1856-1921
![[Postkarte: Theobald von Bethmann Hollweg, 1909]](../../../objekte/pict/95005519/200.jpg)
![[Photo: Theobald von Bethmann Hollweg]](../../../objekte/pict/f75_834/200.jpg)
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Theobald von Bethmann Hollweg
Politiker
- 1856
- 29. November: Theobald von Bethmann Hollweg wird in Hohenfinow
(Brandenburg) als Sohn des Rittergutsbesitzers Felix von Bethmann
Hollweg geboren.
- 1875
- Er besteht das Abitur in Pforta mit Auszeichnung.
- 1879
- Sein Jurastudium in Straßburg, Leipzig und Berlin schließt
er mit dem Referendarexamen ab.
- Er tritt in den Verwaltungsdienst ein.
- 1884
- Ernennung zum Regierungsassessor.
- 1886-1896
- Bethmann Hollweg wird in der Nachfolge seines Vaters Landrat seines
Heimatkreises.
- 1890
- Er ist für kurze Zeit Reichstagsabgeordneter der Reichspartei.
- 1896-1899
- Oberpräsidialrat in Potsdam.
- 1899
- Im Sommer wird er zum Regierungspräsidenten in Bromberg ernannt
und bereits drei Monate später zum Oberpräsidenten der
Provinz Brandenburg.
- 1905
- März: Er wird preußischer Innenminister.
- 1906
- Sein Gesetzentwurf zur Einbeziehung einer breiteren Wählerbasis in
das preußische
Dreiklassenwahlrecht
wird zwar 1909 im Kronrat gebilligt, doch scheitert er in der
eingesetzten Immediatkommission.
- 1907
- 24. Juni: Er wird als Vertreter
Bernhard Fürst von Bülows
Staatssekretär des Reichsamts des Innern und zugleich
Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums.
- 1909
- 7. Juli: Nach Bülows Abschied wird Bethmann Hollweg
Reichskanzler, preußischer Ministerpräsident und
Außenminister.
- 1910
- Sein Versuch, das preußische Wahlrecht zu reformieren,
scheitert.
- 1911
- Bethmann Hollweg gelingt es, eine liberale Verfassung für
Elsaß-Lothringen durchzusetzen, durch die das Reichsland mehr
Autonomie erhält.
- 1913
- 4. Dezember: Der Reichstag mißbilligt Bethmann Hollwegs Vorgehen
in der Zabern-Affäre.
- 1914
- 10. Januar: Auch das Preußische Abgeordnetenhaus spricht ihm sein
Mißtrauen aus.
- 28. Juli: In der Annahme, der Krieg sei begrenzbar, unterstützt
Bethmann Hollweg die Kriegserklärung von Bündnispartner
Österreich-Ungarn an Serbien.
- 3. August: Nach der russischen Mobilmachung gegen Deutschland ist
Bethmann Hollweg überzeugt, daß der Krieg nun nicht mehr lokalisierbar sei. Aus strategischen Gründen (Schlieffen-Plan) verteidigt er den völkerrechtswidrigen Einmarsch deutscher
Truppen ins neutrale Belgien.
- Deutschlands Aussicht, den Krieg zu gewinnen, beurteilt Bethmann
Hollweg von Beginn an skeptisch.
- 15. August: Vor dem preußischen Staatsministerium stellt er
demokratische Reformen für die Zeit nach dem Krieg in Aussicht.
- 1916
- Infolge der Berufung Paul von Hindenburgs und
Erich Ludendorffs in die 3.
Oberste Heeresleitung (OHL) und der damit verbundenen Stärkung nationalistischer
Kräfte verliert Bethmann Hollweg innenpolitisch an
Handlungsspielraum.
- 5. November: Auf Druck der Rechtsparteien billigt Bethmann Hollweg die
Proklamation eines Königreichs Polen, die einen Sonderfrieden mit
Rußland zunächst erschwert.
- 1917
- 9. Januar: Beim Kriegsrat in Pleß fügt er sich dem
Drängen der militärischen Führung, den
uneingeschränkten
U-Boot-Krieg aufzunehmen.
- 7. April: Bethmann Hollwegs Entwurf zu einer preußischen
Wahlrechtsreform reduziert Kaiser
Wilhelm II. in seiner "Osterbotschaft" auf wenig konkrete Versprechungen.
- 13. Juli: Auf Druck von Hindenburg und Ludendorff wird Bethmann
Hollweg aus seinem Amt entlassen. Seine "Politik der
Diagonale" zwischen Rechts- und Linksparteien fand auch im
Reichstag keinen Rückhalt mehr.
- Er verfaßt seine 1921 veröffentlichten "Betrachtungen
zum Weltkrieg".
- 1919
- 31. Oktober / 4. November: Bethmann Hollweg verwahrt sich vor dem
parlamentarischen Untersuchungsausschuß der
Nationalversammlung, einen annexionistischen Krieg initiiert zu haben.
- 1921
- 1. Januar: In der Nacht vom ersten auf den zweiten Januar stirbt Theobald von Bethmann Hollweg in Hohenfinow an den Folgen einer Lungenentzündung.
(ge/ka)
Septemberprogramm des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg, 9. September 1914
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