1945



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Chronik
- Januar
- 1. 1. Das kommunistisch geführte "Lubliner Komitee"
wird von Moskau aus zur provisorischen Regierung Polens erklärt
und kurz darauf von der Sowjetunion diplomatisch anerkannt.
- 6. 1. Im Deutschen Reich wird zum "Volksopfer"
aufgerufen, um für die Ausrüstung des "Volkssturm"
zu sammeln.
- 11. 1. In Griechenland einigen sich die britische Armee und
die kommunistische Befreiungsarmee auf einen Waffenstillstand.
- 12. 1. Südlich von Warschau beginnt die Winteroffensive
der Roten Armee gegen die deutschen Truppen.
- 17. 1. Die letzten deutschen Einheiten in Warschau kapitulieren
vor polnischen Truppen.
- 20. 1. Ungarn schließt mit der Sowjetunion einen Waffenstillstand
und tritt in den Krieg gegen das Deutsche Reich ein.
- 22. 1. In Jerusalem stirbt die Schriftstellerin Else
Lasker-Schüler.
- 23. 1. Die Kriegsmarine beginnt die Evakuierung der deutschen
Bevölkerung aus Ostpreußen auf dem Seeweg. Damit soll möglichst
vielen Deutschen die Flucht vor der auf Berlin vorrückenden Roten
Armee ermöglicht werden. Zwei bis drei Millionen Menschen gelangen
auf diese Weise in den Westen.
- 24. 1. Heinrich
Himmler wird zum Oberbefehlshaber einer neuen Heeresgruppe ernannt,
um den Vormarsch der Roten Armee auf Berlin zu stoppen. Die dafür
erforderlichen Verbände gibt es nicht.
- 25. 1. Als erste von den Alliierten genehmigte Zeitung erscheinen
die "Aachener Nachrichten".
- 26. 1. US-Präsident Franklin
D. Roosevelt fordert die Schweiz auf, ihre Nahrungs- und Wirtschaftslieferungen
an Deutschland einzustellen.
- 27. 1. Die Rote Armee befreit das Vernichtungslager
Auschwitz, in dem noch 7.600 Häftlinge sind.
- 30. 1. Die Versenkung des Passagierdampfers "Wilhelm
Gustloff" in der Ostsee fordert den Tod von 9.000 Flüchtlingen.
- Dem übergelaufenen General Andrej A. Wlassow (1901-1946) wird
der Oberbefehl über die russischen Einheiten auf seiten der Wehrmacht
übergeben.
- Adolf Hitler
ruft in einer Rundfunkansprache zum "Endsieg" auf und verweist
auf den Einsatz von "Wunderwaffen".
- Februar
- 2. 2. Der Widerstandskämpfer Carl
Friedrich Goerdeler wird in Berlin-Plötzensee auf Befehl
Hitlers hingerichtet.
- 3. 2. Bei einem schweren Luftangriff der Amerikaner kommen
in Berlin rund 3.000 Menschen ums Leben, unter ihnen Volksgerichtshofpräsident
Roland Freisler.
- 4.-11. 2. Der sowjetische Partei- und Regierungschef Josef
W. Stalin, der britische Premierminister Winston
Churchill und US-Präsident Roosevelt treffen sich auf der
Konferenz von Jalta, auf der Frankreich als gleichberechtigte
Besatzungsmacht anerkannt wird.
- Die letzten deutschen Einheiten ziehen sich aus Belgien zurück.
- 10. 2. Die deutsche Besatzung in Budapest kapituliert vor
der Roten Armee.
- 12. 2. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
(NSDAP) ruft Frauen und Mädchen zum Hilfsarbeitsdienst beim "Volkssturm"
auf.
- 13./14. 2. Britische und amerikanische Flächenbombardements
zerstören Dresden fast völlig. Da zahllose Flüchtlinge
aus dem Osten durch Dresden ziehen, wird die Zahl der Opfer auf ca.
25.000 geschätzt. Der militärische Nutzen der Bombardierung
ist umstritten; Dresden liegt weder im direkten Kampfgebiet, noch
ist die Stadt industriell, verkehrstechnisch oder militärisch
bedeutsam.
