten sie, Gleiwitz sei von Polen besetzt worden.
 
September
1. 9. Mit der Beschießung von polnischen Munitionslagern auf der Westerplatte bei Danzig durch das deutsche Linienschiff "Schleswig-Holstein" beginnt der Überfall auf Polen und damit der Zweite Weltkrieg. Die deutsche Wehrmacht marschiert ohne Kriegserklärung in Polen ein.
Der Völkerbundkommissar Burckhardt muß Danzig verlassen, das seinen Anschluß an das Deutsche Reich erklärt.
Im Deutschen Reich gelten Kriegsbedingungen: Nachts herrscht Verdunkelung, abendliche Kulturveranstaltungen werden untersagt. Das Hören ausländischer Rundfunksender wird unter Zuchthausstrafe gestellt. Juden erhalten ein Ausgehverbot. Es kommt zu willkürlichen Erschießungen von vermeintlichen Kriegsgegnern.
Hitler ordnet unter dem Begriff "Euthanasie" die organisierte Ermordung von Kranken in Pflege- und Heilanstalten an.
3. 9. Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg, nachdem ein letzter Vermittlungsversuch Mussolinis von Hitler nicht beantwortet wird. Die USA, Italien und Spanien erklären sich neutral.
Die deutsche Kriegsmarine beginnt den Seekrieg, der vor allem die Schiffsverbindungen Großbritanniens stören soll.
In das britische Kriegskabinett wird Winston Churchill berufen. Er ist vehementer Gegner der britischen Tolerierungspolitik gegenüber dem NS-Staat.
In und um Bromberg töten Angehörige einer polnischen "Bürgerwehr" und der polnischen Armee mehr als 1.000 volksdeutsche Zivilisten.
7. 9. Französische Truppen rücken in das Saarland ein. Die im Beistandspakt mit Polen vereinbarten Offensiven gegen die deutsche Westfront werden jedoch nicht durchgeführt. Dies erleichtert den deutschen Blitzkrieg gegen Polen.
13. 9. Warschau ist von den deutschen Truppen komplett eingeschlossen.
In Frankreich wird ein Kriegskabinett unter Daladier gebildet, der das Außenministerium mitübernimmt.
16. 9. Tod des sozialdemokratischen Politikers Otto Wels in Paris.
17. 9. Sowjetische Truppen marschieren in Polen ein. Die polnische Regierung flieht nach Rumänien.
19. 9. In einem Kessel am Fluß Bzura kapitulieren 170.000 polnische Soldaten.
23. 9. Tod des Psychologen Sigmund Freud im Londoner Exil.
25. 9. In Deutschland treten neue Lebensmittelverordnungen in Kraft. Sie sehen die Zuteilung von Nahrungsmitteln auf Lebensmittelkarten vor.
27. 9. Nach schweren deutschen Luftangriffen kapitulieren die polnischen Truppen in Warschau. Erstmals ist eine Großstadt systematisch bombardiert worden.
28. 9. Die Sowjetunion und Deutschland einigen sich auf eine neue gemeinsame Grenze in Polen. Als Staat besteht Polen nicht mehr. Deutsche Verbände gehen zielgerichtet gegen den polnischen Klerus, die Bildungselite und vor allem gegen Juden vor.
30. 9. In Paris wird eine polnische Exilregierung gebildet, die von den Westmächten anerkannt wird.
 
Oktober
1. 10. Als Zusammenfassung der Sicherheitsämter wird das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) gebildet. Es steht unter der Leitung von Reinhard Heydrich.
5. 10. Die Sowjetunion schließt mit Lettland ein Abkommen, das der Roten Armee Stützpunkte einräumt.
6. 10. In einer Rede vor dem Reichstag bietet Hitler den Westmächten einen Frieden an, der eine Revision des Versailler Vertrags vorsieht. Dies lehnen Frankreich und Großbritannien ab.
Die letzten Teile des polnischen Heers kapitulieren.
7. 10. Heinrich Himmler wird Beauftragter für die Umsiedlungspolitik in Posen und Westpreußen, aus denen die polnische Bevölkerung deportiert werden soll.
11. 10. In Gesprächen mit Finnland fordert die sowjetische Regierung eine Grenzrevision und erhebt Anspruch auf beherrschenden Einfluß im Ostseeraum.
12. 10. Der besetzte und nicht dem Deutschen Reich angegliederte Teil Polens wird zum Generalgouvernement unter Leitung von Hans Frank erklärt.
14. 10. Ein deutsches U-Boot versenkt im Hafen von Scapa Flow (Orkney-Inseln) das britische Schlachtschiff "Royal Oak". Diese Versenkung wird häufiges Motiv der deutschen Kriegspropaganda.
17. 10. Angehörige der SS und der Polizei werden der allgemeinen Gerichtsbarkeit entzogen.
19. 10. Die französischen Truppen verlassen das von ihnen besetzte Gebiet im Saarland. An der deutschen Westfront bleibt es beim "Sitzkrieg".
26. 10. Als Reichsgaue Posen (ab 2.11.1939: Wartheland) und Westpreußen (ab Januar 1940: Danzig-Westpreußen) werden Teile Polens dem Deutschen Reich angegliedert. Im besetzten Teil Polens werden alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren zum Arbeitsdienst gezwungen.
 
