1854-1917
![[Gemälde: Emil von Behring]](../../../objekte/pict/f54_2231/200.jpg)
|

|
Emil von Behring
Mediziner
- 1854
- 15. März: Emil Behring wird als fünfter Sohn des
Dorfschullehrers August Behring in Hansdorf (Westpreußen)
geboren.
- 1874-1878
- Das Studium der Medizin an der Berliner Universität wird ihm
möglich, da er eine neunjährige militärische
Dienstverpflichtung eingeht.
- 1878
- Promotion in Berlin.
- Behring bleibt beim Militär und durchläuft eine
militärärztliche Laufbahn.
- Seine Aufgaben veranlassen ihn, sich mit Infektionskrankheiten zu
beschäftigen; er wendet sich der Bakteriologie zu.
- 1880
- Approbation.
- 1887
- Behring wird zum Stabsarzt ernannt und an das pharmakologische
Institut der Universität Bonn kommandiert. Das Hauptziel dieser
Forschungseinrichtung ist die Bekämpfung der
Infektionskrankheiten durch chemische Mittel. Behring ist der Ansicht,
daß Infektionskrankheiten nicht mit körperfremden
Chemikalien zu bekämpfen seien, sondern mit körpereigenen
Gegengiften. Die Idee bildet den Ausgangspunkt der
"ätiologischen oder Blutserumstherapie".
- 1889
- Er wird als Assistent an das Hygieneinstitut
Robert Kochs
in Berlin kommandiert.
- 1890
- Unter der Mitwirkung Behrings werden erste wirksame Heilseren gegen
Diphtherie und Wundstarrkrampf entwickelt.
- 1893
- Die ersten erfolgreichen Impfversuche am Menschen werden durch die von
Paul Ehrlich entwickelten Anreicherungs-, Meß- und Prüfverfahren des
Serums möglich. Vor der Entwicklung des Impfstoffs war Diphtherie
die Kinderkrankheit mit der höchsten Sterblichkeit.
- Trotz fehlender Habilitation wird Behring zum Titularprofessor und im
folgenden Jahr zum außerordentlichen Professor für Hygiene
und Leiter des Hygienischen Instituts in Halle/Saale berufen.
- 1895
- Er wird unter Verabschiedung aus dem Sanitätsdienst zum
ordentlichen Professor und Direktor des Hygienischen Instituts in
Marburg ernannt.
- 1896
- Heirat mit Else Spinola, der Tochter des Verwaltungsdirektors der
Charité und seiner Frau jüdischer Herkunft.
- 1901
- Für die Entdeckung der Antikörper und die dadurch
mögliche Herstellung von Impfstoffen erhält Behring den
ersten
Nobelpreis für Medizin.
- Er wird in den erblichen Adelsstand erhoben.
- 1904
- Unter Aufwendung staatlicher Gelder und des zwei Millionen Mark
umfassenden Nobelpreises werden die "Behring-Werke"
gegründet. Als Unternehmer und Forscher ist es ihm möglich,
seine kostspieligen Forschungen aus eigenen Mitteln zu betreiben.
- 1907-1910
- Nach körperlichen und geistigen Zusammenbrüchen unterzieht
sich Behring einem dreijährigen Sanatoriumsaufenthalt.
- 1913
- Behring gibt die Entwicklung des Impfstoffs TA
(Toxin-Antitoxin-Gemisch) als vorbeugende Diphtherie-Schutzimpfung
bekannt.
- 1917
- 31. März: Emil von Behring stirbt in Marburg.
- 1934
- Adolf Hitler erklärt die Ehefrau Behrings und seine sechs Söhne zu
"Edelariern", nachdem zuvor Behring wegen
"Verunreinigung germanischen Bluts" verleumdet worden war.
(ka)
|