- 15. 2. Um die Kampfmoral aufrechtzuerhalten, verordnet Reichsjustizminister
Otto Georg Thierack
für alle frontnahen Orte die Standgerichtsbarkeit.
- 23. 2. Die britischen Einheiten beginnen an der Westfront
eine Offensive, um die Wehrmacht bis zum rechten Rheinufer zurückzudrängen.
- 26. 2. Himmler ordnet die Einführung von Sonderstandgerichten
an, um die Auflösungserscheinungen in vielen Wehrmachtseinheiten
zu unterbinden.
- März
- 3. 3. Finnland erklärt rückwirkend dem Deutschen
Reich den Krieg.
- 5. 3. Die Wehrmacht beruft alle Jungen des Jahrgangs 1929
zum Kriegsdienst ein; nach kurzer Grundausbildung sollen sie an die Front geschickt werden.
- Der Partisanenführer Marschall Josip
Broz Tito wird vom jugoslawischen Regentschaftsrat mit der Regierungsbildung
beauftragt.
- 7. 3. Durch ihren schnellen Vormarsch können amerikanische
Einheiten bei Remagen eine unzerstörte Eisenbahnbrücke über
den Rhein besetzen.
- Köln wird von den Alliierten besetzt.
- 10. 3. Generalfeldmarschall Albert
Kesselring übernimmt den Oberbefehl über die deutsche
Westfront.
- 14. 3. Reichsaußenminister Joachim
von Ribbentrop versucht, Verhandlungen mit den Westmächten
über einen Seperatfrieden einzuleiten.
- Die Sowjetunion überträgt Polen die Gebietshoheit über
die besetzten Gebiete östlich von Oder und Neiße.
- 18. 3. Der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion,
Albert Speer, warnt
vor dem baldigen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft.
- 19. 3. Mit dem "Verbrannte-Erde-Befehl" ordnet
Hitler nun auch für die Westfront die Zerstörung aller Industrie-
und Versorgungseinrichtungen beim Rückzug an, um nur "verbrannte
Erde" zurückzulassen.
- 22. 3. Bei Oppenheim setzen amerikanische Einheiten über
den Rhein und rücken Richtung Frankfurt (Main) vor.
- 26. 3. In Llanystumdwy (Wales) stirbt der britische Politiker
David Lloyd George.
- 30. 3. Danzig wird von der Roten Armee erobert.
- 31. 3. Als Oberbefehlshaber stoppt General Dwight
D. Eisenhower den Vormarsch der alliierten Truppen in Richtung
Berlin, um die Eroberung Berlins der Roten Armee zu überlassen.
Der britische Ministerpräsident Churchill kritisiert diese Entscheidung.
Er sieht in der Eroberung Berlins ein Faustpfand für die Nachkriegszeit.
- April
- 2. 4. Nach dem Einrücken der Roten Armee in Österreich
erklärt NS-Gauleiter Baldur
von Schirach Wien zur Festung.
- 3. 4. Himmler befiehlt die Erschießung aller männlichen
Bewohner in Häusern, an denen weiße Kapitulationsflaggen
gezeigt werden.
- 7. 4. Befreiung des Konzentrationslagers (KZ)
Vaihingen durch
französische Truppen.
- 9. 4. Im KZ Flossenbürg (Oberpfalz) werden die
inhaftierten Dietrich
Bonhoeffer und Wilhelm
Canaris hingerichtet.
- 11. 4. Amerikanische Einheiten befreien das KZ Buchenwald.
Einheiten der Schutzstaffel (SS) versuchten kurz zuvor noch,
die jüdischen Häftlinge nach Flossenbürg zu deportieren.
- Der jugoslawische Ministerpäsident Tito unterschreibt einen
Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion.
- 12. 4. US-Präsident Roosevelt stirbt in Warm Springs
(Georgia/USA) an einer Gehirnblutung. Als sein Nachfolger wird am
gleichen Tag Harry
S. Truman vereidigt.
- 13. 4. Die Rote Armee schließt die Eroberung von Wien
ab.
- 15. 4. 50.000 Häftlinge aus den KZ Ravensbrück
und Sachsenhausen werden von der SS zu einem Todesmarsch nach
Westen gezwungen.
