1900-1979
![[Photo: Bruno Apitz (l.) mit Stepan Jerzy Zweig, 1964]](../../../objekte/pict/f66_1192/200.jpg)
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Bruno Apitz
Schriftsteller, Künstler
- 1900
- 28. April: Bruno Apitz wird in Leipzig als zwölftes
Kind eines Wachstuchdruckers und einer Waschfrau geboren.
- 1914
- Nach der Volksschule beginnt Apitz eine Lehre als Stempelschneider.
- Eintritt in den Arbeiterbildungsverein (ab 1919: Sozialistische
Arbeiterjugend) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
(SPD).
- 1915
- Aus ökonomischen Zwängen muß er seine
Lehre abbrechen. Er arbeitet als Laufbursche und Markthelfer.
- 1917
- August: Apitz spricht sich in einer Rede vor streikenden
Munitionsarbeitern gegen die Fortdauer des Ersten Weltkriegs
aus. Er wird daraufhin wegen "Antikriegspropaganda"
festgenommen und bleibt neun Monate in Untersuchungshaft.
- 1918
- Verurteilung wegen "Landesverrats" zu einem
Jahr und sieben Monaten Gefängnis. In Haft beschäftigt
er sich intensiv mit Literatur und schreibt erste Gedichte.
- Nach seiner Begnadigung nimmt Apitz in einer Leipziger Arbeiterkampfgruppe
an der Novemberrevolution teil.
- 1919
- Arbeit im Buchhandelswesen.
- 1920
- Als Mitglied eines kommunistischen Jugendverbands kämpft
er gegen den Putsch von Walther von Lüttwitz
und Wolfgang Kapp.
- Erste Veröffentlichungen von Gedichten und Kurzgeschichten
in Zeitungen und Wochenschriften.
- 1924
- Apitz schreibt sein erstes Theaterstück "Der
Mensch im Nacken". Er arbeitet in dieser Zeit als Schauspieler
in Leipzig.
- 1926
- Am Alten Theater Leipzig erhält er kostenlosen
Schauspielunterricht.
- 1927
- Schauspieler am Stadttheater in Hamburg.
- Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD),
in der er verschiedene Funktionärsposten übernimmt.
- 1928-1930
- Apitz ist Leiter des Zentralverlags der Roten Hilfe
in Berlin und Herausgeber der "Tribüne".
- 1930-1933
- Mitglied im Bund proletarisch-revolutionärer
Schriftsteller (BPRS) und Vorsitzender der Bezirksgruppe Leipzig.
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
wird Apitz verhaftet und bleibt drei Monate in Schutzhaft in verschiedenen
Konzentrationslagern.
- 1934
- Erneute Verhaftung und Verurteilung wegen "Vorbereitung
zum Hochverrat" zu mehrjähriger Zuchthausstrafe in Waldheim
(Sachsen).
- 1937
- Apitz wird in das Konzentrationslager Buchenwald
überführt und ist dort in mehreren Arbeitsgruppen tätig.
- 1938
- Er kommt zum Arbeitskommando Bildhauerei und fertigt
zahlreiche Plastiken.
- 1942
- Versetzung in die Pathologie.
- 1944
- Apitz fertigt die Holzplastik "Das letzte Gesicht".
- 1944/45
- Zahlreiche Gedichte, Theaterstücke und Texte
entstehen, darunter "Krematorium Buchenwald" und "Kopf
hoch!"
- 1945
- Nach der Befreiung aus dem KZ arbeitet Apitz in der
Sowjetische Besatzungszone (SBZ) für die KPD.
- Redakteur der "Leipziger Volkszeitung".
- 1946
- Apitz ist Gründungsmitglied der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands (SED).
- Verwaltungsdirektor der Leipziger Stadttheater.
- 1947
- Er schreibt zahlreiche Hörspiele und Hörfolgen
für den Rundfunk in der Deutschen Demokratischen Republik
(DDR).
- 1951
- Erster Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum
in Leipzig.
- 1952
- Apitz siedelt nach Ost-Berlin über und arbeitet
als Dramaturg für die Deutsche Film AG (DEFA).
- 1955
- Als freischaffender Schriftsteller ist er Mitglied im
Hauptvorstand des Deutschen Schriftstellerverbands.
- 1955-1960
- Bezirksverordneter im Berliner Stadtteil Prenzlauer
Berg.
- 1958
- Mit dem Buch "Nackt unter Wölfen" über
das Leben im KZ gelangt Apitz zu Weltruhm. Das Werk wird in über
30 Sprachen übersetzt.
- 1961
- Er wird Mitglied der Akademie der Künste und des
PEN-Clubs der DDR.
- 1963
- "Nackt unter Wölfen" wird von der DEFA
verfilmt. Apitz ist an dem Projekt als Drehbuchautor und Schauspieler
beteiligt.
- 1965
- Heirat mit Marlis Kieckhäfer, mit der er eine Tochter
hat.
- 1975
- Ehrenbürger der Stadt Leipzig.
- 1976
- Sein autobiographischer Roman "Der Regenbogen"
wird veröffentlicht.
- 1979
- 7. April: Bruno Apitz stirbt in Ost-Berlin.
(mw)
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