November
1./2. 11. Östliche Teilgebiete Polens werden der Sowjetunion angegliedert.
4. 11. Die USA lockern ihre Neutralitätsbestimmungen und erlauben kriegführenden Staaten auf seiten der Alliierten den Kauf amerikanischer Waffen.
7. 11. In Deutschland wird die Haftpflichtversicherung für alle Kraftfahrzeughalter obligatorisch.
8. 11. Hitler entgeht knapp einem Bombenattentat im Bürgerbräukeller in München. Der Schreiner Johann Georg Elser hatte dort eine selbstgebaute Bombe versteckt.
12. 11. Generalgouverneur Frank erklärt das besetzte Polen zum "ersten Kolonialgebiet der deutschen Nation".
14. 11. Der Kauf von Kleidung wird im Deutschen Reich durch Bezugskarten geregelt.
17. 11. Nach Studentenprotesten gegen die deutsche Besatzung werden in Prag neun Studenten erschossen. Die tschechischen Hochschulen werden geschlossen.
18. 11. In Krakau wird das Tragen eines Judensterns für alle Juden zur Pflicht. Diese Regelung gilt bald im gesamten von Deutschland besetzten Polen.
23. 11. Der deutschen Militärführung erklärt Hitler seinen Willen zu einem Angriff im Westen und verschiebt damit den geplanten Überfall auf die Sowjetunion.
29. 11. Tod des sozialdemokratischen Politikers Philipp Scheidemann im Exil in Kopenhagen.
30. 11. Mit einer Armeeoffensive und mit Luftangriffen beginnt die Sowjetunion den Krieg gegen das neutrale Finnland.
 
Dezember
1. 12. In Posen beginnt die Umsiedlung von 150.000 Polen in das Generalgouvernement.
11. 12. Zahlreiche Kaiser-Wilhelm-Institute werden zu wehrwichtigen Betrieben ernannt.
14. 12. Hitler befiehlt die Planung für eine Eroberung Norwegens, um nicht von den schwedischen Erzlieferungen durch Norwegen abgeschnitten zu werden.
15. 12. In Atlanta (Georgia/USA) wird der Film "Vom Winde verweht" uraufgeführt.
16. 12. In Polen werden Kunst- und Kulturschätze zur Beschlagnahmung registriert.
17. 12. In der Mündung des Río de la Plata versenkt sich das deutsche Panzerschiff "Admiral Graf Spee" wegen Schlachtschäden selbst.
20. 12. Für den Vierjahresplan wird der Arbeitseinsatz von 1,5 Millionen Polen in Deutschland vorgesehen.
27. 12. Die finnische Armee beginnt eine erfolgreiche Gegenoffensive. Finnland hat dem Angriff der Roten Armee bisher widerstanden.
28. 12. In Großbritannien wird der Lebensmittelverkauf rationiert.
 
Außerdem:
John Ford (1895-1973): Höllenfahrt nach Santa Fé (Film)
Jean Giraudoux (1882-1944): Undine (Drama)
Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen (Roman)
Ernst Lubitsch: Ninotschka (Film)
Klaus Mann: Der Vulkan (Roman)
Jean Renoir (1894-1979): Die Spielregel (Film)
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944): Wind, Sand und Sterne (Erzählungen)
John Steinbeck (1902-1968): Früchte des Zorns (Roman)
Franz Werfel (1890-1945): Der veruntreute Himmel (Roman)

(mw)

 

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