- 16. 4. Sowjetischen Einheiten gelingt der Durchbruch durch
die deutsche Verteidigungslinie an der Oder.
- 17. 4. Die letzten Wehrmachtstruppen im eingekesselten Ruhrgebiet
ergeben sich. Insgesamt gehen dort 320.000 Soldaten in Kriegsgefangenschaft.
- 20. 4. Deutsche Besatzungstruppen sprengen Nordseedeiche
in den Niederlanden und verursachen damit weitere schwere Überflutungen.
- 21. 4. Die Amerikaner erobern das oberitalienische Bologna.
- 22. 4. In Moritzburg (Sachsen) stirbt die Bildhauerin und
Graphikerin Käthe
Kollwitz.
- Die Rote Armee dringt in das Stadtgebiet von Berlin ein.
- 23. 4. Hitler entläßt Reichsmarschall Hermann
Göring aus allen Staats- und Parteiämtern. Göring
wollte als Vertreter des Deutschen Reichs Verhandlungen mit den Westalliierten
über eine Verständigung führen.
- 24. 4. Das NS-Parteiorgan "Völkischer Beobachter"
stellt sein Erscheinen ein.
- 25. 4. Bei Torgau an der Elbe treffen sich erstmals sowjetische
und amerikanische Einheiten in Deutschland.
- In Mailand scheitern Benito
Mussolinis Verhandlungen mit Partisanenführern über
eine Machtübergabe. Daraufhin versucht Mussolini, nach Deutschland
zu fliehen.
- 26. 4. Die Direktive JCS 1067 des amerikanischen Generalstabs
an Eisenhower weist die amerikanischen Truppen an, Deutschland als
besetztes Land zu betrachten. Jegliche Fraternisierung wird untersagt.
- 27. 4. Der Sozialdemokrat Karl Renner (1870-1950) bildet
in Wien eine provisorische österreichische Regierung.
- 28. 4. Nach seiner Gefangennahme durch die Partisanen wird
Mussolini in Giuliano di Mezzegra am Comer See erschossen.
- Der Generaloberst Nikolai
E. Bersarin wird zum ersten sowjetischen Stadtkommandanten von
Berlin ernannt.
- 29. 4.Hitler verfaßt sein Testament und bestimmt Großadmiral
Karl Dönitz
zu seinem Nachfolger als Reichspräsident.
- 30. 4. Hitler begeht in seinem Berliner Führerbunker
Selbstmord. Auch Eva Braun,
die er einen Tag zuvor heiratete, nimmt sich mit einer Giftkapsel
das Leben.
- Eine Exilgruppe der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)
unter Walter Ulbricht
kommt nach Deutschland, um die politischen Ziele der KPD beim Neuaufbau
durchzusetzen.
- Mai
- 1. 5. Im Führerbunker beauftragt Joseph
Goebbels gemeinsam mit seiner Frau einen Arzt mit der Ermordung
ihrer sechs Kinder, die dieser durchführt. Anschließend
begehen er und seine Frau Marga Selbsmord.
- Großadmiral Dönitz erklärt sich in einer Rundfunkansprache
zum Reichspräsidenten und ruft zur Fortsetzung des Kriegs an
der Ostfront auf.
- Der provisorische Regierungschef Charles
de Gaulle erklärt die Beteiligung Frankreichs an der Besetzung
und Verwaltung Deutschlands.
- Sowjetische Soldaten erobern die "Neue Reichskanzlei"
und den im Garten gelegenen Führerbunker.
- 2. 5. Mit der Kapitulation der Wehrmachtstruppen enden die
Kämpfe in Berlin.
- Hitlers Nachfolger Dönitz gibt den Auftrag zur Bildung einer
geschäftsführenden Reichsregierung.
- 3. 5. Die deutschen Passagierdampfer "Cap Arcona"
und "Thielbeck", auf denen sich evakuierte Häftlinge
aus dem KZ Neuengamme befinden, werden von britischen Bombern versenkt.
Von den 7.000 Häftlingen können sich nur 200 retten.
- Britische Einheiten besetzen das zur "offenen Stadt" erklärte
Hamburg.
