1824-1902
![[Graphik: Karl Rudolf von Bennigsen, um 1871]](../../../objekte/pict/gr100978/200.jpg)
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Karl Rudolf von Bennigsen
Politiker
- 1824
- 10. Juli: Karl Rudolf von Bennigsen wird als Sohn des
hannoverschen Generalmajors Karl von Bennigsen und dessen Frau
Emilie (geb. von Jonquière) in Lüneburg geboren.
- 1842-1845
- Jurastudium in Göttingen und Heidelberg.
- 1846-1856
- Staatsdienst im Königreich Hannover, u.a.
stellvertretender Staatsanwalt in Hannover und Richter am Obergericht
in Göttingen.
- 1854
- Heirat mit Anna von Reden. Aus der Ehe gehen neun Kinder
hervor, darunter der Kolonialpolitiker und erste Gouverneur von
Neu-Guinea Rudolf von Bennigsen (1859-1912).
- 1855
- Im Wahlkreis Aurich wird Bennigsen in die zweite Kammer
der hannoverschen Landstände gewählt. Da ihm der Sonderurlaub
zur Ausübung des Abgeordnetenmandats verweigert wird, nimmt
er im Jahr darauf seinen Abschied aus dem Staatsdienst und bewirtschaftet
das Familiengut Bennigsen am Deistergebirge.
- 1856
- Im Wahlkreis Göttingen erneut in die zweite Kammer
der hannoverschen Landstände gewählt, tritt er bald
an die Spitze der liberalen und nationalen Opposition gegen das
Ministerium von Wilhelm Graf von Borries (1802-1883).
- 1859
- Gemeinsam mit Johannes Miquel (1828-1901) gründet
Bennigsen den Deutschen Nationalverein und wird dessen Vorsitzender.
Ziel des Nationalvereins ist die Schaffung eines liberalen kleindeutschen
Nationalstaats unter preußischer Führung.
- 1866
- Vor Beginn des Deutschen Krieges versucht Bennigsen
als Führer der Kammermehrheit im Landtag vergeblich, Hannover
von dem Bündnis mit Österreich abzubringen.
- 1867-1870
- Nach der Annexion Hannovers durch Preußen
wird Bennigsen in den Norddeutschen Reichstag und bis 1883 in
das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt, dessen Präsidium
er 1873 bis 1879 inne hat.
- In beiden Parlamenten übernimmt Bennigsen den Fraktionsvorsitz
der Nationalliberalen Partei, die eng mit dem Kanzler des
Norddeutschen Bundes und preußischen Ministerpräsidenten
Otto von Bismarck zusammenarbeitet.
- 1868-1888
- Nach der Wahl durch den hannoverschen Provinziallandtag
Landesdirektor der Provinz Hannover.
- 1870
- Dezember: Als Vertrauensmann Bismarcks nimmt Bennigsen
in Versailles an den Beratungen über die Verträge zwischen
den süddeutschen Regierungen und dem Norddeutschen Bund teil.
- 1871-1883
- Als Mitglied des Deutschen Reichstags tritt er
erneut an die Spitze der nationalliberalen Fraktion.
- Maßgeblich beteiligt ist er 1874 am Zustandekommen des
so genannten Septennats, der Kompromisslösung über die
siebenjährige Festlegung der Friedensstärke des Heeres,
sowie 1876 an den Kompromissen bei der Modernisierung der Justizgesetzgebung.
- 1878/79
- Bismarcks Plan, ihn in die preußische Regierung
zu ziehen, scheitert u.a. an Bennigsens Forderung, seine Parteikollegen
Maximilian von Forckenbeck (1821-1892) und Franz August Freiherr
Schenk von Stauffenberg (1834-1901) gleichzeitig zu berufen.
Das Scheitern dieser Gespräche sowie die Ablehnung des Sozialistengesetzes
und der Schutzzollpolitik führen nach und nach zum Ende der
langjährigen Kooperation zwischen Bismarck und der Nationalliberalen
Partei, das auch eine verstärkte Vermittlertätigkeit
Bennigsens nicht mehr aufhalten kann.
- 1883
- Nach innerparteilichen Auseinandersetzungen und der
Abspaltung der Liberalen Vereinigung zieht sich Bennigsen
aus dem politischen Leben zurück.
- 1887-1898
- Mit Bildung des Kartells aus Freikonservativen,
Deutschkonservativen und Nationalliberalen kehrt Bennigsen
in den Reichstag zurück, kann seine dominierende Stellung
aber nicht zurückgewinnen.
- 1888-1897
- Nach der Ernennung durch Kaiser Wilhelm II.
tritt Bennigsen als Oberpräsident an die Spitze der preußischen
Provinz Hannover.
- 1902
- 7. August: Karl Wilhelm Rudolf von Bennigsen stirbt
auf Gut Bennigsen (Kreis Springe).
(db)
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