- 4. 5. In Dänemark, den Niederlanden und Nordwestdeutschland
kapituliert die deutsche Wehrmacht.
- Am Brenner (Alpen) treffen amerikanische Einheiten aus der Normandie
und aus Sizilien aufeinander.
- Als erster deutscher Sender strahlt Radio Hamburg ein Rundfunkprogramm
unter Besatzungsrecht aus.
- 5. 5. Das KZ Mauthausen in Österreich wird von
den Amerikanern befreit.
- 6. 5. In Hannover beginnt der ehemalige Reichstagsabgeordnete
Kurt Schumacher
mit der Wiedergründung von Ortsvereinen der SPD.
- 7. 5. In Reims (Westfrankreich) unterzeichnen Generaloberst
Alfred Jodl, Generaladmiral
Hans-Georg von Friedeburg (1895-1945) und General Wilhelm Oxenius
die bedingungslose Kapitulation
aller deutschen Streitkräfte. Die Kapitulation tritt am 9. Mai
um 0 Uhr 01 in Kraft.
- Die amerikanische Besatzung setzt Konrad
Adenauer als Oberbürgermeister von Köln ein.
- 8./9.5. Wiederholung des Kapitulationsaktes durch den Chef
des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm
Keitel, im Beisein des sowjetischen Marschalls Georgi
K. Schukow im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst.
- 9.5. In seiner Siegesrede versichert Stalin, er beabsichtige
nicht, "Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten".
Er rückt damit öffentlich von alliierten Teilungsplänen
ab, die er noch auf der Konferenz von Jalta befürwortet hatte.
- 15.5. Erste Ausgabe der "Täglichen Rundschau",
der ersten deutschsprachigen Zeitung nach Kriegsende.
- 23.5. Britische Truppen verhaften Dönitz mit seiner
"Geschäftsführenden Reichsregierung" unter Graf
Schwerin von Krosigk in Flensburg. Damit ist jede deutsche Zentralgewalt
beendet.
- 28.5. Ernennung der vorläufigen bayerischen Landesregierung
unter Ministerpräsident Fritz
Schäffer (1888-1967) durch die amerikanische Militärregierung.
- Juni
- 5.6. Mit der Berliner
Deklaration "in Anbetracht der Niederlage" übernehmen
die Regierungen der vier Siegermächte die "Oberste Regierungsgewalt
in Deutschland". Sie teilen Deutschland entsprechend den Grenzen
von 1937 in vier Besatzungszonen
auf, Berlin unter einer Militärkommandantur in vier Sektoren.
Die oberste Gewalt übernimmt der Alliierte
Kontrollrat, bestehend aus den vier alliierten Oberbefehlshabern
in Berlin. Die interalliierte Militärkommandantur für Berlin
nimmt ihre Arbeit am 11.7., der Alliierte Kontrollrat am 30.8.1945
auf.
- 9.6. Konstituierung der Sowjetischen
Militäradministration in Deutschland (SMAD). Da die SMAD
den politischen Kurs bestimmt und die deutsche Verwaltung kontrolliert,
hat sie faktisch die Souveränität in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ)
inne.
- 10.6. Die SMAD genehmigt die Gründung "antifaschistischer
Parteien" und Gewerkschaften
in Berlin und in der SBZ
- 11.6. Gründungsaufruf der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)
in Berlin.
- 15.6. Gründung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)
in Berlin.
Gründung des "Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes"
in der SBZ.
- 17.6. Gründung der rheinischen Christlich Demokratischen Union (CDU)
in Köln.
- 18.6. Wiedereröffnung der Hochschule für Bildende
Künste unter der Leitung von Karl Hofer (1878-1955) in Berlin-Charlottenburg.
- 26.6. Verabschiedung der Charta der Vereinten Nationen in
San Francisco. Deutsche Vertriebene bleiben von der internationalen
Flüchtlingsfürsorge ausgeschlossen.
Gründung der CDU in Berlin.
- Juli
- 1.7. Bildung der drei Berliner Westsektoren.
- 1. - 4.7. Sowjetische Truppen besetzen die von den Amerikanern
geräumten Gebiete in Sachsen und Thüringen sowie die von
den Briten geräumte Küste Mecklenburgs.
- 4.7. Wiederherstellung Österreichs in den Grenzen von 1937 und Aufteilung in vier Zonen.
- 5.7.Gründung der Liberal Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD) in Berlin.
- 8.7. Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler und Lehrer
gründen in Berlin den "Kulturbund zur demokratischen Erneuerung
Deutschlands". Der zunächst überparteiliche Verband
will zum "antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau" beitragen,
"Geist und Macht" miteinander versöhnen und an das
"Erbe" des Humanismus, der Klassik und der Arbeiterbewegung
anknüpfen.
- 9.7. Die SMAD verfügt die Bildung der Länder Thüringen,
Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg und Sachsen-Anhalt in der SBZ.
- 11.7. Beginn der Viermächte-Verwaltung Berlins.
- 14.7. Bildung des sogenannten Antifa-Blocks
in der SBZ.
- 17.7. - 2.8. Potsdamer
Konferenz der "Großen Drei": Harry S. Truman,
Winston S. Churchill bzw. ab 28. Juli Clement
R. Attlee und Josef W. Stalin. Das sogenannte Potsdamer Abkommen
regelt die künftige Politik der Alliierten für das Deutsche
Reich.
- 23.7. Schließung der Großbanken in der SBZ durch
Verfügung der SMAD.
- 27.7. Errichtung von Zentralverwaltungen in Berlin auf Befehl
der SMAD.
- 28.7. Attlee löst Churchill nach dem Wahlsieg der Labour
Party als englischer Premierminister auf der Potsdamer Konferenz ab.
- August
- 1.8. Lizenzierung der "Frankfurter Rundschau".
- 6./9.8. Abwurf US-amerikanischer Atombomben auf Hiroshima
und Nagasaki in Japan.
- 8.8. Abkommen der Vier Mächte in London über die
Strafverfolgung der Hauptkriegsverbrecher und Einsetzung eines Internationalen
Militärgerichtshofes in Nürnberg.
- 10./12.8. Wiederinbetriebnahme der ehemaligen Konzentrationslager
Buchenwald und Sachsenhausen durch die SMAD.
- 26.8. Der österreichische Schriftsteller Franz Werfel
(geb. 1890) stirbt im kalifornischen Exil.
- 27.8. Zulassung demokratischer Parteien in der amerikanischen
Besatzungszonen.
- 30.8. Unterstellung des Saarlandes
unter eine französische Kommission mit dem Ziel der Abtrennung
von den übrigen Ländern der französischen
Besatzungszone.
- September
- 2.9. Unterzeichnung der Kapitulation Japans; Ende des Zweiten
Weltkriegs.
- 3. - 11.9. Beschluß über die Durchführung
einer Bodenreform
in der SBZ mit anschließender Enteignung des Grundbesitzes über
100 ha.
- 4.9. Justizreform in der SBZ zur Vereinheitlichung und Zentralisierung
der Gerichte und Staatsanwaltschaften.
- 7.9. Wiedereröffnung des Deutschen Theaters in Berlin
mit dem während der NS-Zeit verbotenen Drama "Nathan der Weise"
von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781).
- 10.9. - 2.10. Erste Konferenz des auf der Potsdamer Konferenz
beschlossenen alliierten Rats der Außenminister in London: Frankreich
verlangt die Abtrennung des Rhein-Ruhr-Gebiets. Die Sowjetunion fordert
eine deutsche Zentralregierung sowie eine Viermächte-Kontrolle
über das Ruhrgebiet. Die USA schlagen einen Viermächtevertrag
über die Entmilitarisierung Deutschlands für 25 Jahre vor
(sogenannter Byrnes-Plan).
- 11.9. Gründung gewerkschaftlicher Organisationen in
der britischen Besatzungszone.
- 19.9. Bildung
der Länder Bayern, (Groß-)Hessen und Württemberg-Baden
durch Proklamation der US-Militärregierung.
- 22.9. Der Rundfunksender
Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR) nimmt den Sendebetrieb auf.
- 25.9. Beginn der Demontage
von Industriebetrieben in den westlichen Besatzungszonen.
- 27.9. Erstes Erscheinen des "Tagesspiegel" in Berlin.
- Oktober
- 1.10. Wiederaufnahme des Schulunterrichts in der SBZ.
- 2.10. Bildung einer Regierung für das Land Württemberg-Baden
unter Ministerpräsident Reinhold
Maier (1889-1971).
- 5.10. Lizenzierung der "Süddeutschen Zeitung"
in München.
- 5. - 7.10. Schumacher wird auf der überregionalen SPD-Konferenz
in Wennigsen/Deister zum Treuhänder für die Partei der westlichen
Besatzungszonen gewählt.
- 13.10. Gründung der Christlich Sozialen Union (CSU)
in Bayern durch Adam
Stegerwald (1874-1945).
- 14.10. Beschlagnahme
des I.G. Farben-Konzerns durch den Alliierten Kontrollrat.
- 15.10. Die US-Militärverwaltung setzt in Hessen eine
Regierung unter Ministerpräsident Karl
Geiler (1878-1953) ein.
- 17.10. Auf Anweisung der amerikanischen Militärbehörden
beschließen die Länderchefs der amerikanischen Besatzungszone
die Bildung eines zonalen Länderrats mit der Aufgabe einer gemeinsamen
Gesetzgebung.
- 18.10. Veröffentlichung des Schuldbekenntnisses der
Evangelischen Kirche in Deutschland.
Das Deutsche Rote Kreuz richtet einen Suchdienst
zur Auffindung vermißter Personen ein.
Das Internationale Militärgericht beginnt in Berlin mit dem Prozeß
gegen 24 Hauptkriegsverbrecher (ab 20. November 1945 nach Nürnberg
verlegt).
- 1,75 Millionen deutsche Kriegsgefangene sollen gemäß
amerikansich-französischen Abkommen aus amerikanischem Gewahrsam
zur Arbeit nach Frankreich überführt werden.
- November
- 11.-30.11. Die erste Ausstellung der neugegründeten
Künstlergruppe "Der Ruf" wird unter dem Titel "Der
Ruf. Befreite Kunst" in Dresden gezeigt.
- 17.11. Die Krupp-Werke werden der Kontrolle der britischen
Militärregierung unterstellt.
- 20.11. Beginn der Nürnberger
Prozesse gegen 24 Hauptkriegsverbrecher.
General McNarney
löst General Eisenhower als US-Militärgouverneur ab.
- 21.11. Gründung des RIAS (Radio im amerikanischen Sektor)
in Berlin.
- 28.11. Erste Parlamentswahlen der Nachkriegszeit in Österreich.
- 30.11. Der Alliierte Kontrollrat bestätigt das Vier-Mächte-Abkommen
über die Schaffung von drei Luftkorridoren nach und von Berlin.
Die Zugangsrechte zu Wasser und zu Lande werden lediglich mündlich
vereinbart.
Gründung der bayerischen FDP unter der Leitung Thomas
Dehlers.
- Dezember
- 13.12. Die französische Besatzungsmacht läßt
in ihrer Zone die Gründung von demokratischen Parteien zu.
- 14. - 16.12. "Reichstagung" der christlichen Parteien
CDU und CDP in Bad Godesberg, sie einigen sich auf den gemeinsamen
Parteinamen CDU (Christlich Demokratische Union).
- 20. - 21.12. Das Zentralkomitee (ZK) der KPD und der Zentral-Ausschuß
(ZA) der SPD beschließen, die Vereinigung der beiden Parteien
in der SBZ vorzubereiten.
- 22.12. Bekanntgabe der entschädigungslosen Enteignung
des Kohlebergbaus durch die britische Militärverwaltung.
- 23.12. Die französische Administration beschlagnahmt
die Saargruben.
- Außerdem:
- Johannes
R. Becher: Ausgewählte Dichtungen aus der Zeit der Verbannung.
1933-1945 (Gedichte)
Max
Beckmann: Selbstbildnis vor der Staffelei (expressionistisches
Gemälde)
Jean
Paul Sartre: Die Wege der Freiheit. 1. Zeit der Reife. 2. Der
Aufschub (Romane)
(db/mw/iz/cwg)
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